Was empfinden Menschen als schön? Was ist Poesie? Warum lesen Menschen Gedichte und Romane? Warum und wie redet man über Literatur? Warum soll Literatur interpretiert werden? Diese grundlegenden Fragen sollte sich jeder Student, jede Studentin der Literaturwissenschaft irgendwann stellen – und zugleich auf die Suche nach Antworten gehen. Die Bedeutung dieser Fragen erkennt man auch daran, dass sie die Beschäftigung mit Kunst und Literatur seit jeher begleitet haben; das theoretische und philosophische Nachdenken über Sinn und Funktion literarischer Werke beginnt in der Antike und hört bis heute nicht auf.
Literaturtheorie ist ein anderer Name dafür, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Bereits Platon hatte die Existenzberechtigung und die Erkenntnismöglichkeiten von Kunst und Dichtung radikal in Frage gestellt; seit Aristoteles sind Poetik, Ästhetik und Literaturtheorie zugleich darauf konzentriert, die Existenz und auch die professionelle Beschäftigung mit Poesie und Kunst, etwa in Universität und Studium, zu verteidigen und zu rechtfertigen.
Die Vorlesung gibt einen Überblick und eine Einführung in die wichtigsten Stationen des literaturtheoretischen Denkens und der Ästhetik. Behandelt werden zunächst Platon, Aristoteles und die Spätantike, sodann das Mittelalter (vor allem Augustinus und die Auslegung der Bibel), die frühe Neuzeit (z.B. Sir Philip Sidneys „The Defense of Poesy“), schließlich Kant, Schleiermacher und Hegel. Die moderne Literaturtheorie beginnt mit Friedrich Nietzsche und Wilhelm Dilthey, sie setzt sich im 20. Jahrhundert mit Strukturalismus und Hermeneutik fort. Thematisiert werden zudem die einflussreichen (Literatur-)Theorien der Psychoanalyse, der Literatursoziologie, der Rezeptionsästhetik und der Gender Studies.
Einführung, für alle BA- und MA-Studierende geeignet
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Fr | 10-12 | X-E0-001 | 08.04.-19.07.2024
nicht am: 26.04.24 |
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| einmalig | Fr | 8-10 | H6 | 26.04.2024 |
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
Studienleistung: Begleitendes (Reflexions-)Papier oder Zusammenfassung