Rassismus ist nicht auf physische Gewalt, die Abwertung von Minderheiten, Vorurteile und Einstellungen Einzelner zu reduzieren. Rassismus stellt in erster Linie die Unterscheidung von Menschen in sich vermeintlich wesenhaft unterscheidende und in einem hierarchischen Verhältnis zueinander stehende Gruppen dar. Und auch wenn es mittlerweile einen breiten wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Konsens darüber gibt, dass es „Rassen“ nicht gibt und Rassismus nicht sein darf, sind Unterscheidungen von Menschen in ihrem vermeintlich unterschiedlichem – etwa kulturellen – Wesen z.T. weiterhin weit verbreitet und selbstverständlich.
Bei Rassismus geht es in diesem Sinne weniger um die Frage nach expliziter Gewalt, aufzuklärender Vorurteile oder durch Unsicherheit ausgelöster Ängste, als um die Frage nach der sozialen Ordnung, in der „wir“ – im Lokalen wie im Globalen – leben und leben wollen. Insofern die Frage nach der guten sozialen Ordnung konstitutiv für die Pädagogik (die Erziehungs- und Bildungswissenschaft inklusive) ist und Migration menschheitsgeschichtlich, aber insbesondere gegenwärtig in noch besondererer Weise von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung ist, stellt eine differenzierte Auseinandersetzung mit zeitgemäßen Rassismustheorien und Praxen der Kritik ein Grundelement pädagogischer Professionalität für alle Disziplinen und Handlungsfelder dar.
Im Sinne des forschenden Lernens verbindet das Seminar die Aneignung und Diskussion von Rassismustheorien und der Programmatik der Rassismuskritik mit „kleinen“ und an der ein oder anderen Stelle gewiss auch dilettantischen, exemplarischen und explorativen Erkundungen von Alltags- und Popkultur und wie dort die Themen Rassismus und „Rasse“/race (nicht) repräsentiert sind und mit welchen Effekten. Unter der Annahme, dass wir in einer Zeit der Faschisierung der (welt-) gesellschaftlichen Verhältnisse leben (3. Welle der Autokratisierung), erkundet das Seminar dabei nicht nur unterschiedliche Rassismustheorien und insbesondere den Ansatz der Rassismuskritik, sondern auch die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse und wie diese in der Alltags- und Popkultur mit hergestellt, aufrechterhalten, aber auch umkämpft werden.
In dieser Veranstaltung findet ein Platzvergabeverfahren statt. Bitte informieren Sie sich hier über den Ablauf: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/studium-und-lehre/studiendekanat/studienorganisation/platzvergabe/
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Di | 10-12 | 14.04.-21.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studieren ab 50 |