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220123 Das Christentum? Der Roggen? Die Bauern? Wer oder was sorgte für Veränderungen im gesellschaftlichen Leben der Vormoderne (V+Ü) (SoSe 2019)

Inhalt, Kommentar

Trotz der unbestreitbar großen Veränderungen, die zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert zu verzeichnen sind, gilt dieser Zeitraum im Vergleich zum 18. bis 20. Jahrhundert als starr und unflexibel. Diagnostiziert man für die ‚klassische Moderne‘ auf fast allen Gebieten – sei es technologischer oder gesellschaftlicher Art – eine enorme, kaum bewältigbare Dynamik, so kommt das Hoch- und Spätmittelalter, selbst wenn die Renaissance einbezogen wird, nach Meinung Vieler vergleichsweise behäbig daher. Von besonderem Interesse sind solche Einschätzungen für Historische Orientierung und das Seminar dort, wo sie für die Moderne nicht auf Einzelphänomene verweisen (Dampfmaschine, Französische Revolution), sondern gesellschaftliche Strukturen in Anschlag bringen (etwa Arbeitsteilung).

Ziel des Seminars ist es, Thesen zur Veränderungen im Hoch- und Spätmittelalter, die tatsächlich oder vermeintlich auf die Moderne verweisen (Säkularisierung, Wissensgesellschaft, europäische Expansion, Zunahme an Freiheit …) kritisch zu hinterfragen und mit neuen, differenztheoretischen Ansätzen zu konfrontieren. Dabei werden klassische mediävistische Themen (Investiturstreit, Ordensgründungen, Universitäten, Adelsgruppen und Stadtgesellschaft) aufgegriffen und vor dem Hintergrund neuer theoretischer Angebote miteinander in Beziehung gesetzt. Ziel ist es, in der Vormoderne Dynamiken zu identifizieren, die auf ihrer segmentär-stratifikatorischen Struktur aufruhen, gleichwohl jedoch über sie hinausweisen. Konkret geht es um die Frage, wieso die Gesellschaft um 1000 eine sehr andere ist als um 1500. Ist es wirklich vornehmlich der Freiheitswille der Bürger, die zur Etablierung eigenständiger Städte geführt hat? Warum lässt sich der Adel als Stand um 1500 soviel besser fassen als um 1000? Welchen Sinn macht es, Universitäten zu gründen, wenn die dort geleistete Forschung doch über weite Strecken dem religiösen Weltbild der Zeit verhaftet zu bleiben hatte?

Diese und ähnliche Fragen gehen die Vorlesung "Das Christentum? Der Roggen? Die Bauern?" und Seminar "Stadt, Land, Adel, Kirche – nicht bleibt, wie es ist. Sozialer Wandel in der Vormoderne" nach. Dabei werden immer wieder an verschiedenen Gelenkstellen auch außereuropäische Kulturen, namentlich Japan, vergleichend in den Blick genommen. Die beiden Veranstaltungen sind sehr eng aufeinander bezogen, können jedoch auch einzeln besucht werden. Eine regelmäßige Teilnahme ist für das erfolgreiche Absolvieren unbedingt erforderlich.

ACHTUNG: Aufgrund meiner Mitgliedschaft in einer Berufungskommission beginnt die Veranstaltung am 12.04.

Literaturangaben

Luhmann, Niklas, Evolution und Geschichte, in: Soziologische Aufklärung, hg. von Luhmann, Niklas, Opladen 2009, S. 187-121.

Conlan, Thomas, From Souvereign to Symbol: An Age of Ritual Determinism in Fourtheenth-Century Japan, New York 2011.

Morsel, Joseph, Die Erfindung des Adels. Zur Soziogenese des Adels am Ende des Mittelalters - das Beispiel Frankens, in: Nobilitas. Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa, hg. von Oexle, Otto Gerhard und Paravicini, Werner (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 133), Göttingen 1997, S. 312-375.

Piggott, Joan R., The Emergence of Japanese Kingship, Standford 1997

Wickham, Chris, Sleepwalking into a New World: The Emergence of Italian City Communes in the Twelfth Century, Princeton 2015.

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Modul Veranstaltung Leistungen  
22-3.1 Hauptmodul Vormoderne
3.1.6
Historische Orientierung Studieninformation
22-3.8 Wahlfreies Hauptmodul
3.1.6
Historische Orientierung Studieninformation
25-FS-EM Einführungsmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
25-FS-GM Grundlagenmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

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Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

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