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260025 Was versteht die Wissenschaft (S) (WiSe 2019/2020)

Inhalt, Kommentar

Verstehen wurde lange Zeit als ein für die Philosophie unwichtiges oder uninteressantes Konzept angesehen. In der Erkenntnistheorie hat man sich auf das Konzept Wissen konzentriert. Man wollte, und will nach wie vor, herausfinden, was es eigentlich heißt, etwas zu wissen, wie Wissen erlangt und gerechtfertigt wird. In der Wissenschaftsphilosophie lag ein ähnlicher Fokus auf dem Konzept der Erklärung. Man hat untersucht und diskutiert, was eine objektiv richtige Erklärung ist, wie Erklärungen mit Theorien und Beobachtungen zusammenhängen und was der Unterschied zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Erklärungen ist. Verstehen wurde, wenn überhaupt, als psychologisches und subjektives Nebenprodukt von Erklärungen betrachtet, welches keiner weiteren philosophischen Analyse bedarf.

Diese Ansicht hat sich in den letzten Jahren geändert. In der Erkenntnistheorie hat sich gezeigt, dass Theorien der Rechtfertigung in Bezug auf Wissen problematisch sind, im Fall von Verstehen aber plausibel erscheinen. In der Wissenschaftsphilosophie lag dieser Wandel zum einen an dem sog. „Practice Turn“, der Einsicht, dass die tatsächlich ausgeübte wissenschaftliche Praxis eine zentrale Rolle einnimmt und philosophischer Reflexion bedarf, und zum anderen an der Debatte um die nicht eliminierbaren Werte in den Wissenschaften, die gezeigt hat, dass es keine „objektive“ Wissenschaft gibt.

Es hat sich eine rege Debatte in der Erkenntnistheorie, in der Wissenschaftsphilosophie und zwischen den beiden Disziplinen zu dem Thema Verstehen entwickelt. Wir Menschen wollen unsere Welt und die Phänomene, die in ihr stattfinden, verstehen, sei es der Klimawandel, Elektromagentismus, oder Wirtschaftsentwicklungen. Ein Phänomen zu verstehen ist eine kognitive Errungenschaft. Die Wissenschaft leistet einen zentralen und einzigartigen Beitrag zu diesem Ziel. Aber was genau bedeutet es, ein Phänomen zu verstehen? Wie hängt Verstehen mit anderen Konzepten wie Wissen und Erklärung zusammen? Ist das von der Wissenschaft generierte Verstehen (scientific understanding) in irgendeiner Form anders oder besonders im Vergleich zu anderen Formen von Verstehen?

Diese und weitere Fragen in Bezug auf die philosophische Analyse von Verstehen werden in diesem Seminar diskutiert. Als Grundlage dafür dient aktuelle Literatur aus der Erkenntnistheorie und der Wissenschaftsphilosophie.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Empfohlene Vorkenntnisse:
Abschluss des ersten Studienjahres (beide Grundkurse, Philosophischer Einstieg und Philosophisches Schreiben).

Literaturangaben

De Regt, H. W., Leonelli, S. & Eigner, K. (Eds.) (2009), Scientific Understanding: Philosophical Perspectives. Pittsburgh, University of Pittsburgh Press.

De Regt, H. (2017), Understanding Scientific Understanding. New York, Oxford University Press.

Elgin, C. Z. (2017), True Enough. Cambridge (MA) and London, MIT Press.

Grimm, S. R., Baumberger, C. & Ammon, S. (Eds.) (2017), Explaining Understanding. New Perspectives from Epistemology and Philosophy of Science. New York and London, Routledge.

Khalifa, K. (2017), Understanding, Explanation and Scientific Knowledge. Cambridge, Cambridge University Press.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Di 10-12 C01-258 07.10.2019-31.01.2020

Klausuren

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
25-FS-EM Einführungsmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
25-FS-GM Grundlagenmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
26-GL_WP Grundlagen Wissenschaftsphilosophie Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
26-HEPS-HM3 Hauptmodul 3: Methoden in der Wissenschaft Methoden in der Wissenschaft I Studienleistung
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Methoden in der Wissenschaft II benotete Prüfungsleistung
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26-HM_TP1_WP Hauptmodul TP1: Wissenschaftsphilosophie Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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26-VRPS Vorbereitung und Reflexion des Praxissemesters (HRGe/GymGe) Fachwissenschaftliche Erweiterung Studienleistung
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26-VT_WP Vertiefung Wissenschaftsphilosophie Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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30-M11 Vernetzung: Sozialwissenschaftliche Nachbardisziplinen Seminar Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen

Voraussetzung für die Vergabe von 3 Leistungspunkten ist das Erbringen des schriftlichen oder mündlichen Beitrags im Umfang von maximal 1200 Wörtern bzw. 10-20 Minuten. Die genauen Anforderungen werden zu Veranstaltungsbeginn bekannt gegeben.

Lernraum
TeilnehmerInnen
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