Was soll das Böse in der Welt? Was soll das Böse in der Literatur? Wozu dient Kriminalliteratur? Inwiefern hilft uns das literarische Böse das Böse in der Welt begreifbar zu machen? Die Entwicklung des Kriminalromans, vorab der Detektivgeschichte, ist eng verknüpft mit der gesellschaftlichen Entwicklung durch die Industrialisierung. (Diese gesellschaftliche Entwicklung führt so weit, dass zu fragen sein wird, welche Bedeutung der Regionalkrimi in einer (neo)kapitalistischen Gesellschaft besitzt.) Im Seminar soll diese Faszination verfolgt werden, indem von der Gothic Novel, der Schauergeschichte, in der das Unheimliche als narratives Moment maßgeblich für die Erzählstruktur verantwortlich ist, die Erzählstruktur und die Figurenkonstellation des Detektivromans hin zum Kriminalroman bis zum Thriller die Charakteristika studiert werden. Charakteristisch für diese Literaturgattung ist, dass es nicht um schöngeistige Unterhaltung geht, sondern um das Nachzeichnen, das Greifbarmachen der dunklen Seite einer Gesellschaft. Wie, womit und warum dieser gesellschaftliche Schatten dargestellt wird, verhandelt sich dabei scheinbar im stetig sich gleichendem Muster. Und doch ist für die Darstellung eines Verbrechens in einer Gesellschaft kein Weg wie der andere, die Variation der Möglichkeiten wird zum zentralen Element des Spannungsbogens.
Im Seminar soll mittels ausgewählter Literatur erarbeitet werden, 1.) wie sich diese Literaturgattung entwickelte, welche Merkmale dieses Genre auszeichnet (von der Gothic Novel bis zum Thriller), 2.) welche sozialhistorischen Entwicklungen die Gattung des Kriminalromans haben entstehen lassen, 3.) welche Charakteristika seinen Erfolg ausmachen, 4.) welche Bedeutung der Darstellung des Bösen im Laufe der Genreentwicklung zukommt, 5.) inwiefern sich an den dargestellten Gesellschaftsmustern Menschentypen definieren, manifestieren oder auch auflösen.
Auch die stetig erfolgreicheren "historischen" Kriminalromane (z.B. Volker Kutscher) können in der Literaturanalyse diskutiert werden.
Anhand einer Auswahl klassischer Werke sollen die Facetten des Kriminalromans nachgezeichnet werden. Zu diesem Kanon gehören E.T.A. Hoffmann "Das Fräulein von Scuderi", Edgar Allan Poe "Die Morde in der Rue Morgue", Sir Arthur Conan Doyle "Sherlock Holmes und seine Fälle", Agatha Christie "Der Orientexpress", "Alibi", "Vorhang" (für jene, die bereits mit Poirot vertraut sind), "Karibische Affaire", "Das Schicksal in Person", George Simenons "Maigret", Raymond Chandler "Der große Schlaf", Dashiell Hammet "Der Malteser Falke", Friedrich Dürrenmatt "Der Verdacht" sowie "Der Richter und sein Henker", Friedrich Glauser
Bitte lesen Sie Kriminalerzählungen von mindestens zwei der genannten AutorInnen vor Semesterbeginn.
Als Studienleistung ist die Bearbeitung von zwei Arbeitsfragen sowie einem Referat (ca. 10 Minuten) vorgesehen. Die Arbeitsfragen sind im Lernraum auffindbar.
Die Einzelleistung wird v.a. durch das Verfassen einer Hausarbeit im Umfang von ca. 15 Seiten erbracht.
Zentrale Voraussetzung der Seminarteilnahme ist der unbedingte Lesewille. Es müssen sowohl Primär- als auch Sekundärtexe miteinander bearbeitet werden, so dass eine Seminarteilnahme kaum möglich ist, wenn die literarische Grundlage nicht geschaffen wurde.
Nusser: Der Kriminalroman.
Vogt: Der Kriminalroman - Poetik, Theorie, Geschichte.
Suerbaum: Krimi. Eine Analyse der Gattung
Mandel: Ein schöner Mord.
Buchloh/Becker: Der Detektiverzählung auf der Spur. Essays zur Form und Wertung der englischen Detektivliteratur.
Kniesche: Einführung in den Kriminalroman.
Löffler/Späth: Geschichte der englischen Kurzgeschichte.
Im Lernraum wie auch im Semesterapparat werden Sie eine Vielzahl an hilfreicher Literatur finden.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| one-time | Mi | 12-14 | T2-205 | 11.10.2017 | Besprechungstermin |
| every two weeks | Mi | 12-16 | T2-205 | 16.10.2017-02.02.2018
not on: 11/1/17 / 12/27/17 |
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| one-time | Mi | 12-16 | U2-233 | 25.10.2017 | |
| one-time | Mi | 14-16 | H14 | 25.10.2017 |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studieren ab 50 |