300852 Can the Subaltern Speak? Diskurs, Dekonstruktion und postkoloniales Denken (S) (WiSe 2026/2027)

Inhalt, Kommentar

Die Literaturwissenschaftlerin Gayatri Chakravorty Spivak verbindet in ihren Studien mannigfaltige Strategien und Konzepte unterschiedlicher Schulen. Besonders bekannt ist Spivak für ihren Beitrag im Feld der postkolonialen Studien, denen sie eine feministische Wendung gab. Jedoch beschränken sich Spivaks Arbeiten nicht auf Auswirkungen des Kolonialismus, sondern beschäftigt Spivak sich mit einer großen Bandbreite an Themen – von Poststrukturalismus über Literaturkritik, kontinentaler Philosophie, Feminismus, Psychoanalyse, Menschenrechts- und Entwicklungspolitik bis zu internationaler Arbeitsteilung.
Im Mittelpunkt ihres Wirkens stehen dekonstruktive Strategien (basierend auf Dekonstruktion nach Jacques Derrida), die Spivak als politische und theoretische Werkzeuge im Kampf gegen soziale Ungleichheit versteht. Zentrale Basis ihrer kritischen Auseinandersetzung sind marxistische Theorien und feministische Analysen. Stark geprägt sind Spivaks Arbeiten von der South Asian Subaltern Studies Group, deren Verständnis von Widerstand auf einer Neu-Interpretation des Konzepts der ‚Subalternen‘ Antonio Gramscis durch Ranajit Guha beruht und von Spivak weiterentwickelt wurde. Besondere Bekanntheit erlangte Spivaks Essay „Can the Subaltern Speak?“von 1988, das als eines der Gründungsdokumente der postkolonialen Studien bezeichnet wird.

Im Zentrum dieses Seminars steht das Essay „Can the Subaltern Speak?“. Daraus werden wir ausgewählte Passagen dicht kontextualisieren, indem wir die theoretischen und sozialhistorischen Bezüge herausarbeiten, die für ein Verständnis der komplexen Argumentationszusammenhänge bedeutend sind. Dazu gehört auch die Lektüre von prominenten Werken anderer Denker*innen, auf deren Basis Spivak ihre Kritik entfaltet und ihre weitere Theoretisierung vornimmt. Zu nennen sind hier unter anderen die Dekonstruktion nach Jacques Derrida, das Subjektverständnis nach Michel Foucault, das Konzept der Subalterne nach Antonio Gramsci und dessen Weiterentwicklung in den South Asian Subaltern Studies durch Ranajit Guha und Andere.
Nachdem wir uns im ersten Teil des Seminars die theoretischen Grundlagen erarbeitet und die wesentlichen Argumentationen Spivaks verstanden haben, können wir die Sitzungen im zweiten Teil für Schwerpunktthemen nutzen. Beispiele wären kritische Perspektiven auf Entwicklungspolitik, Menschenrechte aus postkolonialer Perspektive oder Kritik an der kolonialen Kontinuität des westlichen Feminismus.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Die Teilnahme am Seminar erfordert die Bereitschaft zu regelmäßiger Lektüre teils recht herausfordernder Texte in Vorbereitung auf die Sitzungen sowie aktive Teilnahme am Austausch in Kleingruppen und im Plenum. Vorkenntnisse sind zwar hilfreich, aber nicht erforderlich (und auch aufgrund der Breite der theoretischen Schnittstellen ohnehin nur facettenhaft möglich). Die Auswahl der Literatur erfolgt zu Teilen vorab seitens der Dozentin. Darüber hinaus besteht viel Raum, die Sitzungen gemeinsam entsprechend der Bedarfe und Interessen abzustimmen. Daran werden wir in den ersten Sitzungen, aber auch fortlaufend, zusammenarbeiten.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Di 12-14 X-E0-205 13.10.2026-02.02.2027

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
30-M-Soz-M9a Geschlechtersoziologie a Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
Seminar 2 Studienleistung
Studieninformation
- benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M-Soz-M9b Geschlechtersoziologie b Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
Seminar 2 Studienleistung
Studieninformation
- benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-MGS-4_a Hauptmodul 3: Geschlechterordnung(en) in Zeiten globaler Transformationen Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
Seminar 2 Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.


Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
Adresse:
WS2026_300852@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die Veranstaltungsteilnehmer*innen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_551434761@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Dienstag, 19. Mai 2026 
Letzte Änderung Zeiten:
Dienstag, 25. August 2026 
Letzte Änderung Räume:
Dienstag, 25. August 2026 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Soziologie
Fragen oder Korrekturen?
Fragen oder Korrekturwünsche zu dieser Veranstaltung?
Planungshilfen
Terminüberschneidungen für diese Veranstaltung
Link auf diese Veranstaltung
Wenn Sie diese Veranstaltungsseite verlinken wollen, so können Sie einen der folgenden Links verwenden. Verwenden Sie nicht den Link, der Ihnen in Ihrem Webbrowser angezeigt wird!
Der folgende Link verwendet die Veranstaltungs-ID und ist immer eindeutig:
https://ekvv.uni-bielefeld.de/kvv_publ/publ/vd?id=551434761
Seite zum Handy schicken
Klicken Sie hier, um den QR Code zu zeigen
Scannen Sie den QR-Code: QR-Code vergrößern
ID
551434761