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250325 Identitätspolitik in der Migrationsgesellschaft. Kulturelle Aneignung, Privilegienschelte und Sprechverbote - sind antirassistische und postkoloniale Identitätspolitik identitär und autoritär geworden? (S) (SoSe 2021)

Inhalt, Kommentar

Das Seminar findet digital, live zur genannten Zeit & z.T. digital, im Selbststudium (online synchron/asynchron) statt.

Ob in Frankreich, den USA oder in Deutschland, in westlichen Universitäten werden postkoloniale, weißseinskritische und antirassistische Diskurse immer sichtbarer und einflussreicher. Eine der Kernbotschaften dieser Denkschulen ist, dass weiße Menschen bis heute in postkoloniale Machtverhältnisse verstrickt sind von denen sie profitieren und die ihnen Privilegien verleihen, die Schwarze und People of Color nicht besitzen. Mit ihrer Etablierung im akademischen Raum wird gleichzeitig aber auch die Kritik an diesen Ansätzen und Theorien vernehmbarer. Problematisiert wird insbesondere, dass mit diesen Denkschulen verbundene Konzepte, wie das der kulturellen Aneignung oder die Kritik weißer Privilegien fragwürdige, nämlich identitäre und essentialistische Vorstellungen von Ethnizität und Zugehörigkeit transportieren. Statt Identitäten zu dekonstruieren, zu dynamisieren und zu hybridisieren, würden Hautfarbe, Kultur und Identität fest und unauflöslich aneinander gebunden und somit Zugehörigkeit zu einem unveränderbaren Merkmal gemacht.

Als Beispiele für eine fehlgeleitete Identitätspolitik in der Migrationsgesellschaft werden immer wieder Forderungen von Lehrenden als auch Studierenden angeführt wie: Nur Schwarze und People of Color dürfen definieren, was Rassismus ist, weiße Menschen sollen sich aufgrund ihrer strukturellen Privilegien ihres Rassismus bewusst werden oder Weiße dürfen sich kulturelle Praktiken und Symbole marginalisierter Gruppen und Kulturen nicht zu eigen machen. Wer als Weißer Dreadlocks trägt, indigene Gewänder anzieht, traditionelle Yogakurse besucht oder Symbole anderer Kulturen und Religionen verwendet, würde die Kultur der Anderen adaptieren und sich somit eines kulturellen Imperialismus schuldig machen.

Darüber hinaus wird kritisiert, dass in postkolonialen und antirassistischen Diskursen vermeintlich eindeutige Schuld- und Opferidentitäten zugewiesen werden, Klassenkämpfe durch Identitäts- und Anerkennungskämpfe ersetzt werden, Kapitalismuskritik ausgeblendet wird und die Lebensformen und Religionen von Minderheiten von Vertreter*innen der Dominanzkultur nicht kritisiert werden dürften. Kritiker*innen der Identitätspolitik sehen in den weißseinskritischen postkolonialen Argumentationsmustern die Zementierung ethnisierender Kategorisierungen und Zuschreibungen, eine große Hürde für gemeinsame Kämpfe und eine Preisgabe universalistischer Positionen und menschenrechtlicher Normen zugunsten von Minderheitenrechten und Kulturrelativismus.

Vor dem Hintergrund dieser Debatten wollen wir uns im Seminar die Frage stellen, wie berechtigt diese Kritik ist. Dies ist mitnichten nur eine theoretische Frage, sondern die Beantwortung hat weitreichende Implikationen, gerade auch für eine antirassistische und postkoloniale Migrationspädagogik, die mit diesen Konzepten arbeitet.

In diesem Seminar soll es vor allem um folgende Fragen gehen:

- Was bedeutet Identitätspolitik im Kontext antirassistischer und postkolonialer Kritik?
- Sind die Rechte von Minderheiten und unterpriviligierten Gruppen nicht immer durch Identitätspolitik erstritten worden?
- Sind Minderheitenrechte marginalisierter Gruppen auch dann schutzwürdig, wenn diese dazu genutzt werden, interne Minderheiten wie Homosexuelle oder Frauen zu unterdrücken?
- Können Menschen nur in den Kategorien antworten und Widerstand leisten, mit denen sie diskriminiert und rassifiziert werden?
- Sind nicht auch die Privilegien weißer Menschen kontextabhängig, instabil und veränderbar?
- Verhindert und blockiert Identitätspolitik die Emanzipation aller?
- Ist es nicht auch rassistisch Weißsein zum Bewertungsmaßstab von Menschen und ihren Beiträgen und Argumenten zu machen?
- Welche pädagogischen Konsequenzen lassen sich aus der identitätspolitischen Debatte ziehen?

In dieser Veranstaltung findet ein Platzvergabeverfahren statt. Bitte informieren Sie sich hier über den Ablauf: http://www.uni-bielefeld.de/erziehungswissenschaft/bie/faq.html

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Master of Arts: Voraussetzung ist die Einschreibung im Master of Arts Erziehungswissenshaft im SoSe 2021.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Mi 12-14 ONLINE   12.04.2021-23.07.2021

Klausuren

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
25-ME-A4 Inhaltliche Fokussierung E1: Inhaltliche Fokussierung 1 Studienleistung
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E2: Inhaltliche Fokussierung 2 Studienleistung
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benotete Prüfungsleistung
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25-ME-B4 Inhaltliche Fokussierung E1: Inhaltliche Fokussierung 1 Studienleistung
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E2: Inhaltliche Fokussierung 2 Studienleistung
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25-ME-C2 Ausgewählte Felder der Migrationspädagogik, Civic- and International Education E1: Migrationspädagogik and International Education Studienleistung
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25-ME-C4 Inhaltliche Fokussierung E1: Inhaltliche Fokussierung 1 Studienleistung
unbenotete Prüfungsleistung
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E2: Inhaltliche Fokussierung 2 Studienleistung
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benotete Prüfungsleistung
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25-ME3 Forschungsprojekt E1: Thematische Einführung Studienleistung
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25-ME3-IT Forschungsprojekt E1: Thematische Einführung Studienleistung
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25-UFP6-C Fachbezogene Vertiefung: Migrationspädagogik, Civic- and International Education E1: Migrationspädagogik and International Education Studienleistung
unbenotete Prüfungsleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
Teilnehmer*innen
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