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220122 Handlungsspielräume und Strategien der Agrarproduktion während der Kleinen Eiszeit (V+Ü) (SoSe 2018)

Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
Art(en) / SWS
V+Ü / 2
Zeitraum
09.04.2018-20.07.2018
Voraussichtl. Wiederholung

Lehrende

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Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Fr 10-12 X-E0-212 09.04.2018-20.07.2018

Klausuren

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-3.1 Hauptmodul Vormoderne
3.1.10
Historische Orientierung Studieninformation
22-3.8 Wahlfreies Hauptmodul
3.1.10
Historische Orientierung Studieninformation
25-FS-EM Einführungsmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
25-FS-GM Grundlagenmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Studieren ab 50    

Allgemeine Anforderungen bei Lehrveranstaltungen:

Die Anforderungen an die aktive Teilnahme (nur gültig für Studienmodell 2002) sind hier erläutert. In den FsB und Modulhandbüchern finden sich Informationen, ob Studienleistungen (nur gültig für Studienmodell 2011)/Einzelleistungen/Modul(teil)prüfungen vorgesehen sind, und welche Anforderungen hierfür bestehen.

Inhalt, Kommentar

Das klimahistorische Phänomen der ‚Kleinen Eiszeit’ (1430-1830) gehörte von Anfang an zu den zentralen Themen der Historischen Klimatologie, die sich in den 1970er Jahren etablierte und seit 1978 mit der Zeitschrift ‚Climatic Cange’ über ein eigenes Fachorgan verfügt. In diesem Forschungsfeld gehen die stärksten methodischen und theoretischen Impulse nach wie vor von Vertretern der Historischen Geographie aus, während sich Vertreter der neuen Agrargeschichte auffallend zurückhalten, zumal die Historische Klimatologie auch im Fach Geschichtswissenschaft bis heute auf unterschiedlich gelagerte Skepsis stößt. In methodischer und theoretischer Hinsicht ist diese Skepsis allerdings immer weniger nachvollziehbar, da die Klimawirkungsforschung mittlerweile Ansätze und Modelle hervorgebracht hat, die für gezielte Fallstudien operationalisiert werden können und mittlerweile auch in Anspruch genommen worden sind. Im Fokus stehen dabei die Forschungen Christian Pfisters, der bereits in seiner Studie über die Schweiz Mitte der 1980er Jahre in Ansätzen und dann seit 2005 in konkreten Modellen wie dem LIATIMP biophysikalische Klimawirkungsfaktoren erläutert und in ihrem historischen Wirkungszusammenhang anhand verschiedener Segmente der Agrarproduktion (Getreidebau, Weinbau, Viehhaltung, Milchwirtschaft) vorgestellt hat. Seinen konzeptionellen Überlegungen liegen Befunde und Beobachtungen zu Klima- und Wetteranomalien zugrunde, die für die Kleine Eiszeit als typisch gelten, wobei die vier Zeiträume 1420-1450, 1570-1620, 1675-1715 und 1790-1830 von besonderem Interesse sind. Für die nähere Untersuchung der in diesen Zeiträumen auftretenden agrarischen Produktionskrisen und den seinerzeit jeweils eingeschlagenen Krisenbewältigungsstrategien erweisen sich mittlerweile modellhafte Betrachtungen und Ansätze wie das LIATIMP (Little Ice Age-type Impacts) als hilfreich und weiterführend (vgl. Mauelshagen 2010, S. 85-88), während der von Anfang an vieldeutige metaphorische Ausdruck ‚Kleine Eiszeit’ inzwischen eher nur noch im wissenschaftlichen Feuilleton und in atemberaubenden Großessays Verwendung findet.

In dem Seminar sollen, erstens, die in der Historischen Klimatologie entwickelten Ansätze und Modelle der Klimawirkungsforschung vorgestellt und erläutert werden, allen voran das besagte LIATIMP, zweitens, werden Studien zur Agrargeschichte und Geschichte ländlicher Gesellschaften besprochen, in denen Ergebnisse und Ansätze der Historischen Klimatologie Berücksichtigung gefunden haben.

