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220025 Politische Kommunikation in Diktaturen: DDR und SU im Vergleich (S) (WiSe 2012/2013)

Inhalt, Kommentar

Trotz der Mängel ihres Wirtschaftssystems und der Nichterfüllung der Versprechungen zur Befriedigung der Konsumbedürfnisse bewahrten die Sowjetunion und die DDR über Jahrzehnte eine erstaunliche Stabilität. Im Seminar soll im Vergleich geklärt werden, in welchem Maße dies auf die kommunikative Strategie zurückzuführen war. In Anlehnung an Luhmann und Weber wird angenommen, dass Herrschaft auch in diesen Regimes kommunikativ hergestellt wurde und sich auf einen Legitimationsglauben der Bevölkerung stützte. Erlangte die große Masse der Bevölkerung den Eindruck, ein „normales“ Leben zu führen und bedingt an Entscheidungen partizipieren zu können? Drückte ihr Verzicht auf öffentlichen Protest aus, dass sie sich mit dem durchgängig repressiven Charakter der Regimes arrangiert hatte? Behandelt werden u.a., wie es den Regimes gelang, eine kollektive Identität herzustellen; welche Rolle bei deren Bewahrung performative Formen wie Rituale, die Versammlungsöffentlichkeit, Wahlen und die Durchsetzung einer offiziellen Sprache spielten; welche spezifische Bedeutung dem nichtöffentlichen Kommunikationskanal zwischen Regime und Bevölkerung über Briefe und Eingaben zukam. Wie konnte die Verantwortung für offensichtliche Mängel von den Regimes weg auf von der Bevölkerung akzeptierte Sündenböcke gelenkt werden? Zur Beurteilung des Erfolgs der kommunikativen Strategie trägt vor allem der Blick auf das Ende dieser Regimes bei: Scheiterten sie wirklich ursächlich an internen Widersprüchen, der Erosion ihrer Herrschaftsstrategie und dem Erstarken der Oppositionsbewegung, wie häufig argumentiert wird? Wie wirksam war die prophylaktische Kontrolle der Opposition, welche Bedeutung kam Teilöffentlichkeiten wie der Kirche zu, entglitt die Jugend den Regimes und kam westlichen Radio- und Fernsehsendern eine zersetzende Rolle zu?
Zusammen mit dem Kurs bildet dieses Masterseminar ein Modul nach der neuen Studienstruktur.

Literaturangaben

Mary Fulbrook, Ein ganz normales Leben. Alltag und Gesellschaft in der DDR, Darmstadt 2008; Konrad H. Jarausch / Martin Sabrow (Hg.), Der Weg in den Untergang. Der innere Zerfall der DDR, Göttingen 1999; Alf Lüdtke / Peter Becker (Hg.): Akten. Eingaben. Schaufenster. Die DDR und ihre Texte. Erkundungen zu Herrschaft und Alltag, Berlin 1997; James R. Millar (Hg.): Politics, Work, and Daily Life in the USSR. A Survey of Former Soviet Citizens, Cambridge 1987; Felix Mühlberg, Bürger, Bitten und Behörden. Geschichte der Eingabe in der DDR, Berlin 2004; Alena Ledeneva, Russia’s Economy of Favours. Blat, Networking and Informal Exchanges, Cambridge 1998; Willibald Steinmetz (Hg.), Political Languages in the Age of Extremes, Oxford 2011; Clemens Vollnhals (Hg.), Jahre des Umbruchs. Friedliche Revolution in der DDR und Transition in Ostmitteleuropa, Göttingen 2011; Alexei Yurchak, Everything was Forever, Until it was no More. The Last Soviet Generation, Princeton 2006; Jonathan R. Zatlin, The Currency of Socialism. Money and Political Culture in East Germany, Cambridge u.a. 2007.

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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) 4.3.3; Modul 4.4 Wahlpflicht 9 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) Modul 4.5 Wahlpflicht 4 scheinfähig  
Politische Kommunikation / Master (Einschreibung bis SoSe 2013) 3.3 Wahl 3 (bei Einzelleistung 2 LP zusätzlich)  
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
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