Seit den 1980er-Jahren gilt Studio Ghibli als einer der einflussreichsten Akteure des globalen Animationskinos. „Studio Ghibli’s films have become well-known in Japan and abroad” (Hu 2010: 105). Obwohl Ghiblis Werke fest im Segment des Kinder- und Familienkinos verankert sind, erreichen sie zugleich ein erwachsenes Publikum und haben sich zu einem zentralen Referenzpunkt transnationaler Populärkultur entwickelt, sodass „Studio Ghibli becomes an artistic ideal, seeping into global consciousness and acting as a benchmark for animated fantasy“ (Denison 2023: 2).
Es lohnt sich entsprechend einen genaueren Blick auf die Narrative zu werfen, die in den Animationsfilmen von Studio Ghibli (immer wieder) auftreten. Welche Ideale werden transportiert? Welche gesellschaftlichen Vorstellungen werden reproduziert – und wo werden sie vielleicht auch hinterfragt oder neu verhandelt? Wie werden Familie, Freundschaft, Individualität oder Held:innentum erzählt?
Im Seminar werden wir auch ausgewählte Animationsfilme von Studio Ghibli gemeinsam sichten und uns durch das Filmgespräch als medienpädagogisches Werkzeug der Filmbildung vertiefend mit ihnen auseinandersetzen. Dabei steht nicht das bloße Konsumieren, das passive „Schauen“ im Vordergrund, sondern ein aktives „Lesen“ der Filme – mit Blick auf Erzählweise, Gestaltung und thematische Tiefe.
Entsprechend des Seminartitels wird die Filmauswahl fernab der Klassiker liegen: Neben 𝘔𝘦𝘪𝘯 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘣𝘢𝘳 𝘛𝘰𝘵𝘰𝘳𝘰, 𝘊𝘩𝘪𝘩𝘪𝘳𝘰𝘴 𝘙𝘦𝘪𝘴𝘦 𝘪𝘯𝘴 𝘡𝘢𝘶𝘣𝘦𝘳𝘭𝘢𝘯𝘥, 𝘋𝘢𝘴 𝘚𝘤𝘩𝘭𝘰𝘴𝘴 𝘪𝘮 𝘏𝘪𝘮𝘮𝘦𝘭, 𝘋𝘢𝘴 𝘸𝘢𝘯𝘥𝘦𝘭𝘯𝘥𝘦 𝘚𝘤𝘩𝘭𝘰𝘴𝘴, 𝘒𝘪𝘬𝘪'𝘴 𝘬𝘭𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘓𝘪𝘦𝘧𝘦𝘳𝘴𝘦𝘳𝘷𝘪𝘤𝘦, 𝘗𝘳𝘪𝘯𝘻𝘦𝘴𝘴𝘪𝘯 𝘔𝘰𝘯𝘰𝘯𝘰𝘬𝘦, 𝘗𝘰𝘯𝘺𝘰 oder zuletzt 𝘋𝘦𝘳 𝘑𝘶𝘯𝘨𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘳 𝘙𝘦𝘪𝘩𝘦𝘳 hat Ghibli noch viele Filme mehr zu bieten, die beispielsweise nicht von den Studio-Mitbegründern Hayao Miyazaki und Isao Takahata realisiert worden sind. Und genau diesen Filmen wollen wir uns im Seminar widmen.
Die Filme werden in der Originalfassung mit Untertiteln geschaut. In der gemeinsamen Reflexion können alle aufkommenden Thematiken diskutiert werden, die sich sowohl aus der Auseinandersetzung mit den einzelnen Filmen als auch aus dem übergreifenden Kontext des Seminarthemas ergeben.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| einmalig | Fr | 15:00-16:00 | ONLINE | 19.06.2026 | Verpflichtende Vorbesprechung |
| einmalig | Sa | 10-17 | 04.07.2026 | ||
| einmalig | So | 10-17 | 05.07.2026 | ||
| einmalig | Sa | 10-17 | 25.07.2026 | ||
| einmalig | So | 10-17 | 26.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
Für eine 𝗯𝗲𝗻𝗼𝘁𝗲𝘁𝗲 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗯𝗲𝗻𝗼𝘁𝗲𝘁𝗲 𝗣𝗿ü𝗳𝘂𝗻𝗴𝘀𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 ist eine wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von ca. 4.500 Wörtern (etwa 15 gehaltvolle Seiten) zu verfassen. Darin soll eine eigenständig entwickelte Fragestellung oder These in Bezug auf die Seminarthematik bearbeitet werden. Die Arbeit kann unabhängig von der im Seminar behandelten Filmauswahl konzipiert sein, sollte jedoch inhaltlich erkennbar an die thematischen Schwerpunkte des Seminars anknüpfen und diese reflektieren.
Im Rahmen der 𝗦𝘁𝘂𝗱𝗶𝗲𝗻𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 sind fünf Diskussionsreflexionen anzufertigen. Dabei sollen ausgewählte Aspekte aus den gemeinsamen Filmgesprächen aufgegriffen, individuell kommentiert und weitergedacht werden. Die Länge der Texte ist nicht festgelegt, sollte jedoch so gewählt sein, dass sowohl ein zentraler Diskussionspunkt als auch die eigene Perspektive darauf klar und nachvollziehbar zum Ausdruck kommen.