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260014 Gesundheit und Krankheit (S) (SoSe 2019)

Inhalt, Kommentar

Was wir unter Gesundheit und Krankheit verstehen, ist in vielerlei Hinsicht von großer Bedeutung für jeden von uns. Dass wir gesund sein wollen und krank werden können, teilen wir miteinander. Der Wert des Gesundseins ist unter anderem mit den großen Fortschritten der Medizin immer weiter gestiegen. Anders als etwa im Mittelalter können wir heute in vielfältiger und anspruchsvoller Weise Krankheiten heilen und Leiden lindern. Dabei stellt sich die Frage, ob Krankheit und Leid ein untrennbares Begriffspaar bilden, demgegenüber Gesundheit und Wohlbefinden stehen. Diese Begriffe als Paare aufzufassen, legt nahe, auftretendem Leid mit kurativen (heilenden) Therapien begegnen zu wollen. Hier deutet sich die Gefahr der Medikalisierung an, also der Interpretation menschlicher Lebensprobleme (z.B. Altern, Einsamkeit, Trauer, Lebenskrisen) als medizinische Aufgaben.
Krankheit und Gesundheit lassen sich einerseits wissenschaftlich beschreiben. Man kann beispielsweise versuchen, Kriterien anzugeben und bestimmte Parameter festzulegen, die sich messen lassen, um festzustellen, ob jemand krank ist oder nicht. Das ist die übliche Praxis in Medizin und Forschung. Andererseits ist es für die einzelne Person eine sehr individuelle und mitunter existentielle Erfahrung, krank zu sein. Dies gilt zwar in der Regel nicht für Erkältungen, doch wenn wir schwer erkranken oder länger bzw. dauerhaft körperlich oder psychisch eingeschränkt sind, dann hat diese Erfahrung häufig starke Auswirkungen auf unser Leben.
Das Seminar wird in das Themenfeld zur Gesundheit und Krankheit einführen. Wir werden unter anderem die genannten Aspekte mit Hilfe von Texten diskutieren, relevante Fragen ausfindig machen und prüfen, wie überzeugend die verschiedenen Antworten sind.

Lernziele, Kompetenzen:
Einen grundlegenden Überblick über das Begriffsfeld "Krankheit und Gesundheit" gewinnen.
Die normativen Implikationen dieser Begriffe erfassen, beschreiben und eigenständig bewerten können.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Empfohlene Vorkenntnisse:
Abschluss des ersten Studienjahres (beide Grundkurse, Philosophischer Einstieg und Philosophisches Schreiben).

Da es sich um ein einführendes Seminar handelt, sind keine besonderen Voraussetzungen notwendig, abgesehen von der Bereitschaft, die Seminartexte gründlich zu lesen und sich an der Diskussion zu beteiligen.

Das Thema berührt die Bereiche Medizinethik, normative Ethik, angewandte Ethik und ggf. Wissenschaftstheorie.

Literaturangaben

[Die Literaturangaben sind derzeit vorläufig und unvollständig.]

Carel, Havi. 2016. Phenomenology of Illness. Oxford: Oxford University Press.

Crichton, P, Carel, H & Kidd, IJ, 2017, ‘Epistemic injustice in psychiatry’. British Journal of Psychiatry, vol 41., pp. 65-70

Carel, H & Kidd, IJ, 2018, ‘Pathocentric Epistemic Injustice and Conceptions of Health’. in: Benjamin R Sherman , Stacey Goguin (eds) Overcoming Epistemic Injustice: Social and Psychological Perspectives.
Rothhaar, Markus, Frewer, Andreas (Hrsg): Das Gesunde, das Kranke und die Medizinethik: Moralische Implikationen des Krankheitsbegriffs. Stuttgart 2012.

Szasz, Thomas: The Myth of Mental Illness, Revised Edition. New York 1974.

Schramme, Thomas: Die Eigenständigkeit des Krankheitsbegriffs in der Psychiatrie. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 2012, S. 955–970.

Schramme, Thomas. 2017. Gesundheit und Krankheit in der philosophischen Diskussion. In: Krankheit und Recht, hg. von S Beck, 3–24. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.

Schramme, Thomas und Steven Edwards, Hrsg. 2017. Handbook of the Philosophy of Medicine. Dordrecht: Springer.

Schramme, Thomas. 2012. Krankheitstheorien. Hg. von Thomas Schramme. Berlin: Suhrkamp.

Wiesing, Urban: Kann die Medizin als praktische Wissenschaft auf eine allgemeine Definition von Krankheit verzichten? In: Zeitschrift für medizinische Ethik 1998, S. 83–97.
Zurhorst, Günter; Gottschalk-Mazouz, Niels: Gesundheit und Krankheit: Philosophie und Psychologie im Dialog. Göttingen 2008.

Lehrende

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26-HM_PP1_NE Hauptmodul PP1: Normative Ethik Seminar 1 Studienleistung
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26-HM_PP3_AE Hauptmodul PP3: Angewandte Ethik Seminar 1 Studienleistung
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26-HM_PP5_RS Hauptmodul PP5: Rechts- und Sozialphilosophie Seminar 1 Studienleistung
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26-HM_TP1_WP Hauptmodul TP1: Wissenschaftsphilosophie Seminar 1 Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Studieren ab 50    
Konkretisierung der Anforderungen

In diesem Seminar werden Studienleistungen verlangt, um eine aktive Teilnahme bestätigt zu bekommen. Voraussetzung für die Vergabe von 3 Leistungspunkten ist das Erbringen des schriftlichen oder mündlichen Beitrags im Umfang von maximal 1200 Wörtern bzw. 10-20 Minuten. Die genauen Anforderungen werden zu Veranstaltungsbeginn bekannt gegeben.

Als Modulprüfungen können entweder mündliche Prüfungen abgelegt oder Hausarbeiten geschrieben werden.

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