Literaturangaben

Hans-Rudolf Bork, Bodenerosion und Umwelt, Braunschweig 1988; Stefan Brakensiek / Werner Rösener (Hrsg.), Landwirtschaft und Klima (Themenschwerpunktheft der ‚Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie’, Jg. 58) Frankfurt 2010; Chantal Camenisch, Endlose Kälte. Witterungsverlauf und Getreidepreise in den Burgundischen Niederlanden im 15. Jahrhundert, Basel 2015; Rüdiger Glaser / Winfried Schenk / Hans-Ulrich Hahn, Einflussgrößen auf die Anbau- und Ertragsverhältnisse des Ackerlandes im frühneuzeitlichen Mainfranken – Forschungsstand, Ergebnisse und offene Fragen, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 40 (1988), S. 43-69; Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas. 1200 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, Darmstadt 2008; Helmut Hildebrandt, Getreidebau, Missernten und Witterung im südwestlichen unteren Vogelsberg und dem angrenzenden Vor-land während des 16. und frühen 17. Jahrhunderts, in: Ders., Ausgewählte Schriften zur His-torischen Geographie deutscher Landschaften, Mainz 2003, S. 192-235; Emmanuel Le Roy Ladurie, Histoire du climat depuis l’an mil, Paris 1967; Sönke Lorenz / Peter Rückert (hrsg.), Landnutzung und Landschaftsentwicklung, Stuttgart 2009; Franz Mauelshagen, Klimageschichte der Neuzeit, Darmstadt 2010; Mark Overton, Weather and Agricultural Change in England, 1660-1739, in: Agricultural History 3 (1989), S. 77-88; Christian Pfister, Klimageschichte der Schweiz, 1525-1860. Das Klima der Schweiz von 1525-1860 und seine Bedeutung in der Geschichte von Bevölkerung und Landwirtschaft, 2 Bde., Bern / Stuttgart 1984; Christian Pfister, Weeping in the snow. The Second Period of Little Ice Age-type Impacts, 1570-1630, in: Wolfgang Behringer / Hartmut Lehmann / Christian Pfister (Hrsg.), Kulturelle Konsequenzen der „Kleinen Eiszeit“, Göttingen 2005, S. 31-86; Eric Thoen / Tim Soens (Ed.), Struggling with the Environment: Land Use and Productivity, Turnhout 2015.

Lernraum (E-Learning)

Zu dieser Veranstaltung existiert ein Lernraum im E-Learning System. Lehrende können dort Materialien zu dieser Lehrveranstaltung bereitstellen:

TeilnehmerInnen
registrierte Anzahl : 10
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Abruf der Liste der Teilnehmer/innen :
Lehrende und ihre Sekretariate können sich die Liste der im eKVV registrierten Teilnehmer/innen über die passwortgeschützen eKVV Seiten abrufen: Meine Veranstaltungen
Falls Sie noch keinen BIS Zugang besitzen oder generelle Hinweise zum Abrufen und zum Umgang mit den Teilnehmerlisten suchen nutzen Sie unsere Hilfeseite
Dort finden Sie auch Informationen dazu, wie Sie aus einer Teilnehmerliste die Ergebnisliste für die Prüfungsdokumentation erstellen und wie Sie diese an die Prüfungsämter übermitteln können.
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Adresse :
SS2018_220122@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die VeranstaltungsteilnehmerInnen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die TeilnehmerInnen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_120871914@ekvv.uni-bielefeld.de
Reichweite :
10 Studierende direkt per E-Mail erreichbar
Hinweise :
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
E-Mailarchiv
Anzahl der Archiveinträge: 6
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Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende :
Freitag, 19. Januar 2018 
Letzte Änderung Zeiten :
Dienstag, 13. Februar 2018 
Letzte Änderung Räume :
Dienstag, 13. Februar 2018 
Sonstiges
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