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300255 Was können Gruppendiskussionen (nicht)? Kritik einer Methode aus qualitativer und quantitativer Sicht (MA: Soziologische Methoden - qualitativ) (S) (SoSe 2020)

Inhalt, Kommentar

Eine grundsätzliche Differenz zwischen qualitativen und quantitativen Methoden betrifft die Frage, wie man Analysekategorien bildet: Sollen Forscher*innen festlegen, wie die Aktivitäten einer sozialen Praxis kategorisiert und gemessen werden? Oder sollen Forscher*innen beschreiben, wie aus Sicht der sozialen Praxis Kategorien verwendet werden und welche Konsequenzen daraus folgen?

Diesen Streitpunkt greifen wir im Seminar auf anhand von Gruppendiskussionen. Denn an Gruppendiskussionen scheiden sich aus ähnlichen Gründen ebenfalls die Geister: Einerseits werden Gruppendiskussionen als effiziente Methode ansehen, mit der man Meinungen oder Inhalte sammeln und zählen kann. Andererseits wird gerade dieser Umgang mit Gruppendiskussionen kritisiert als naiv und kommerziell-unwissenschaftlich.

Was man wie mit Gruppendiskussionen beforschen kann, hängt nämlich davon ab, ob man sie eher als Ansammlung von Individuen betrachtet oder als eigenständiges (emergentes) soziales Phänomen, in dem z.B. Gruppeneffekte auftreten. Die Meinung oder der Inhalt der Beiträge sagt dann nichts über die gesellschaftliche Realität aus – sondern nur etwas über die Dynamik in einer künstlich erzeugten Gruppendiskussion.

Die Frage, ob diese Kritik zutrifft kann wiederum nur schwer beantwortet werden, denn es gibt nur wenig empirisches Wissen darüber, was in Gruppendiskussionen tatsächlich geschieht.

Das Seminar setzt an diesem Punkt an und geht der Frage nach, wie man qualitative und quantitative Aspekte einer Gruppendiskussion unterscheiden kann und was man dabei jeweils über die Eigenart von Gruppendiskussionen herausfindet.

Nach einer Vorbereitungsphase führen wir selbst eine Gruppendiskussion durch. Dazu bekommen wir eine Aufgabenstellung von einem (echten) Marktforschungsinstitut zum Thema Nachhaltigkeit/Klimawandel und simulieren so eine Methode unter realistischen Bedingungen.

Anschließend bilden wir Arbeitsgruppen, die sich um einen Schwerpunkt der Analyse kümmern werden. Zuerst gibt es dazu einen Literaturinput. Dann geht es darum, selbst anhand unserer Gruppendiskussion qualitative und quantitative Aspekte zu analysieren.

Bisher stehen drei Schwerpunkte zur Auswahl (diese Auswahl kann durch individuelle Vorschläge erweitert werden):

(1) Sprechakte (wie kategorisiert man das, was gesagt wird, quantitativ und qualitativ)

(2) Präferenzen (wie identifiziert man „Neigungen“, qualitativ und quantitativ)

(3) kommunikative Konflikte (woran erkennt man Konflikte, qualitativ und quantitativ)

Die Analysen werden dann im Seminar diskutiert mit Blick auf jenen Streitpunkt, der den Ausgangspunkt des Seminars bildete: Was bringen Gruppendiskussionen? Welche Einsichten ermöglicht oder verhindert diese Methode?

Das Seminar beinhaltet Zeiträume für das Selbststudium, für die Transkription, die Durchführung einer Gruppendiskussion, für Diskussionsaustausch, die Lektüre und Schreibarbeit in Gruppen, sowie eine kurze Ergebnispräsentation.

Aufbauend auf den Vorarbeiten während der Vorlesungszeit können Sie daran anschließend eine Hausarbeit ausarbeiten.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Mo 10-12 C01-136 06.04.2020-17.07.2020

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
30-M-Soz-M3a Soziologische Methoden a Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M-Soz-M3b Soziologische Methoden b Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M-Soz-M3c Soziologische Methoden c Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-MeWi-HM4 Methoden der Medienforschung Lehrveranstaltung I benotete Prüfungsleistung
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Lehrveranstaltung II Studienleistung
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Lehrveranstaltung III Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
Teilnehmer*innen
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Sonstiges