„Schreibstubenherrschaft“ lautet eine Definition von Bürokratie, die bei Max Weber eine moderne Herrschafts- und Lebensform und damit eine Facette der Entzauberung der Welt darstellt. Ein Blick in die Literaturgeschichte zeigt, dass Literatur und Bürokratie einander keineswegs feindlich gegenüberstehen, sondern sich wechselweise befördern und deren Schriftpraxen konvergieren: Nicht nur überlagern sich literarischer und administrativ-juristischer Schriftverkehr auf den Schreibtischen von Autoren wie Franz Kafka und Albert Drach, literarische Texte beschreiben bürokratische Strukturen, rechnen ihnen etwas hinzu und wachsen sich zu regelrechten Bürokratiefiktionen aus.
Im Seminar lesen wir Schriften von Max Weber, Theodor W. Adorno und Cornelia Vismann und untersuchen literarische Schlüsseltexte von Herman Melville, Robert Walser, Albert Drach und David Foster Wallace auf ihre Differenzen und Konvergenzen von bürokratischem und poetischem Schreiben.
Aufgrund der Pandemie müssen uns auf eine Online-Lehr-Lern-Situation einstellen. Die Veranstaltung findet statt und kombiniert synchrone mit asynchroner Lehre.
Hilfreich, aber nicht Voraussetzung ist die Teilnahme an der BA-Veranstaltung Kafka Lesen im WS 2019/2020.
Zur Einführung empfohlen:
Oliver Jahraus: Kafka und der Film, in: Kafka-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung, Göttingen 2008, S. 224-236
Hanns Zischler. Kafka geht ins Kino, Galiani Verlag, Berlin 2017
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The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Interesse an Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Film.
Bereitschaft zur intensiven Beschäftigung mit Literaturverfilmungen in einer Arbeitsgruppe.