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300233 Arbeitskämpfe und Arbeitskonflikte: Ethnographien der Arbeit (LEH) (SoSe 2019)

Inhalt, Kommentar

Erwerbsarbeit ist nicht nur ein zentraler Modus der Vergesellschaftung, sondern auch ein facettenreiches Konfliktfeld, das durch Herrschafts- und Machtverhältnisse charakterisiert ist. Die soziologische Arbeitsforschung hat zunächst den Antagonismus von Arbeit und Kapital in den Mittelpunkt ihrer Analyse gerückt; dies hat mittlerweile eine Erweiterung erfahren, z.B. rückt als Folge von sozialer De-Regulierung und Globalisierung die Ebene staatlicher Akteur_innen und Arbeitsmarktpolitiken stärker in den Blick. Weiterhin kann die Vergeschlechtlichung von Arbeit genannt werden, die mit kritischen Analysen von Kapitalismus und bürgerlicher Gesellschaft, und mit weiteren Kategorien sozialer Ungleichheit wie z.B. Ethnie und sexueller Orientierung in intersektionaler Perspektive verknüpft wurde.

Das zweisemestrige Lehrforschungsprojekt entfaltet sich zwischen den thematischen Polen kollektiver, organisierter Formen der Auseinandersetzung um Arbeit einerseits (z.B. Tarifverhandlungen, gewerkschaftlicher Streik) und individualisierter, dezentraler Austragung von Konflikten andererseits (z.B. im Bereich betrieblicher Mikropolitik). Der Titel „Arbeitskämpfe und Arbeitskonflikte“ ist in diesem Sinne eine Einladung, sich mit diesem Themenfeld in jeglicher, sich um die Austragung und Bearbeitung von Konflikten rankender Hinsicht zu beschäftigen. Im Mittelpunkt steht die eigenständige, projekt- und teambasierte Erhebung und Auswertung qualitativer Daten im Verlauf zweier aufeinander folgender Semester. Der Untertitel „Ethnographien der Arbeit“ ist folglich in einem weiten Sinne auf unterschiedlichste Methoden qualitativer Datenerhebung bezogen und schließt nicht nur (teilnehmende) Beobachtungen ein.

Hierzu werden wir im ersten Schritt die verschiedenen Ebenen (makro, meso, mikro) der Auseinandersetzung um Arbeit in ihrer theoretischen Bedeutung betrachten. Anschließend werden Projektgruppen gebildet, die sich mit den verschiedenen Ebenen sowie mit kollektiven Formen des Arbeitskampfes und individuellen Arbeitskonflikten auf betrieblicher Ebene beschäftigen und hierzu selbständig Literatur recherchieren. Die Einarbeitung in den Forschungsstand ist ein erster zentraler Schritt zur Entwicklung und Durchführung des eigenen Forschungsdesigns. Ausgehend von der Literaturrecherche werden in den Projektgruppen Untersuchungsinteresse, -gegenstand, -ziel und die zentrale Forschungsfrage entwickelt.
Bevor in einem weiteren Schritt eine praktische Einführung in ausgewählte Methoden qualitativer Datenerhebung erfolgt, wird die Entwicklung von Untersuchungsgegenstand und Fragestellung durch Vorträge aus der Arbeitswelt (z.B. Gewerkschaft, Betriebs- und Personalräte, Personalabteilung) abgerundet. Dies unterstützt die Themenfindung und eröffnet einen Feldzugang.
Die Einführung in Methoden der Datenerhebung mündet in die Vorbereitung der Feldphase (eigenständige Datenerhebung). Das erste Semester (Sommer) schließt mit einer Präsentation zum Forschungsdesign und einem Zwischenbericht zur Datenerhebung.
Das zweite Semester (darauffolgendes Wintersemester) gestaltet sich als gemeinsame Forschungswerkstatt, die der Auswertung der erhobenen Daten gewidmet ist. Dies schließt die Vorstellung der Daten aus der eigenen Projektgruppe sowie die gemeinsame Beschäftigung mit den Daten aller anderen Projekte ein. Eine solche Forschungswerkstatt bietet die einmalige Möglichkeit, das Projekt in einer fachlich und methodisch einschlägigen Gruppe zu diskutieren und intersubjektiv geteilte 'Lesarten' des Materials zu entwickeln. Das zweite Semester schließt mit einem weiteren Vortrag zu den Ergebnissen der Projektgruppe und einem schriftlichen Bericht zum Projekt, der bis Mitte März 2020 abzugeben ist.

Da die Veranstaltung als zweisemestrige Lehrforschung konzipiert ist, kann sie auch nur im Zusammenhang besucht werden. Ein Einstieg im WS ist nicht möglich.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Von allen Teilnehmer_innen wird eine klare Bereitschaft zu regelmäßiger und aktiver Teilnahme an Plenar- und Teamsitzungen sowie zu kooperativer und selbstverantwortlicher Projektarbeit erwartet. Die Veranstaltung und die Teamarbeit haben also einen hohen Verpflichtungscharakter. Eine Durchführung individueller Einzelprojekte außerhalb eines Teams ist nicht möglich; im Rahmen eines Projektteams können Erhebungen und Auswertungen nach Absprache arbeitsteilig durchgeführt werden, die Präsentation der Ergebnisse erfolgt aber im Team. Kenntnisse und praktische Vorerfahrungen im Bereich qualitativer Erhebungs- und Auswertungsmethoden sind wünschenswert.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Do 10-12 X-E0-201 01.04.2019-12.07.2019
nicht am: 30.05.19
wöchentlich Do 16-18 X-B2-101 01.04.2019-12.07.2019 Tutorium von Linda Wendt
einmalig Mi 18-20 X-E0-201 19.06.2019
einmalig Do 10-14 X-E0-203 18.07.2019

Klausuren

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
30-M-Soz-M4_LF1 Lehrforschung in Arbeits- und Wirtschaftssoziologie Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
30-MGS-6b Angewandte Geschlechterforschung - Lehrforschung Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
TeilnehmerInnen
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Sonstiges