In diesem Seminar setzen wir uns mit der Kritik der westlichen Moderne auseinander, um der kapitalistischen Ausbeutung von Mensch und Natur, der staatlichen Gewalt und ihrer globalen Eskalation, und schließlich der planetarischen Krise auf den Grund zu gehen. In den Fokus unserer Untersuchungen stellen wir dabei den modernen westlichen Rationalismus und seine Kehrseiten: die Säkularisierung und Entzauberung der Welt.
Seit der Aufklärung wird der westliche Rationalismus als welthistorischer Bruch mit Magie und Aberglauben, als Überwindung hierarchischer und despotischer Traditionen, als fortschreitende Beherrschung der Natur und unaufhaltsame Entmystifizierung von Verzauberungen durch rationale Vernunft, Wissenschaft und Technik gefeiert. Im Seminar untersuchen wir diesen Rationalismus allerdings nicht affirmativ, sondern kritisch als kulturelle Quelle der Verdinglichung von Erde, Tier und Mensch (und ihrer Reduktion auf ökonomische und politische Ressourcen), der Verdrängung von Moral und Transzendenz, und damit als kulturelle Ermöglichungsbedingung des kapitalistischen Wirtschaftens und der rationalen Herrschaft. Ist der moderne Rationalismus eine treibende Kraft des Kapitalismus, der auf der Ausbeutung verdinglichter Menschen und entsakralisierter Natur beruht? Ist der moderne Staat eine auf instrumentelle Rationalität ausgerichtete Apparatur der Ausübung von Herrschaft und Gewalt, die Moral durch zweckrationales und bürokratisch organisiertes Handeln ersetzt? Kann es sein, dass die Verdinglichung von Mensch, Tier und Erde die kulturellen Bedingungen dafür sind, dass man es für angebracht hält, sie mit zerstörerischen Technologien zu bezwingen und beherrschen, Profit, materiellen Reichtum und Macht für die einzigen Ziele zu halten, und dadurch die Erde wie die Kulturen der Welt als Behausungen der Menschen zu vernichten? Diesen Fragen gehen wir aus marxistischen, ökofeministischen, antikolonialen und indigenen Perspektiven nach.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
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| wöchentlich | Do | 14:00-16:00 | B2-278 | 13.04.-24.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.