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300160 Problemfeldanalyse: Organisation und Organisationsprobleme der Flüchtlingshilfe (S) (WiSe 2015/2016)

Inhalt, Kommentar

Die „Problemfeldanalyse“ wird sich mit dem derzeit die Nachrichten beherrschenden Thema „Flüchtlinge“ beschäftigen – und zwar aus organisationssoziologischer Perspektive. Im Zentrum soll die Frage stehen, welche Probleme und Herausforderungen, aber gegebenenfalls auch Chancen, damit speziell für Organisationen verbunden sind (zu denken ist an zahlreiche staatlich-administrative Organisationseinheiten, an Hilfsorganisationen, an Organisationen der Krankenversorgung, Freiwilligeninitiativen, Migrantenorganisationen, aber auch an Kirchen, Schulen, Unternehmen, Gewerkschaften, Polizei usw.), wie sie die mit der Thematik verbundenen Probleme für sich definieren und Lösungen konstruieren, welche Probleme sich damit in ihren (übrigen) Umwelten stellen, wie sie „ihre“ Flüchtlingsprobleme – als einzelne bzw. koordiniert – bearbeiten und bewältigen, welche Funktionen und Folgen einzelne Maßnahmen dabei haben.
Ist auf der einen Seite evident, dass die aktuelle „Flüchtlingskrise“ erhebliche organisatorische Mittel erfordert und ohne organisatorische Maßnahmen und interorganisatorische Koordination nicht zu bewältigen ist, kann man auf der anderen Seite vermuten, dass Organisationen zwar mit ihren jeweiligen Formen der Problemlösung routiniert reagieren, sie aber in verschiedenen Hinsichten auch an Grenzen stoßen. Das betrifft, um - vor jeder Analyse im Einzelnen - ein paar Stichworte zu nennen, stark steigenden Arbeits- und Leistungsanfall, unberechenbares freiwilliges Engagement, Probleme interorganisatorischer Koordination, die faktische Unaufschiebbarkeit akuter Versorgungsfragen, den massenhaften Umgang mit menschlichen Schicksalen, legitimatorische Anfragen, Sprachbarrieren, mediale Aufmerksamkeit, Änderungstempo politischer Rahmenbedingungen usw.
Das Seminar ist als organisationssoziologische „Problemfeldanalyse“ angelegt, hat also einen primär empirischen und explorativen Charakter. Mehr noch: Im Seminar wird kein vorab festliegender Seminarplan ‚abgearbeitet‘ werden, sondern die Teilnehmer lassen sich auf ein Projektseminar ein, das mit einem ‚brainstorming‘ beginnt und dessen Ziel es ist, das „Problemfeld“ am Ende in seinen organisationssoziologisch einschlägigen Dimensionen erfasst zu haben. Das Projektseminar wird von gemeinsamen Diskussionen, vereinbarten Recherchen und Lektüren, kleinen empirischen Feldstudien und entsprechenden Kurzpräsentationen der Teilnehmer leben!
Abgesehen von der Bereitschaft, sich – auch schon im Vorfeld des Seminars – einigermaßen auf dem Stand der Pressemitteilungen zum Thema zu halten, werden im Seminar grundlegende Kenntnisse der Organisationssoziologie – mindestens auf dem Stand von Einführungsliteratur – vorausgesetzt.
Explizit sei in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass in diesem Seminar das ‚Flüchtlingsproblem‘ in gewissermaßen strikt organisationssoziologischer Perspektive behandelt werden wird. – Dies gilt nicht obwohl, sondern gerade weil es sich um ein Thema handelt, das zum einen derzeit in besonderer Weise auch politische und moralische Fragen aufwirft und entsprechende persönliche Engagements motiviert, und das zum anderen – aufgrund seiner vielen Dimensionen – auch unter anderen soziologischen Problemstellungen behandelt werden kann.
Aus ganz pragmatischen Gründen wird eine Begrenzung der empirischen Erkundungen – trotz weltgesellschaftlicher Relevanz des Problems – auf Organisationen im nationalen Rahmen (Deutschland) vorgenommen. Schon um auch interorganisatorische Aspekte der Problembearbeitung empirisch von verschiedenen Seiten aus rekonstruieren zu können, liegt es überdies nahe, Organisationen in einem ausgewählten lokalen Kontext zu fokussieren.
Es ist geplant, im Sommersemester 2016 eine (kleine) organisationssoziologische Lehrforschung zum Thema „Flüchtlinge und Organisation“ (Titel noch offen) durchzuführen. Die Problemfeldanalyse im Wintersemester ist nicht bindend mit der Lehrforschung gekoppelt. Sie bietet aber die Möglichkeit, sich inhaltlich – und ggf. mit einer Einzelleistung (Hausarbeit) – auf die Lehrforschung vorzubereiten.

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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom (Einschreibung bis SoSe 2008) H.S.2; H.S.3    
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
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