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Forschende ziehen Bilanz: Das Soziale im globalen Süden (Nr. 69/2019)

Veröffentlicht am 3. Juli 2019, 13:00 Uhr
Internationale Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)

Die Länder des globalen Südens wie Brasilien, Indien, China oder Südafrika machen vor allem wegen ihres Wirtschaftswachstums und ihrer sozialen Probleme von sich reden. Weniger bekannt ist, dass die Staaten zugleich ihr soziales Engagement enorm ausgebaut haben. Die internationale Forschungsgruppe „Understanding Southern Welfare: Ideational and historical foundations of social policies in Brazil, India, China and South Africa” (“Das Soziale im globalen Süden. Geschichte und Ideen der Sozialpolitik in Brasilien, Indien, China und Südafrika“) hat nach mehrjährigen Vorarbeiten fünf Monate lang am ZiF zu diesem Thema geforscht. Sie konnte erstmals zeigen, dass das Soziale im globalen Süden schon seit hundert Jahren Recht und Politik beschäftigt. Ihre Ergebnisse diskutieren die Forscherinnen und Forscher auf der Abschlusstagung der Gruppe, die am 11. und 12. Juli am ZiF stattfindet, mit internationalen Gästen. 


„Wir haben uns bemüht, das neue ‚Soziale‘ im globalen Süden zu verstehen, ohne verengende Kategorien aus dem globalen Norden anzulegen. Dazu haben wir hier mit Kolleginnen und Kollegen unter anderem aus Hongkong, Taipeh, Delhi, Johannesburg, Cape Town und Rio de Janeiro zusammengearbeitet“, so die Bielefelder Rechtswissenschaftlerin Professorin Dr. Ulrike Davy, die gemeinsam mit dem Bielefelder Soziologen Professor Lutz Leisering PhD die Forschungsgruppe leitet. Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler waren an der Gruppe ebenso beteiligt wie Forschende aus der Soziologie, Politologie, Geschichte, Bodenpolitik und Entwicklungsökonomik.

Themen der Forschungsgruppe waren unter anderem soziale Wertvorstellungen und Rechte im Kontext der nationalen Verfassungen und die Expansion staatlicher sozialer Sicherung im Kontext von Wirtschaftswachstum, Modernisierung und Entwicklung. 

„Im Laufe unserer Arbeit haben wir Staaten und Entwicklungen verglichen und gesehen, wie viele Faktoren die Sozialpolitik mitbestimmen. Es gibt keine ideale Lösung, die für alle passen würde“, so der FG-Leiter Lutz Leisering. Auf der Abschlusstagung stellen die ZiF-Fellows ihre Ergebnisse vor, diskutieren mit internationalen Gästen und fragen nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Sozialpolitik des Globalen Südens. 

Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen, über die Tagung zu berichten. Die Tagungssprache ist Englisch.

Weitere Informationen und das Tagungsprogramm
https://www.uni-bielefeld.de/(de)/ZiF/FG/2018Welfare/Events/07-11-Davy.html

Kontakt
Marina Hoffmann, Universität Bielefeld   
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)
Telefon: 0521.106-2768   
E-Mail: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de
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