Das Seminar führt anhand der Arbeiten Stuart Halls in die Cultural Studies ein. Dabei geht es um eine Weiterentwicklung des Programms marxistischer Soziologie in drei Richtungen. Erstens untersuchen die Cultural Studies, deshalb auch der Name, Kultur (in ihren vielfältigen Erscheinungen vom Fernsehen bis zur Kunst) als ein Feld der Produktion von und des Kampfs um Ideen, Werte und Bedeutungen, die unsere Erfahrungen und unser Bewusstsein von Welt und Gesellschaft prägen und daher soziale Verhältnisse (das heißt auch: Ungleichheit, Unterdrückung und Ausbeutung!) legitimieren und festigen. Die Cultural Studies richten sich zweitens in marxistischer Tradition nicht allein an ein akademisches Publikum, sondern vertreten eine öffentliche, aktivistische und interventionistische Soziologie, die soziale Verhältnisse und Ungleichheiten nicht nur analysieren und kritisieren, sondern auch in sie eingreifen und sie verändern will. Drittens erweitern die Cultural Studies klassische, auf Klassenverhältnisse konzentrierte marxistische Analysen durch migrantisch-diasporische, Schwarze und antirassistische, antikoloniale und (zu einem gewissen Grad auch) feministische Perspektiven. Dieses soziologische Programm der Cultural Studies erarbeiten wir im Seminar gemeinsam, probieren es an aktuellen Fällen aus und versuchen es für individuelle Interessen und Projekte nutzbar zu machen.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Do | 10:00-12:00 | X-B3-117 | 13.04.-24.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.