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250293 Historisch spezifische Bilder von Kindheit und politische Aspekte in Serien fürs Vor- und Grundschulalter im westdeutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen der 1970er und 80er Jahre (BS) (SoSe 2020)

Inhalt, Kommentar

Im postnazistischen Deutschland wurde an Kinder gerichtete Kultur tendenziell als minderwertig (wenn nicht gar als gefährlich) betrachtet. Nach dem Jugendschutzgesetz von 1957 waren Kinobesuche und Fernsehprogramme für Kinder unter 6 Jahren untersagt. In den 1960er und besonders ab den 70er Jahren lässt sich eine Entwicklung feststellen: Z.B. als Gert Kasper Müntefering, einer der Erfinder der „Sendung mit der Maus", „1963 beim WDR die Verantwortung für den Aufbau des Kinderprogramms übernahm“, wollte er den moralisierenden, „unterhaltungsfeindlichen Charakter des bundesrepublikanischen Kinderfernsehen überwinden“ (Sruba, S.83f.). 1970 entwickelte sich im Rahmen dieser Neuausrichtung die für die Zeit des Kalten Krieges ungewöhnliche „Filmfreundschaft“ mit der Tschechoslowakei, die angefangen mit „Pan Tau“ diverse Koproduktionen ermöglichte: Das in Serien wie „Die Besucher“ entworfene Bild des Kindes ist eng mit politischen Fragen und Emanzipationsvorstellungen verknüpft.
Verbindungen von pädagogischen Lernvorstellungen mit Unterhaltung erblickten das Licht der Welt, bei der „Sendung mit Maus“ (1971) versinnbildlicht im Untertitel „Sach- und Lachgeschichten“. Im selben Jahr wurde die amerikanische Produktion „Sesame Street“ („Sesamstraße“) in Deutschland ausgestrahlt, die ebenfalls pädagogische Lernziele mit Unterhaltung kombinierte, um besonders Kindern aus benachteiligten Schichten zur Bildung zu verhelfen. Zugleich wurden hier mit Puppen Themen wie Hautfarbe („It’s not easy bein‘ green“) und unkonventionelle Liebe („Lulu’s back in town“) verhandelt. Das Erscheinen dieser Serie führte zu gesellschaftlichen Auseinandersetzungen beispielsweise um die Tatsache, dass schwarze Darsteller gleichberechtigt neben weißen auftraten – was ab Mitte der 70er Jahre mit der weißen Crew einer eigenen deutschen Rahmenhandlung umgangen wurde. Zwischen der 68er Bewegung und dem Mauerfall liefen sowohl neue Sendungen wie „Pusteblume“ (später: „Löwenzahn“) an als auch ältere Formate wie die „Augsburger Puppenkiste“ zu neuen, farbigen Höhen auf.
In diesem Seminar werden wir uns mit inhärenten Kindheitsbildern und den zum Teil widersprüchlichen politischen Implikationen einiger der Serien, die diesen Umschwung markieren, auseinandersetzen. Die Frage nach den Kindheitsbildern hat dabei zwei Ebenen: Erstens die Darstellung von Kindern und Kindheit in der filmischen Darstellung und einmal die Konzeption der Zuschauerschaft dieser Sendungen in der Art und Weise, wie das kindliche Publikum adressiert wird.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Master of Arts: Voraussetzung ist die Einschreibung im Master of Arts Erziehungswissenschaft im SoSe 2020

Englisch- und Deutschkenntnisse

Literaturangaben

Lesser, Gerald S.: Children and Television: Lessons From Sesame Street. New York 1974.
Fisch, Shalom M./ Truglio, Rosemarie (Hg.): "G" is for Growing: Thirty Years of Research on Children and Sesame Street. Mahweh/New Jersey 2001.
Garlen, Jennifer/Graham, Anissa (Hg.): Kermit Culture: Critical Perspectives on Jim Henson's Muppets. Jefferson/North Carolina 2015.
Morrow, Robert W.: Sesame Street and the Reform of Children's Television. Baltimore/Maryland 2006.
Stötzel, Dirk Ulf et.al.: Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland: Entwicklungsprozesse und Trends. Zürich 1990.
Srubar, Helena: Ambivalenzen des Populären. Pan Tau und Co. zwischen Ost und West. Konstanz 2008.
Weitere Literatur wird im Seminar abgesprochen.

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Modul Veranstaltung Leistungen  
25-ME1 Allgemeine Grundlagen E2: Lebensalter Studienleistung
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25-UFP5 Fachdidaktik UFP E1: Subjektentwicklung im Kindes- und Jugendalter Studienleistung
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25-UFP7 Abschlussmodul UFP E1: Vertiefung Lernen und Entwicklung Studienleistung
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30-MGS-3 Hauptmodul 2: Sozialisation und Bildung Seminar 1 Studienleistung
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30-MGS-4 Hauptmodul 3: Arbeit und gesellschaftliche Transformationen Seminar 1 Studienleistung
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