Lehrforschung: Vulnerabilität und Viktimisierung in digitalen Infrastrukturen
Die Lehrforschung zielt darauf ab, die ambivalente diskursive Macht der Kategorien Opfer und Täter in digitalen Räumen zu bestimmen und ihre Effekte anhand exemplarischer Fälle empirisch zu rekonstruieren. Während Opfer in manchen Kontexten als gesellschaftlich dispräferierte soziale Position gilt – etwa wenn Jugendliche auf dem Schulhof mit „Du Opfer!“ beschämt werden –, kann sie in anderen als mächtige Ressource fungieren, um öffentlich mobilisiert zu werden. Die Lehrforschung widmet sich der Frage, wie sich der ontologische Status von Vulnerabilität in digitalen Infrastrukturen verändert: Wer gilt hier als verletzlich, wer als Opfer – und wer entscheidet darüber?
Analysiert werden dabei diskursive Dynamiken, in denen Verltzungen und Verletzungsvorwürfe Invektiv oder Metainvektiv wirksam werden: sei es in der politischen Rhetorik, wenn Donald Trump sich als Opfer einer Intrigenkampagne inszeniert, sei es in sozialen Bewegungen, wo der Hashtag #metoo Millionen Frauen zur Solidarisierung ermutigt, oder in der Debatte um „digitale Vergewaltigung“, die zeigt, wie neue Formen der Verletzlichkeit und Viktimisierung durch technologische Infrastrukturen erst ermöglicht – und gleichzeitig sichtbar gemacht werden können. Besonders interessant sind dabei Kommunikationsereignisse, die sich im Grenzbereich zwischen Stigmatisierung und Empowerment bewegen und die metainvektiven Resonanzen (wie kollektive Empörung oder Skandalisierung) auslösen.
Die Teilnehmenden haben in der Lehrforschung Gelegenheit, an selbst ausgewählten Fallbeispielen ein gegenstandsorientiertes Forschungsdesign zu entwickeln. Die Lehrforschung wird als Forschungswerkstatt konzipiert, in der wir die Fallbeispiele dann gemeinsam vergleichend untersuchen. Theoretisch orientiert sich die Lehrforschung u.a. an der Theorie der Invektivität, der Interaktionstheorie und der Opfersoziologie.
Es besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Lehrforschung gemeinsam an den Feministischen Tagen in Hannover (20.-22.11.) teilzunehmen.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Di | 14-18 | 12.10.2026-05.02.2027 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 30-M-Soz-M11_LF1 Student research project in Media Sociology | Alternative to seminar 1 and seminar 2: large seminar | Study requirement
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Student information |
| - | Graded examination | Student information | |
| 30-MGS-6b Applied Gender Research - Training Research | Alternativ zu Seminar 1 und Seminar 2: großes Seminar | Study requirement
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Student information |
| - | Ungraded examination | Student information | |
| 30-MeWi-HM2 Media and Society | Lehrveranstaltung I | Graded examination
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Student information |
| Lehrveranstaltung II | Study requirement
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Student information | |
| Lehrveranstaltung III | Study requirement
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Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.