Inhalt: Soziale Zugehörigkeit ist ein wichtiges menschliches Bedürfnis und kann sowohl unterschiedliche Dimensionen annehmen als auch in verschiedenen Lebensbereichen eine Rolle spielen. So sind Partnerschaften, familiale Zusammenhänge und Freundschaften häufig thematisierte soziale Beziehungen im Privatleben, die soziale Zugehörigkeit herstellen können. Aber auch im Arbeitsleben arbeiten Menschen selten isoliert, sondern meistens in Interaktion mit anderen Menschen, sodass soziale Beziehungen mit Kollegen, Vorgesetzten und innerhalb von Arbeitsteams soziale Zugehörigkeit generieren können. Solche sozialen Interaktionen können soziale Zugehörigkeit entweder fördern oder behindern. Förderlich sind beispielsweise instrumentelle oder emotionale Unterstützung, hinderlich dagegen Konflikte oder Mobbing.
Soziale Zugehörigkeit kann sich in verschiedenen Lebensbereich wiederum positiv auswirken, beispielsweise durch eine bessere Gesundheit, ein höheres Wohlbefinden und ein längeres Leben. Das Fehlen sozialer Zugehörigkeit oder soziale Isolation kann dagegen negative Effekte haben.
Lehrforschungsprojekte können sich entsprechend einerseits der Erklärung sozialer Zugehörigkeit widmen, indem sie sich zum Beispiel verschiedenen Formen von Unterstützung und/oder Konflikten anschauen oder Bedingungen analysieren, unter denen soziale Zugehörigkeit gefördert oder behindert wird. Andererseits können Lehrforschungsprojekte auch auf die Konsequenzen von sozialer Zugehörigkeit bzw. des Fehlens sozialer Zugehörigkeit für verschiedene Lebensbereiche fokussieren, also beispielsweise gesundheitliche Auswirkungen, Einsamkeit, Karrierechancen usw.
Lernziele: Im Rahmen dieser einsemestrigen Lehrforschung lernen die TeilnehmerInnen das Vorgehen quantitativer empirischer Sozialforschung kennen und durchzuführen. Dabei werden folgende Phasen des Forschungsprozesses exemplarisch durchgeführt: a) die Recherche und Aufbereitung von Literatur, b) die Entwicklung einer Forschungsfrage, c) ggfls. die Entwicklung und Durchführung einer eigenen Erhebung zur gewählten Fragestellung, d) die Aufbereitung und Analyse quantitativer Daten und e) die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse in mündlicher und schriftlicher Form. Nach einem Einstieg zum Stand der Forschung (Theorie und Empirie) finden die Erarbeitung und empirische Umsetzung des Forschungsprojektes statt. Der Zwischenstand der Gruppenarbeit in den Forschungsprojekten wird immer wieder präsentiert und durch Feedback unterstützt. Ziel der Lehrforschung ist es, dass alle Teilnehmenden allein oder in Gruppenarbeit einen Lehrforschungsbericht zu der Bearbeitung einer selbstgewählten Fragestellung verfassen.
Die 4 SWS umfassende Lehrforschung setzt sich aus einer Mischung aus Inputvorträgen in Präsenz, angeleiteter Arbeit mit Stata und Selbstlehrphasen bzw. der eigenständigen Arbeit an den eigenen Forschungsprojekten zusammen.
Je nach Interesse und Präferenzen der Teilnehmenden gibt es die Auswahl zwischen zwei Schwerpunkten:
A - Eigene Erhebung: In dieser Variante konzipieren alle Teilnehmenden in Gruppenarbeit eine gemeinsame Erhebung (z.B. Online-Befragung), führen diese durch und werten die Daten aus.
B - Sekundäranalyse: In dieser Variante dienen quantitative Umfragedaten als Grundlage für die Lehrforschungsprojekte (z.B. SOEP, ESS).
Den Schwerpunkt legen wir am Anfang des Semesters auf Basis der individuellen und gemeinsamen Forschungsinteressen fest.
1. Basiskenntnisse in quantitativen Methoden (deskriptive Auswertungen, lineare Regressionsmodelle) empfohlen
2. Basiskenntnisse in Stata oder einem anderen Statistikprogramm
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mi | 14:00-18:00 | 13.04.-24.07.2026 |
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 30-M-Soz-M7_LF1 Lehrforschung in Sozialstruktur und sozialer Ungleichheit Lehrforschung in Sozialstruktur und sozialer Ungleichheit | Alternativ zu Seminar 1 und Seminar 2: großes Seminar | Studienleistung
|
Studieninformation |
| - | benotete Prüfungsleistung | Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
1. Regelmäßige Teilnahme
2. Entwicklung und Präsentation von Forschungsfrage, Forschungshypothesen und Zwischenständen sowie regelmäßiges gegenseitiges Feedback
3. Erstellung des Lehrforschungsberichtes: Der Lehrforschungsbericht umfasst die Darstellung der Forschungsfrage, des theoretischen Rahmens, die Beschreibung des methodischen Vorgehens, die Ergebnispräsentation und eine abschließende Diskussion der Arbeit