230291 Hellas on Screen: Die Rezeption der griechischen Antike im Film (S) (WiSe 2026/2027)

Contents, comment

Seit den Anfängen des Kinos dienen Stoffe aus der griechischen Mythologie und Geschichte als Projektionsfläche für heroische Erzählungen, existenzielle Konflikte und bildmächtige Spektakel. Während der römische Antikenfilm bis heute von Kaisern, Dekadenz und imperialer Machtpolitik geprägt ist, entfaltet sich das griechische Altertum auf der Leinwand häufig in einer anderen Tonlage: weniger Senat und Staatsräson, weniger „Brot und Spiele“, dafür Heroen, Orakel und Götter, die sichtbar oder unsichtbar in das Schicksal der Menschen eingreifen. Zwischen Troja und Thermopylen, zwischen Olymp und Unterwelt kämpfen Einzelne – mit und ohne göttliche Hilfe – gegen Monster, Medusen und das eigene Verhängnis. Das Griechische erscheint im Film daher oft mythischer, archaischer, stärker im Bereich des Fantastischen verortet als das römische, das sich leichter als politischer Kommentar zur Gegenwart lesen lässt.

Wie schon beim römischen Antikenfilm soll es im Seminar nicht darum gehen, filmische Darstellungen auf ihre faktische „Richtigkeit“ zu reduzieren. Entscheidender ist die Frage, mit welchen narratologischen und ästhetischen Mitteln Filme Authentizität erzeugen: durch Pathosformeln, ikonische Bildkompositionen, archaisierende Sprache oder die Inszenierung göttlicher Präsenz. Warum dominieren zu bestimmten Zeiten düstere, „realistische“ Kriegsbilder, während andere Produktionen bewusst ins Märchenhafte oder Comicartige ausgreifen? Welche Vorstellungen von Männlichkeit, Heldentum, Polis und „dem Westen“ werden dabei transportiert?

Vor diesem Hintergrund werden wir auch diskutieren, wie sich aktuelle Großproduktionen – etwa die neue Odyssee-Verfilmung von Christopher Nolan – in diese Tradition einordnen lassen. Inwiefern greift er narrative Muster der klassischen Heldenreise auf, inwiefern bricht er sie? Und welche Bilder des antiken Griechenlands – als Wiege der Demokratie, als Raum archaischer Gewalt, als mythisch aufgeladene Landschaft – werden hier für ein gegenwärtiges Publikum neu entworfen? Das Seminar versteht sich somit als Beitrag zur Rezeptionsgeschichte der griechischen Antike im Medium Film. Gemeinsam wollen wir untersuchen, wie sich Mythos und Geschichte, Fantasy und Historiographie, Spektakel und Selbstvergewisserung verschränken – und was diese filmischen Griechenbilder über die Gegenwart verraten, in der sie entstehen.

Requirements for participation, required level

keine

Bibliography

M. Korenjak / K. Töchterle (Hg.): Pontes II. Antike im Film, Innsbruck u.a. 2002.
M. Meier / S. Slanicka (Hg.): Antike und Mittelalter im Film. Konstruktion - Dokumentation - Projektion, Köln u.a. 2007.
M. Lindner (Hg.): Drehbuch Geschichte. Die antike Welt im Film, Münster / Hamburg / Berlin / London 2005

Teaching staff

Dates ( Calendar view )

Frequency Weekday Time Format / Place Period  
weekly Do 12-14   12.10.2026-05.02.2027

Subject assignments

Module Course Requirements  
22-2.2_a Methodology Methodikmodul Grundseminar Methodik Study requirement
Student information
22-2.4_a Subject Didactics Methodology Fachdidaktisches Methodikmodul Grundseminar Methodik Study requirement
Student information
22-2.7 Digital History Digital History Grundseminar Methodik Study requirement
Student information
23-LAT-LatPM2 Antiquity and Europe Antike und Europa Themen-Pool (Bildungskonzepte, Wertvorstellungen, Verhaltensnormen, Medien, Rezeption etc.) Student information
23-LIT-PM2 Profilmodul 2: Literatur und Medien Profilmodul 2: Literatur und Medien Literatur und Medien (1) Study requirement
Graded examination
Student information
Literatur und Medien (2) Study requirement
Student information

The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.


Für die LateinerInnen:
- regelmäßige Teilnahme und evt. Übernahme eines Kurzreferats o.ä.

Für die HistorikerInnen:
- Studienleistung

Für die LiteraturwissenschatlerInnen:
- Studienleistung
- mögliche Prüfungsleistungen: Hausarbeit; Referat mit Ausarbeitung

No eLearning offering available
Address:
WS2026_230291@ekvv.uni-bielefeld.de
This address can be used by teaching staff, their secretary's offices as well as the individuals in charge of course data maintenance to send emails to the course participants. IMPORTANT: All sent emails must be activated. Wait for the activation email and follow the instructions given there.
If the reference number is used for several courses in the course of the semester, use the following alternative address to reach the participants of exactly this: VST_723752236@ekvv.uni-bielefeld.de
Notes:
Additional notes on the electronic mailing lists
Last update basic details/teaching staff:
Saturday, May 2, 2026 
Last update times:
Sunday, May 3, 2026 
Last update rooms:
Sunday, May 3, 2026 
Type(s) / SWS (hours per week per semester)
seminar (S) / 2
Department
Faculty of Linguistics and Literary Studies
Questions or corrections?
Questions or correction requests for this course?
Planning support
Clashing dates for this course
Links to this course
If you want to set links to this course page, please use one of the following links. Do not use the link shown in your browser!
The following link includes the course ID and is always unique:
https://ekvv.uni-bielefeld.de/kvv_publ/publ/vd?id=723752236
Send page to mobile
Click to open QR code
Scan QR code: Enlarge QR code
ID
723752236