220107 Chronologie, Ereignis, Prozess: Wie umgehen mit ‚Zeit‘ in der historischen Forschung? (V+Ü) (SoSe 2024)

Inhalt, Kommentar

Mal ist es der ‚Zeitgeist‘, der als Begründung für ein bestimmtes historisches Phänomen gegeben wird, mal scheint es ausreichend, darauf zu verweisen, dass sich ‚im Laufe der Zeit‘ Dinge verändert haben. ‚Zeit‘ erscheint hier als catch-all-Begründung. Trotz dieser eher negativen Diagnose ist es vermutlich gerade der Umstand, ‚Zeit‘ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken, die Geschichtswissenschaft etwa von der Soziologie oder Psychologie abgrenzbar macht. Wie also umgehen mit Zeit?

Die Vorlesung versucht, den unterschiedlichen Modi des Umgangs mit ‚Zeit‘ auf die Spur zu kommen. Über Chronologie, Ereignis und Prozess sollen dabei Spezifizierungen vorgenommen werden, die in der historischen und soziologischen Forschung breit diskutiert werden.

Ziel ist es, Hinweise darauf zu liefern, welches Konzept für eine bestimmte Fragestellung sinnvoll ist. Um dem Ganzen etwas ‚Würze‘ zu geben, werden vormoderne und moderne Umgangsweisen mit ‚Zeit‘ mit thematisiert.

Vorlesungen im Mastermodul finden erfahrungsgemäß vor einer vergleichsweise kleinen Gruppe statt. Das erlaubt neben längeren Beiträgen des Dozenten (Text-)Diskussionen in der Gruppe. Eine regelmäßige, aktive Teilnahme ist daher unbedingt erforderlich.

Vorlesung und das anschließende Seminar sind eng aufeinander bezogen. Beide Veranstaltungen können einzeln besucht werden; sinnvoller ist sicher die Anwesenheit in Vorlesung und Seminar.

Literaturangaben

Anderson, Benedict, Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Frankfurt/M. 1996; Erstaufl.: "Imagined Communities. Reflections on the Origin and Spread of Nationalism", London 1983.

Gluck, Carol, The End of Elsewhere. Writing Modernity Now, in: American Historical Review 116,3 (2011), S. 676–687.

Goetz, Hans-Werner, Der Mensch zwischen Zeit und Ewigkeit. Zeitvorstellungen und Umgang mit den letzten Dingen im frühen und hohen Mittelalter, in: Die Zeit der letzten Dinge. Deutungsmuster und Erzählformen des Umgangs mit Vergänglichkeit in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von Julia Weitbrecht u.a. (Encomia Deutsch 6), Göttingen 2020, S. 17-60.

Heidegger, Martin, Der Zeitbegriff in der Geschichtswissenschaft, in: Martin Hedegger Gesamtausgabe, Bd. 1: Frühe Schriften (1912-1916), hg. von Friedrich-Wilhelm von Hermann, Frankfurt a. M. 1976, S. 356-375.

Nassehi, Armin, Die Zeit der Gesellschaft. Auf dem Weg zu einer soziologischen Theorie der Zeit, Wiesbaden 2008; Erstaufl.: Opladen 1993.

Jussen, Bernhard, Das Geschenk des Orest. Eine Geschichte des nachrömischen Europa 526 – 1535, München 2023.

Kiening, Christian, Erfahrung der Zeit, 1350-1600. Eine Geschichte der literarischen Entdeckung der Zeit als einer eigenständigen, zugleich abstrakten und lebensbestimmenden Größe, Göttingen 2022.

Knöbl, Wolfgang, Die Soziologie vor der Geschichte. Zur Kritik der Sozialtheorie, Berlin 2022.

Koselleck, Reinhart, Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt/M. 2000.

Simmel, Georg, Das Problem der historischen Zeit. Vortragt, gehalten am 3. März 1916 in der Berliner Abteilung der Kantgesellschaft, in: Georg Simmel Gesamtausgabe 15: Goethe. Deutschlands innere Wandlung. Das Problem der historischen Zeit. Rembrandt, hg. von Uta Kösser u.a., Frankfurt a. M. 2003, S. 287-304.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Mo 14-16 C01-246 08.04.-19.07.2024

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-4.2 Mastermodul Geschichtswissenschaft: Vormoderne
4.2.1
Historische Kontextualisierung Vormoderne Studieninformation
22-M-4.2 Mastermodul Vormoderne
4.2.1
Historische Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation
22-M-4.4.2 Profilmodul "Geschichte der Vormoderne"
4.2.1
Historische Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation
22-M-4.5.2 Forschungsmodul "Geschichte der Vormoderne"
4.2.1
Historische Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.


Keine Konkretisierungen vorhanden

Lernraum (E-Learning)

Zu dieser Veranstaltung existiert ein Lernraum im E-Learning System. Lehrende können dort Materialien zu dieser Lehrveranstaltung bereitstellen:

registrierte Anzahl: 18
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eKVV Teilnahmemanagement:
Bei dieser Lehrveranstaltung wird das eKVV-Teilnahmemanagement genutzt.
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Adresse:
SS2024_220107@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die Veranstaltungsteilnehmer*innen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_450442487@ekvv.uni-bielefeld.de
Reichweite:
18 Studierende direkt per E-Mail erreichbar
Hinweise:
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E-Mailarchiv
Anzahl der Archiveinträge: 2
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Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Dienstag, 16. April 2024 
Letzte Änderung Zeiten:
Freitag, 2. Februar 2024 
Letzte Änderung Räume:
Freitag, 2. Februar 2024 
Art(en) / SWS
V+Ü / 2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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ID
450442487