Ungefähr ab dem Ende des 7. Jahrhunderts beginnt in allen Regionen der mittelalterlichen West- und Zentralromania die schriftliche Überlieferung der verschiedenen volkssprachlichen Idiome. Zunächst handelt es sich meist um sehr kurze Texte oder Textteile, um Kritzeleien an Wänden oder auf Objekten oder um volkssprachliche Randbemerkungen in Pergamenthandschriften, die lateinische Texte enthalten. Mit diesen Einzelzeugnissen romanischer Schriftlichkeit werden wir uns im Seminar intensiv befassen: zu jedem Dokument werden wir eine genaue Beschreibung erarbeiten, die neben dem Text selbst wesentliche Merkmale des direkten sprachlichen und sozio-historischen sowie kulturellen Kontextes enthält. Wofür waren diese Texte gedacht? Was mag ihre Schreiber bewogen haben, anstelle der etablierten Schriftsprache Latein die eigene Alltagssprache niederzuschreiben? Welche Schwierigkeiten bedeutete diese Wahl? Zur Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen ziehen wir gezielt Forschungsliteratur hinzu und eignen uns theoretische und methodische Grundlagen der historischen Pragmatik und Varietätenlinguistik an. Neben ältesten Zeugnissen zum Französischen und Spanischen werden wir auch Schriftzeugnisse zum Katalanischen und Okzitanischen, Rätoromanischen und Italienischen betrachten.
Am Ende des Seminars haben wir zu jedem der behandelten Schriftzeugnisse eine Art Steckbrief erstellt, so dass insgesamt ein Portfolio zu den ältesten romanischen Schriftzeugnissen entsteht.
Für dieses Seminar sind keinerlei Kenntnisse zum Lateinischen oder zu den ältesten Sprachstufen des Französischen oder Spanischen notwendig. Aber vorausgesetzt wird die Bereitschaft, sich auf bislang unbekannte Sprachstufen und Sprachen einzulassen.
Frank-Job, Barbara, and Maria Selig, 'Early evidence and sources', in Adam Ledgeway, and Martin Maiden (eds), The Oxford Guide to the Romance Languages (Oxford, 2016; online edn, Oxford Academic, 18 Aug. 2016), https://doi.org/10.1093/acprof:oso/9780199677108.003.0003, accessed 3 Nov. 2025.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Do | 08:30-10 | 13.04.-24.07.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 23-ROM-B2_a Profile Module Linguistics Profilmodul Sprachwissenschaft | Veranstaltung zur Sprachdynamik | Study requirement
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Student information |
| Vertiefungsveranstaltung zur Sprachbeschreibung oder zur Sprachdynamik mit Lektüreschwerpunkt | Graded examination
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Student information | |
| 23-ROM-B4_a Profile Module Cultural and Media Science Profilmodul Kultur- und Medienwissenschaft | Medientechniken und -praktiken in Geschichte und Gegenwart | Study requirement
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Student information |
| Vertiefungsseminar "Kulturelle Grundlagen sprachlicher und literarischer Kommunikation" oder "Medientechniken und -praktiken in Geschichte und Gegenwart" mit Lektüreschwerpunkt | Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit insbesondere an der Erstellung des Portfolios werden als Studienleistung gewertet.
Für eine benotete Modulprüfungsleistung wird zusätzlich eine schriftliche Ausarbeitung zu einem der behandelten Schriftzeugnisse verlangt im Umfang von von 10-15 Seiten.