220096 Kulturkontakte im Kontext der Europäischen Expansion (Ü) (WiSe 2014/2015)

Inhalt, Kommentar

Kulturelle Kontakte scheinen in unserer globalisierten Welt alltäglich zu sein. Sie verändern aber auch unsere Welt und uns, nicht zuletzt können sicher geglaubte Identitäten in Frage gestellt werden. Globalisierung und Kulturkontakt rufen daher gemischte Gefühle hervor, Interesse, Begeisterung, aber auch Unsicherheiten. Gleichzeitig wird diskutiert, wie interkulturelle Kommunikation funktioniert und wie transkulturelle Phänomene entstehen können und ausgehandelt werden. Kulturkontakte sind aber kein modernes Phänomen, sondern können zu allen Zeiten der menschlichen Geschichte festgestellt werden, nahmen aber seit der Wende zum 16. Jahrhundert quantitativ zu. In diesem Seminar wollen wir ausgewählte Fallbeispiele frühneuzeitlicher Kulturkontakte (u.a. Indien, Nordamerika, Südamerika, China, Japan, Afrika) zwischen 1500 und 1800 diskutieren. Die Situation des Kulturkontaktes wurde von vielen Faktoren strukturiert, die wir kennenlernen und ihrer Relevanz für die spezifische Situation diskutieren werden: Beginnend mit den verschiedenen Motivationen der europäischen Gruppen (Siedlung, Handel, diplomatischer Kontakt, Eroberung) und daraus resultierenden Machtbeziehungen aber auch sozial-kulturelle Faktoren der bereisten Kultur. Von Anfang an waren die Entdeckungs- und Erkundungsfahrten von Veröffentlichungen begleitet. Reiseberichte jeder Art trafen auf ein interessiertes und wachsendes Publikum – die Welt kam in Form von Reiseberichten in den europäischen Diskurs! Wir werden verschiedene Quellengattungen (v.a. Reiseberichte, Kompilationen und ethnographische Texte) untersuchen, vergleichend diskutieren und so der Wissensproduktion über die Welt in Europa nachgehend. Der europäische Diskurs ist die eine Seite eines Dialogs, oft die einzige Seite die wir haben. Daher wird der Schwerpunkt auf der Wahrnehmungsgeschichte des Kulturkontaktes liegen. Zu lange wurde diese Wahrnehmung aber in der Forschung durch das konzeptionelle Paar Identität-Alterität untersucht. Wir werden diese Sicht durch postkoloniale, beziehungsgeschichtliche und transkulturelle Perspektiven ergänzen. Um die Darstellungen des Kulturkontaktes in die Geschichte Europas zurückzuführen, werden wir uns darüber hinaus den Quellen zudem mit Konzepten nähern, die in der Forschung für die europäische Geschichte diskutiert werden (z.B. Zeremoniell, Eigensinn).

Literaturangaben

Burghartz, Susanna, "Translating Seen into Scene?" Wahrnehmung und Repräsentation in der frühen Kolonialgeschichte Europas, in: Susanna Burghartz, Maike Christadler und Dorothea Nolde (Hgg.), Berichten – Erzählen – Beherrschen. Wahrnehmen und Repräsentation in der frühen Kolonialgeschichte Europas, Frankfurt/Main 2003, S.161-75; Eibach, Joachim, Annäherung - Abgrenzung - Exotisierung. Typen der Wahrnemung "des Anderen" in Europa am Beispiel der Türken, Chinas und der Schweiz (16. bis frühes 19. Jahrhundert), in: Joachim Eibach und Horst Carl (Hgg.), Europäische Wahrnehmungen 1650-1850. Interkulturelle Kommunikation und Medienereignisse, Hannover 2008, S. 13-73; Borofsky, Robert, Cook, Lono, Obeyesekere, and Sahlins', Current Anthropology 38, 1997, S. 255-282.

Lehrende

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-4.2 Mastermodul Geschichtswissenschaft: Vormoderne Mastermodul Geschichtswissenschaft: Vormoderne
4.2.2
Historische Kontextualisierung Vormoderne Studieninformation
22-M-4.2 Mastermodul Vormoderne Mastermodul Vormoderne
4.2.2
Historische Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation
22-M-4.4.10 Profilmodul "Globalgeschichte" Profilmodul "Globalgeschichte"
4.2.2
Historische Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation
22-M-4.4.2_ver1 Profilmodul "Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit" Profilmodul "Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit"
4.4.2.2
Historische Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation
22-M-4.5 Forschungsmodul Forschungsmodul
4.5.8
Historische Kontextualisierung Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) 4.2.2   4.5  

Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
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Hinweise:
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Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Freitag, 5. September 2014 
Letzte Änderung Räume:
Freitag, 5. September 2014 
Art(en) / SWS
Übung (Ü) / 2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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ID
48974735