Die Wissenschaftstheorie fragt im Grunde danach, wie die Wissenschaft selbst funktioniert (Carrier 2006: 9). Wie kommen Wissenschaftler*innen zu ihren Ergebnissen? Was versteht man eigentlich unter „wissenschaftlichen“ Studien? Wer entscheidet auf welche Art und Weise, was als wissenschaftliches Wissen gilt und was nicht? Das sind beispielhafte Fragen, auf welche die Wissenschaftstheorie verschiedene Antworten gibt. In diesem Seminar wollen wir uns mit ebensolchen Fragen und Antworten beschäftigen, indem wir uns verschiedene wissenschaftstheoretische Ansätze anschauen und darüber diskutieren. Im Vordergrund steht dabei immer die Frage: Was können wir aus diesen abstrakten theoretischen Ansätzen für unser eigenes wissenschaftliches bzw. soziologisches Arbeiten mitnehmen?
Das Seminar soll eine Einführung in die Wissenschaftstheorie leisten, es werden keinerlei Vorkenntnisse vorausgesetzt. Wir wollen uns vielmehr gemeinsam ein für die Soziologie relevantes Themenfeld erschließen, womit wir alle noch nicht intensiv vertraut sind.
Das Seminar ist als Studiengruppe konzipiert. Das bedeutet, dass die Seminarsitzungen von Studierenden organisiert und geleitet werden! Dieses Format hat mehrere Vorteile: Erstens haben die Teilnehmenden einen großen Anteil an der inhaltlichen Gestaltung des Seminars. Welche Texte wir im Seminar lesen, werden wir gemeinsam im Kurs entscheiden. Dabei sind alle Anregungen und Ideen gerne gesehen. Zweitens ist das Seminar nicht auf frontale Wissensvermittlung gerichtet, sondern auf gemeinsame Diskussionen, bei denen wir gegenseitig voneinander lernen können. Drittens bietet die Studiengruppe auch die Möglichkeit, die eigene Bachelorarbeit vertrauensvoll mit akademischen Peers zu diskutieren. Die Bachelorarbeit muss sich nicht zwangsweise auf das Thema der Studiengruppe beziehen.
Studien- und Prüfungsleistung
Auch in der Studiengruppe können nach Absprache mit Dr. Martin Weißmann Studien- und Prüfungsleistungen erbracht werden. In der Studiengruppe können wir gerne über diese Einzelleistungen sprechen. Bei weiteren Fragen wendet euch gerne an tobias.dombrowsky@uni-bielefeld.de.
Literaturangaben (und erste Vorschläge)
Becker, H.S., 2017: Evidence. Chicago; London: The University of Chicago Press.
Carrier, M., 2006: Wissenschaftstheorie zur Einführung. Hamburg: Junius.
Kuhn, T., 1979: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Lemert, C.C., 2012: Social Things. An Introduction to the Sociological Life. Lanham: Rowman & Littlefield.
Mills, C.W., 2016: Soziologische Phantasie. Wiesbaden: Springer VS.
Popper, K., 2013: Logik der Forschung. Berlin: Akademie Verlag.
Schnädelbach, H., 2002. Erkenntnistheorie zur Einführung. Hamburg: Junius.
Schurz, G., 2014: Einführung in die Wissenschaftstheorie.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mi | 18-20 | 13.04.-24.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.