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300155 Differenzierung und Entdifferenzierung II (S) (WiSe 2015/2016)

Inhalt, Kommentar

Achtung, das Seminar ist vierstündig, beide Teile müssen zusammen belegt werden!

Viele Soziologen diagnostizieren Trends zur Entdifferenzierung gesellschaftlicher Teilbereiche, vor allem expansive Tendenzen von Wirtschaft und/oder Politik. Dafür stehen Begriffe wie „Ökonomisierung“ oder Politisierung“. Liebesbeziehungen und Familien werden von der Tendenz zur Ökonomisierung erfasst, geraten unter das Diktat des Geldes und des ökonomischen Erfolgs – von der Partnerwahl bis hin zu der Frage, wie Kinder aufwachsen sollen. Wissenschaft und Technologie sind einer zunehmenden Politisierung ausgesetzt, in vielen relevanten Fragen (z.B. Atomkraft, Gentechnik, Klimaerwärmung) sind neutrale Experten nicht zu finden, sondern wissenschaftliche Urteile sind mehr oder weniger parteiisch und politisch aufgeladen. Die Wirtschaft ist kein unabhängig von Politik funktionierender „freier Markt“, den man nur „sein lassen“ muss („laissez faire“), damit er sich nach seinen eigenen Prinzipien entfaltet, vielmehr sind Märkte (Produkt- und Finanzmärkte) zutiefst abhängig von politischer Regulierung und Deregulierung, mit massiven Folgen für unser aller Leben.
Es gibt aber ebenso starken Widerspruch von anderen Soziologen, die die Differenzierungsstruktur der Gesellschaft weiterhin intakt sehen. Mit Luhmann gehen sie davon aus, dass die moderne Gesellschaft in Funktionsbereiche differenziert ist, die differenziert bleiben, und dass hier kein grundsätzlicher Wandel zu beobachten ist. Es gibt zwar Wechselwirkungen zwischen Funktionssystemen, aber diese könnten gar nicht bestehen, wenn sie nicht zwischen je verschiedenen und verschieden bleibenden Eigenlogiken stattfinden würden. Teilnehmer können deshalb auch verschiedene Funktionslogiken sehr gut voneinander unterscheiden: In Familien wird Emotionales von Geldfragen mit hoher Sicherheit unterschieden. In Debatten um umstrittene Technologien werden wissenschaftliche und politische Aspekte des Problems auseinanderdividiert. Und die Regulierung von Märkten durch den Staat setzt gerade die Trennung von Wirtschaft und Politik voraus.
In diesem Seminar werden wir diese Kontroverse verfolgen, und dabei eine Vielfalt empirischer Problemlagen kennenlernen. Behandelt werden mindestens die Fälle Familie – Wirtschaft, Wirtschaft – Politik und Wissenschaft – Politik. Das vierstündige Format des Seminars gibt uns auch Gelegenheit, im Rahmen des Seminars auch Hausarbeitsthemen zu entwickeln.

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Modul Veranstaltung Leistungen  
30-M22 Fachmodul Soziologische Theorie/ Geschichte der Soziologie I 1. Vertiefendes Theorieseminar Studienleistung
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2. Vertiefendes Theorieseminar Studienleistung
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30-M31 Fachmodul Soziologische Theorie/ Geschichte der Soziologie II (erweitert) Vertiefendes Theorieseminar 1 Studienleistung
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Vertiefendes Theorieseminar 2 Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M4 Soziologische Theorie I Vertiefendes Theorieseminar Studienleistung
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30-M9 Soziologische Theorie II (Vertiefung) Vertiefungsseminar zur soziologischen Theorie I Studienleistung
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Vertiefungsseminar zur soziologischen Theorie II Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Sozialwissenschaften GymGe als zweites Unterrichtsfach / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) Fachmodul (FM) Theo   4 (bei Einzelleistung 2 LP zusätzlich)  
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
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