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220044 Herrscherdidaxe und Regierungslehre (8.-16. Jh.) (S) (WiSe 2019/2020)

Inhalt, Kommentar

Fürstenspiegel oder Ständelehren geben zeitgebundene Muster der Ausdeutung und Gestaltung von Welt zu erkennen. Aber solche Beschreibungen können sowohl als fromme Identitätstexte als auch als politische Instrumente zur Verfestigung von Rang und Abhängigkeit ausgelegt werden. Anhand von einschlägigen Diskursen - Ivo von Chartres, Thomas von Aquin, Johannes von Salisbury, Johannes Quidort, Wilhelm von Ockham, Marsilius von Padua, Nikolaus von Kues, Erasmus von Rotterdam - wollen wir Beobachtungs- und Auswertungsmöglichkeiten für das oft thematisierte Paradigma zu vermessen. Auch Stadtregimentslehren und Bürgermeisterspiegel versuchten, die Ordnung eines bedeutenden Ausschnitts städtischer Existenzbedingungen zu formulieren. Obwohl die stadtherrlichen Eingriffsrechte in urbanen Zentren zurückgedrängt waren, thematisiert diese Ratsliteratur – anders als Ständedidaxen – das Verhältnis der Bürgergemeinde zum Fürsten, etwa die Vertretung der Stadt auf dem Landtag oder die Abwehr landesherrlicher Steuerforderungen. In ausgewählten Fallstudien soll diese besondere Beziehung zum Fürsten vergleichend untersucht werden. Neben den spezifischen Handlungsprinzipien der städtischen Verwaltung treten stets die Verpflichtungen der Stadt gegenüber dem Herren. Umgekehrt waren Fürstenspiegel zur Prinzenerziehung gerade in der Urbanität einer Residenz entstanden.

Literaturangaben

Wien, Michael (Hg.): Francesco Petrarca, Über den Fürsten: Lateinisch und Deutsch (Rerum Senilium Liber XIV, epistola prima) Norderstedt 2005 (Biblioteca Petrarchesca 1); Von der Gönna, Gerd (Hg.): Giovanni Pico della Mirandola, Oratio de hominis dignitate. Rede über die Würde des Menschen. Stuttgart 2009 (Reclams Universal-Bibliothek 9658); Hammerstein, Notker (Hg.): Staatslehre der frühen Neuzeit. Frankfurt am Main 1995 (Bibliothek der Geschichte und Politik. 16. Bibliothek deutscher Klassiker 130); Bierschwale, Heike (Hg.): Wie man eine Stadt regieren soll deutsche und niederländische Stadtregimentslehren des Mittelalters. Frankfurt am Main [u.a.] 2005 (Medieval to early modern culture 8); Monnet, Pierre (Hg.): Stadt und Recht im Mittelalter. Göttingen 2003 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 174), S. 215-479; Poeck, Dietrich: Rituale der Ratswahl. Zeichen und Zeremoniell der Ratssetzung in Europa (12.-18. Jahrhundert). Köln 2003 (Städteforschung A, 60).

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Di 12-14 C01-252 08.10.2019-28.01.2020

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22-4.2 Mastermodul Geschichtswissenschaft: Vormoderne
4.2.2
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4.2.2
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4.2.2
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