Das MA-Seminar nimmt die gemeinsame Lektüre von Peter Szondis wirkmächtiger Dissertationsschrift "Theorie des modernen Dramas" (1956) zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit dessen Literaturtheorie sowie Fragen auch zu neueren Dramentheorien nach Szondi. Verfolgt wird so eine doppelte Perspektive: Einerseits sollen die Voraussetzungen von Szondis Theoriebildung rekonstruiert werden, während andererseits nach der gegenwärtigen Relevanz seiner formgeschichtlichen Modellanalysen gefragt wird. Dabei werden von einem close reading der „Theorie des modernen Dramas“ ausgehend auch Fortführungen von Szondis Ansatz in Studien von Hans-Thies Lehmann und Kai Bremer in den Blick genommen. Ziel ist es, die in Szondis Studie niedergelegten Vorstellungen, unter anderem auch im Lichte exemplarischer Produktionen des gegenwärtigen Theaters, kritisch zu evaluieren. Was vermag sein formgeschichtlicher Ansatz aufzuzeigen, was kann er nicht leisten, wo liegen die Grenzen seines Modells? Der Fokus des Seminars umfasst dabei neben der dramentheoretischen auch werkgeschichtliche, literaturtheoretische sowie biografische Aspekte.
Vorausgesetzt wird ein vertieftes Interesse an literatur- und dramentheoretischen Fragestellungen.
Bremer, Kai: Postskriptum Peter Szondi. Theorie des Dramas seit 1956. Bielefeld 2017
Kemser, Dag: Die Krise übersetzen. „Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer. Nach Gerhart Hauptmann. Trotz Peter Szondi. In: Theater und Krise: Paradigmen der Störung in Dramentexten und Bühnenkonzepten nach 2000. Hg. v. Marta Famula u. Verena Witschel. Paderborn 2022, S. 265–281
Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Frankfurt am Main 1999
Riechers, Hans-Christian: Peter Szondi. Eine intellektuelle Biographie. Frankfurt am Main/New York, NY, 2020
Szondi, Peter: Über philologische Erkenntnis. In: Ders.: Schriften I. Hrsg. v. Jean Bollack et al. Frankfurt am Main 1978, S. 263–286
Szondi, Peter: Theorie des modernen Dramas [1956]. Frankfurt am Main 1964
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Di | 8-10 | 13.04.-24.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
Erwartet wird neben der regelmäßigen Teilnahme an den Sitzungen des Seminars auch die Übernahme von zwei kleineren semesterbegleitenden Seminaraufgaben.