Dass sich in den letzten zwei Dekaden eine Strömung erziehungswissenschaftlicher Forschung etablieren konnte, die pädagogische Verhältnisse aus einer differenz- und herrschaftskritischen Perspektive erforscht und dabei Gewalt- und Ungleichheitsverhältnisse offenlegt und delegitimiert, kann u.a. als eine Errungenschaft politischer und diskursiver Kämpfe interpretiert werden.
In Zeiten eines Erstarkens rechtspopulistischer Strömungen und vor dem Hintergrund multipler Krisenthematisierungen (weltweit, aber auch bezogen auf Ressourcenknappheiten im Feld der bundeslandspezifischen Bildungseinrichtungen) wird die Legitimität der normativen Gerechtigkeitsorientierung und ihre Realisierbarkeit in verstärkter Weise jedoch öffentlich in Frage gestellt. Mit diskurs- und hegemo-nietheoretischen Perspektiven können diese Entwicklungen als ‚Konjunkturen‘ bzw. vorübergehende hegemoniale Schließung beschrieben werden, die spezifische historisch-politische Kräfteverhältnisse bündeln und Normalitätsordnungen begründen. Mit differenzkritischen Perspektiven werden diese Entwicklungen als Deutungskämpfe um gewaltvolle Ordnungen des Ein- und Ausschlusses sichtbar. Wie wirken sich diese Deutungskämpfe auf Erziehungswissenschaft und Felder pädagogischen Handelns (wie Schule, Soziale Arbeit, Jugend- und Erwachsenenbildung) aus?
In dem Seminar werden wir uns unterschiedlichen analytischen Perspektiven nähern, mit denen aktuelle Entwicklungen in erziehungswissen-schaftlichen Feldern, aber auch in konkreten pädagogischen Handlungsfeldern (wie Schule, Soziale Arbeit, Jugend- und Erwachsenenbildung etc.) befragt werden können. Weiterhin wird im Seminar die Möglichkeit geboten, Recherche- und Diskussionsergebnisse während des Festivals "Denken.Fühlen.Handeln - Ein Zukunftsfestival für planetarische Gerechtigkeit" im Juli 2026 sichtbar zu machen.
Master of Arts: Voraussetzung ist die Einschreibung im Master of Arts Erziehungswissenschaft im SoSe 2026
M.Ed. UFP: Voraussetzung ist die Einschreibung im Master of Education Unterrichtsfach Pädagogik im SoSe 2026
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Do | 14-16 | 16.04.-23.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.