Das Coming-of-Age gilt traditionell als Genre des Jugendfilms. Im Zentrum stehen junge Menschen auf der Suche nach sich selbst, die ihren Platz in der Welt zu finden versuchen, soziale Beziehungen aushandeln und erste Schritte ins Erwachsenenleben unternehmen. Doch was passiert, wenn man Coming-of-Age nicht als Lebensphase, sondern als lebenslangen Prozess versteht? Ist Identität jemals abgeschlossen? Oder bleibt das Selbst stets „unfertig“ – geprägt von Erinnerungen, Erwartungen, Krisen und Veränderungen?
Das Seminar widmet sich filmischen Erzählungen über Identität, Selbstfindung und Selbstverlust. Im Mittelpunkt stehen Figuren, die sich mit sozialen Rollen, familiären Erwartungen, biografischen Brüchen oder den Grenzen ihrer eigenen Erinnerung auseinandersetzen müssen. Dabei werden Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Alter nicht als voneinander getrennte Lebensphasen betrachtet, sondern als unterschiedliche Stationen eines fortwährenden Prozesses der Selbstwerdung.
Gemeinsam werden wir ausgewählte Spielfilme sichten und uns durch das Filmgespräch als medienpädagogisches Werkzeug der Filmbildung vertiefend mit ihnen auseinandersetzen. Im Fokus steht dabei nicht das bloße Konsumieren, das passive „Schauen“, sondern ein aktives „Lesen“ der Filme. Wie erzählen Filme von Identität? Welche Vorstellungen vom Selbst werden sichtbar? Welche Rolle spielen Erinnerung, Imagination, soziale Normen oder persönliche Krisen? Und wie machen filmische Bilder, Figuren und Erzählstrukturen solche Prozesse erfahrbar?
In der gemeinsamen Reflexion können alle Themen diskutiert werden, die sich sowohl aus den einzelnen Filmen als auch aus dem übergreifenden Seminarkontext ergeben. Das Seminar verbindet film- und kulturwissenschaftliche Perspektiven mit medienpädagogischen Fragen nach Selbstbildern, sozialen Rollen und biografischen Veränderungsprozessen und untersucht, wie Filme solche Prozesse sichtbar machen, erzählen und erfahrbar werden lassen.
In dieser Veranstaltung findet ein Platzvergabeverfahren statt. Bitte informieren Sie sich hier über den Ablauf: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/studium-und-lehre/studiendekanat/studienorganisation/platzvergabe/
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| one-time | Fr | 15-16 | ONLINE | 18.12.2026 | Vorbesprechung online |
| block | Block | 10-17 | 16.-17.01.2027 | ||
| block | Block | 10-17 | 06.-07.02.2027 |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Für eine 𝗯𝗲𝗻𝗼𝘁𝗲𝘁𝗲 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗯𝗲𝗻𝗼𝘁𝗲𝘁𝗲 𝗣𝗿ü𝗳𝘂𝗻𝗴𝘀𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 ist eine wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von ca. 4.500 Wörtern (etwa 15 gehaltvolle Seiten) zu verfassen. Darin soll eine eigenständig entwickelte Fragestellung/These in Bezug auf die Seminarthematik bearbeitet werden. Die Arbeit kann unabhängig von der im Seminar behandelten Filmauswahl konzipiert sein, sollte jedoch inhaltlich erkennbar an die thematischen Schwerpunkte des Seminars anknüpfen und diese reflektieren.
Im Rahmen der 𝗦𝘁𝘂𝗱𝗶𝗲𝗻𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 sind fünf Diskussionsreflexionen (je circa eine DIN A4-Seite) anzufertigen. Dabei sollen ausgewählte Aspekte aus den gemeinsamen Filmgesprächen aufgegriffen, individuell kommentiert und weitergedacht werden. Es soll jeweils sowohl ein zentraler Diskussionspunkt als auch die eigene Perspektive darauf klar und nachvollziehbar zum Ausdruck gebracht werden.