Thema, Einführung, Überblick
Jesus aus dem Städtchen Nazareth verkündigte in Galiläa die Nähe des Reiches Gottes; Jüdinnen und Juden nahmen seine Botschaft an und folgten ihm, aber seine Botschaft stieß auch auf scharfe religiöse Kritik. Als nach Jesu Kreuzigung der Glaube an Jesu Auferweckung durch Gott entstand, begannen die Glaubenden, ihre „gute Botschaft“ (Evangelium) von Jesu Tod und Auferweckung zu verkündigen, denn Jesus war für sie der von Gott gesandte Messias, der „Gesalbte“, Christos. Gemeinden der an diese Botschaft Glaubenden entstanden in Jerusalem und in Judäa, dann darüber hinaus im ganzen Osten des Römischen Reiches. Die ersten Christusgläubigen waren als Juden davon überzeugt, dass in Jesu Leben und Sterben Gott selbst gehandelt hatte; die große Mehrheit der Juden aber wies diese Botschaft zurück. Unter den Christusgläubigen entwickelte sich die Vorstellung, das Evangelium gelte nicht nur Menschen aus dem Volk Israel, sondern allen Menschen, den „Völkern“. Zuerst wohl in der syrischen Stadt Antiochia am Orontes entstand eine Gemeinde, der Juden und Nichtjuden angehörten. Zwischen Juden, die die Botschaft von der Auferweckung des Gekreuzigten verwarfen, und jenen, die daran glaubten und dazu bereit waren, mit Menschen aus den „Völkern“ in einer Gemeinde zu leben, kam es zu religiösen Spannungen und dann auch zur formalen Trennung zwischen Juden und den dann als „Christen“ (Christiani) bezeichneten Christusgläubigen.
Im Seminar sollen zuerst Texte aus den Evangelien zur Beziehung zwischen Jesus und seinen Kritikern gelesen und auch nach den Gründen für die Hinrichtung Jesu gefragt werden. Danach sollen auf Grundlage der Apostelgeschichte des Lukas und der erhaltenen Briefe des Paulus die Beziehungen zwischen den nicht an Christus glaubenden Juden und den „Christen“ nachgezeichnet werden.
In einem abschließenden Teil des Seminars wird anhand neuerer Texte nach dem gegenwärtigen Verhältnis von Judentum und Christentum gefragt werden.
Lehr- bzw. Lernziele
Den Studierenden beschäftigen mit einer zentralen Frage der neutestamentlichen Theologie und gewinnen eine biblische Perspektive – oder mehrere biblische Perspektiven – im Blick auf die im aktuellen theologischen Diskurs wichtige Frage eines in der Gegenwart möglichen christlich-jüdischen Dialoges.
Arbeitsweise
Lektüreseminar, Diskussion wird erbeten und erwünscht; deduktives und induktives Lernen
Einen knappen Überblick über das Judentum im hellenistisch-römischer Zeit gibt das Buch: Andreas Lindemann/Jens Schröter/Konrad Schwarz, Arbeitsbuch zum Neuen Testament, UTB 52, Tübingen 15. Auflage, 2024, S. 554-571.
Sehr lohnend ist die Lektüre von Udo Schnelle, Die getrennten Wege von Römern, Juden und Christen. Religionspolitik im 1. Jahrhundert n. Chr., Tübingen 2019.
Zur aktuellen Situation: Kirche und Israel. Ein Beitrag der reformatorischen Kirchen Europas zum Verhältnis von Christen und Juden, Leuenberger Texte 6, Frankfurt am Main 2001 (auch als pdf im Internet).
Außerdem: Art. 1 der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen (pdf im internet).
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| one-time | Fr | 8-18 | 19.06.2026 | ||
| one-time | Sa | 8-18 | 20.06.2026 | ||
| one-time | So | 8-18 | 21.06.2026 |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studieren ab 50 |
Prüfungsform
mündliche Prüfung