Künstliche Intelligenz wird im Film häufig als Bedrohung inszeniert (𝘛𝘩𝘦 𝘛𝘦𝘳𝘮𝘪𝘯𝘢𝘵𝘰𝘳, 𝘛𝘩𝘦 𝘔𝘢𝘵𝘳𝘪𝘹, 𝘛𝘳𝘢𝘯𝘴𝘤𝘦𝘯𝘥𝘦𝘯𝘤𝘦), also als außer Kontrolle geratene Technologie, die sich gegen den Menschen richtet. Doch was passiert, wenn künstliche Intelligenz nicht als apokalyptische Zukunftsvision, sondern als Teil menschlicher Lebenswelten erzählt wird? Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, wenn künstliche Systeme zu Begleiter:innen, Pflegekräften, Freund:innen, Partner:innen oder eigenständigen sozialen Akteur:innen werden? Und wo verlaufen die Grenzen zwischen programmiertem Verhalten, emotionaler Bindung und selbstbestimmtem Handeln?
Das Seminar widmet sich filmischen Repräsentationen von Mensch-Maschine-Verhältnissen und untersucht, wie künstliche Intelligenz in soziale, emotionale und normative Zusammenhänge eingebunden wird. Im Mittelpunkt stehen Figuren und Konstellationen, in denen Menschen und künstliche Entitäten miteinander leben, Beziehungen eingehen, Verantwortung füreinander übernehmen oder Vorstellungen von Nähe, Autonomie und Zugehörigkeit neu aushandeln. Dabei wird künstliche Intelligenz nicht allein als technologische Entwicklung betrachtet, sondern als erzählerischer Ausgangspunkt für Fragen danach, was ein soziales Gegenüber ausmacht und unter welchen Bedingungen solchen Formen künstlicher Existenz Subjektivität oder ein moralischer Status zugeschrieben werden.
Zusammen werden wir ausgewählte Spielfilme sichten und uns durch das Filmgespräch als medienpädagogisches Werkzeug der Filmbildung vertiefend mit ihnen auseinandersetzen. Im Fokus steht dabei nicht das bloße Konsumieren, das passive „Schauen“, sondern ein aktives „Lesen“ der Filme. In der gemeinsamen Reflexion können alle Themen diskutiert werden, die sich sowohl aus den einzelnen Filmen als auch aus dem übergreifenden Seminarkontext ergeben. Das Seminar verbindet film- und kulturwissenschaftliche Perspektiven mit medienpädagogischen Fragen nach sozialen Beziehungen, normativen Ordnungen und Vorstellungen von Subjektivität und untersucht, wie Filme dieses Verhältnis zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz entwerfen, bewerten und als mögliche Form gesellschaftlichen Zusammenlebens erfahrbar werden lassen.
Wenn Sie diese Veranstaltung als BiWi-Import-/Export-Veranstaltung studieren, beachten Sie bitte folgende Hinweise:
Weitere Informationen zum BiWi-Import finden Sie auf der Webseite der BiSEd https://www.uni-bielefeld.de/einrichtungen/bised/studiumlehramt/studierende/weitere-informationen/#tabs-comp_000064239bad_00000051c4_55f4
Hammele, N. (2024). Künstliche Intelligenz im Film: Narrative und ihre Entwicklung von 1970 bis 2020. transcript. https://doi.org/10.1515/9783839467947
Huckvale, D. (2024). Artificial intelligence in the movies: A history. McFarland.
Murphy, P. (2024). AI in the movies. Edinburgh University Press. https://doi.org/10.3366/edinburgh/9781474448581.001.0001
Rhee, J. (2018). The robotic imaginary: The human and the price of dehumanized labor. University of Minnesota Press. https://doi.org/10.5749/j.ctv62hh4x
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| one-time | Fr | 14-15 | ONLINE | 18.12.2026 | Vorbesprechung online |
| one-time | Sa | 10-17 | H8 | 09.01.2027 | |
| one-time | So | 10-17 | H8 | 10.01.2027 | |
| one-time | Sa | 10-17 | H8 | 30.01.2027 | |
| one-time | So | 10-17 | H8 | 31.01.2027 |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Für eine 𝗯𝗲𝗻𝗼𝘁𝗲𝘁𝗲 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗯𝗲𝗻𝗼𝘁𝗲𝘁𝗲 𝗣𝗿ü𝗳𝘂𝗻𝗴𝘀𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 ist eine wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von ca. 4.500 Wörtern (etwa 15 gehaltvolle Seiten) zu verfassen. Darin soll eine eigenständig entwickelte Fragestellung/These in Bezug auf die Seminarthematik bearbeitet werden. Die Arbeit kann unabhängig von der im Seminar behandelten Filmauswahl konzipiert sein, sollte jedoch inhaltlich erkennbar an die thematischen Schwerpunkte des Seminars anknüpfen und diese reflektieren.
Im Rahmen der 𝗦𝘁𝘂𝗱𝗶𝗲𝗻𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 sind fünf Diskussionsreflexionen (je circa eine DIN A4-Seite) anzufertigen. Dabei sollen ausgewählte Aspekte aus den gemeinsamen Filmgesprächen aufgegriffen, individuell kommentiert und weitergedacht werden. Es soll jeweils sowohl ein zentraler Diskussionspunkt als auch die eigene Perspektive darauf klar und nachvollziehbar zum Ausdruck gebracht werden.