Die Rede von sozialen Netzten kann in die Irre führen, wenn man dabei nicht im Kopf hat, dass man hier einer Metapher und einem durchaus irreführenden Bild aufsitzt. Gleichwohl schmücken dergleichen Bilder zunehmend nicht nur den populären Diskurs, sondern auch Beiträge in Fachjournalen und lassen sich, weil sie computer-generiert sind, leicht als Wissenschaft verkaufen. Die soziologische Netzwerkanalyse beschäftigte sich bislang vor allem mit der Zerlegung der graphischen Darstellung solcher Netzwerke. Man kann dann unterschiedliche Positionen und Vernetzungsgrade in einem Netzwerk voneinander abgrenzen, Cliquen oder auch strukturelle Löcher und Brücken identifizieren, unterschiedliche Arten von Beziehungen miteinander vergleichen und vor allem schließlich auch Rollenbeziehungen – hat man denn die Daten dafür – genauer herausarbeiten. Auch das soll im hier angezeigten Seminar geschehen. Ein zweites Anliegen besteht aber in der Suche nach generativen Mechanismen, also der Frage, wie und warum Netzwerke ihre spezifische Form gewinnen: Warum wählen und pflegen wir bestimmte Kontakte und meiden andere oder schwärzen sie gar an und warum wählen wir vielleicht eine offizielle Adresse, wo wir auch einen Verwandten aktivieren könnten oder umgekehrt. Kurz: in diesem Seminar soll es auch um Netzwerksynthese gehen, um die Frage, wie sie entstehen, wachen und wuchern oder sich wieder aufzulösen beginnen.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Fr | 10-12 | S1-213 | 13.04.-24.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
Streben Sie die Verbuchung einer Studienleistung an, so sollten Sie eine Sitzung vorbereiten und gestalten und dazu im Vorfeld, nämlich in der jeweils vorausgehenden Woche ein hand-out im Lernraum hochladen.
Eine Prüfungsleistung können Sie über eine Hausarbeit anstreben.