Kaum ein Buch hat die moderne Wirtschaftswissenschaft so geprägt wie die „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ des englischen Ökonomen John Maynard Keynes, die 1936 erschien. Sie stellte zugleich eine Synthese unterschiedlicher Spezialdiskussionen der ökonomischen Theorie der 1920er und 1930er Jahre dar, wie auch eine Anleitung zur Überwindung der Weltwirtschaftskrise durch eine aktive staatliche Wirtschaftspolitik in England. Mit einem Rezeptionsumweg über die USA bildete das Buch wie auch Keynes wirtschaftspolitische Aktivitäten während des Krieges die Grundlage für die Weltwirtschaftsordnung der Nachkriegszeit, das „System von Bretton Woods“. Keynes ist daher mit Recht als der wichtigste Ökonom des 20. Jahrhunderts bezeichnet worden.
Das Seminar geht von der Bedeutung des Wirtschaftstheoretikers Keynes aus und beginnt mit einer kritischen Lektüre der „General Theory“. Hierbei wird schnell deutlich werden, dass dieses Buch weit mehr ist als eine Wirtschaftstheorie. Durch Keynes zahlreiche Kontakte in die Intellektuellenzirkel in Cambridge und London und seine Verbindungen in die Politik flossen Aspekte der englischen Ideengeschichte ein, die weit über den Bereich des Ökonomischen hinaus gehen. Daher wird in einem zweiten Schritt im Seminar die Biographie dieses faszinierenden Mannes erschlossen werden, der im englischen Finanzministerium bei den Plänen zu einer Währungsreform in Indien mitwirkte, nach dem Ersten Weltkrieg zur englischen Delegation bei den Versailler Friedensvertragsverhandlungen gehörte, sich in den 1920er Jahren als Buchautor und Investor verdingte und schließlich während des Zweiten Weltkrieges der entscheidende Unterhändler in ökonomischen Fragen zwischen den USA und Großbritannien war. Im letzten Drittel des Seminar wird die Rezeptionsgeschichte der „General Theory“ zum Thema werden. Wie wurde die „General Theory“ zum Dogma des „Keynesianismus“ weiterentwickelt und auf welchen Wegen wurde dieses Dogma in England, den USA, Frankreich und schließlich Deutschland zur vorherrschenden und zentralen wirtschaftspolitischen Ideologie der 1950er und 1960er Jahre?
Robert Skidelesky: John Maynard Keynes, 3 Bde. 1992ff
Peter Hall (Hg): Keynes Across the Nations. London 1991
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period |
|---|
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
|
22-M-4.3
Master Module Modern Period
Mastermodul Moderne
4.3.2 |
Masterseminar | Study requirement
Graded examination |
Student information |
|
22-M-4.4.1
Profile Module "History of the European Modern Period"
Profilmodul "Geschichte der europäischen Moderne"
4.4.1.2 |
Masterseminar | Study requirement
Graded examination |
Student information |
|
22-M-4.4.7
Profile Module "Social and Economic History"
Profilmodul "Sozial- und Wirtschaftsgeschichte"
4.4.7.2 |
Masterseminar | Study requirement
Graded examination |
Student information |
|
22-M-4.5
Research Module
Forschungsmodul
4.5.2 |
- | Graded examination | Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschichtswissenschaft / Master | (Enrollment until SoSe 2012) | 4.5.2 | 4 | ||||
| Geschichtswissenschaft / Master | (Enrollment until SoSe 2012) | 4.3.2; 4.4.2 | 9 | ||||
| History, Philosophy and Sociology of Science / Master | (Enrollment until SoSe 2014) | Hauptmodul 3 | Wahlpflicht | 2 | zusätzlich 4 LP für eine benotete Einzelleistung, 2 LP für eine unbenotete Einzelleistung | ||
| Politische Kommunikation / Master | (Enrollment until SoSe 2013) | 3.3 |
Das Seminar setzt keine dezidierten makroökonomischen Kenntnisse voraus. Interesse an der Geschichte der Wirtschaftstheorie und der Besuch der entsprechenden "Historischen Kontextualisierung" sind von Vorteil.