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220035 Ständeherrschaft und Wahlmonarchie im östlichen Mitteleuropa (14.-16. Jahrhundert) (S) (SoSe 2018)

Inhalt, Kommentar

Im spätmittelalterlichen Europa bedangen sich vielerorts die sog. Stände eines Landes oder Reiches von Fürsten und Königen Mitspracherechte aus: zur Friedenswahrung und Rechtspflege, bei Steuerbewilligung und Finanzdingen. Im Fokus der vergleichenden Betrachtung stehen diese Land- oder Reichsstände oder deren politische Partizipation auf den entstehenden Landtagen und repräsentativen Versammlungen in einzelnen deutschen Territorien und bei Nachbarn des Reiches in Polen und Ungarn. Hinsichtlich der Vertretung von Bevölkerungskreisen wie der Geistlichkeit, dem Adel und den Städten ist nach Anlässen solcher Übereinkommen mit den Landes- oder Oberherren zu fragen, mit denen eine Art von Mitregierung übernommen wurde. Diese Herrschaftspraxis, Ritualformen und Kommunikationsweisen sollen genauer untersucht und verdeutlicht werden. Mit der Wahl Heinrichs VII. zum römisch-deutschen König in Frankfurt 1308 hebt die Herrschaft der Luxemburger auf europäischer Bühne an, die eine weit in die frühe Neuzeit hinein reichende Verlagerung der politischen Schwerpunkte des Heiligen Römischen Reiches in den (ost-) mitteleuropäischen Raum mit sich bringt. Das Masterseminar will die strukturell-politischen Rahmenbedingungen dieser spätmittelalterlichen Königtümer einfangen, indem die tragenden Kräfte und Ereignisse der über zweihundertjährigen Epoche erörtert werden unter Berücksichtigung der Habsburger, Podiebrad, Hunyadi und Jagiellonen. Die Doppelwahl unter Ludwig dem Bayern, das „hegemionale“ Königtum Karls IV. (Verabschiedung der Goldenen Bulle 1356), die ab 1376 an Gewicht gewinnenden Städte- und Ritterbünde, die Absetzung Wenzels IV. 1400 durch die rheinischen Kurfürsten und die Reformversuche Kaiser Sigismunds, Friedrichs III. und Maximilians benennen zentrale Facetten und Trägergruppen der Herrschaft im Alten Reich. Auch die Große Pest (ab 1348/49), das Abendländische Schisma ab 1378, die Hussitenkriege, Türkenabwehr und Reichsreformen werden in Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Zeit mit einbezogen.

Literaturangaben

JULIA DÜCKER, Reichsversammlungen im Spätmittelalter. Politische Willensbildung in Polen, Ungarn und Deutschland, Ostfildern 2011 (Mittelalter-Forschungen 37); Altes Reich und Alte Republik. Deutsch-Polnische Beziehungen und Verflechtungen 1500-1806, hg. v. HANS-JÜRGEN BÖMELBURG / EDMUND KIZIK, Darmstadt 2014; KLAUS ZIEMER, Polens Selbstverständnis aus seiner Geschichte, in: Ritualisierung politischer Willensbildung. Polen und Deutschland im hohen und späten Mittelalter, hg. v. WOJCIECH FALKOWSKI u. a., Wiesbaden 2010 (Quellen und Studien 24), S. 7-30; STEFAN WEINFURTER, Rituale, Willensbildung und Entscheidungsprozesse. Zusammenfassung, ebd., S. 261-272. SŁAWOMIR GAWLAS, Das Erb- und Wahlrecht des Herrschers in Polen im 14. Jahrhundert, in: Die Goldene Bulle. Politik – Wahrnehmung – Rezeption, hg. v. ULRIKE HOHENSEE u. a., Bd. 2, Berlin 2009, S. 665-712; STANISŁAW RUSSOCKI, Art. Sejm, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, München (1995), Sp. 1715 f.; YVONNE KLEINEMANN, Der Vierjährige Sejm – Von der Adelsrepublik zur Staatsbürgergesellschaft?, in: Polen in der europäischen Geschichte. Ein Handbuch in vier Bänden, hg. v. MICHAEL G. MÜLLER u. a., Bd. 2: Frühe Neuzeit, hg. v. HANS-JÜRGEN BÖMELBURG, Stuttgart 2014, S. 529-566; HANS ROOS, Ständewesen und parlamentarische Verfassung in Polen (1505-1772), in: Ständische Vertretungen in Europa im 17. und 18. Jahrhundert, hg. v. DIETRICH GERHARD, Göttingen 1972, S. 310-367; MARIA RHODE, Ein Königreich ohne König. Der kleinpolnische Adel in sieben Interregna, Wiesbaden 1997 (Quellen und Studien 5); Ständefreiheit und Staatsgestaltung in Ostmitteleuropa. Übernationale Gemeinsamkeiten in der politischen Kultur vom 16.-18. Jahrhundert, hg. v. JOACHIM BAHLCKE u. a., Leipzig 1996 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 4); Anfänge der ständischen Vertretungen in Preußen und seinen Nachbarländern, hg. von HARTMUT BOOCKMANN, München 1992 (Schriften des Historischen Kollegs: Kolloquien 16).

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4.2.2
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22-M-4.4.9 Profilmodul "Historische Politikforschung"
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