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230083 Meister Eckhart (S) (SoSe 2020)

Diese Veranstaltung ist ausgefallen!

Inhalt, Kommentar

Was wird heute nicht alles als 'mystisch' bezeichnet! Und wer verstünde nicht 'irgendetwas Geheimnisvolles'unter dem Begriff 'Mystik'! Keiner der mittelalterlichen Mystiker hat eine so reiche und komplexe, bis in das 20. Jahrhundert hinein reichende Rezeptionsgeschichte wie Meister Eckhart: Grund genug, einmal auf die Texte selbst zurückzugehen.
Die Textgeschichte der lateinischen und vor allem der (mittelhoch-)deutschen Schriften Meister Eckharts, die sämtlich im Rahmen seiner Lehr- und Predigttätigkeit im Dominikanerorden in der Zeit um 1300 entstanden sind, ist auf engste mit der Religions- und Geistesgeschichte des deutschen Sprachgebiets verbunden. Obwohl sie – bis auf die ‚Rede der unterscheidunge‘ – durchweg anonym oder unter anderen Verfassersignaturen überliefert wurden, waren die Texte doch stets Gegenstand von Auseinandersetzungen, die sich an der Person des Urhebers entzündeten. War er für Heinrich Seuse „der selig meister Eghart“, verurteilte Papst Johannes XXII. im Jahr 1329 (‚In agro dominico‘) einige Punkte seiner Lehre als häretisch. Sah Nikolaus von Kues in ihm einen Geistesverwandten, polemisierten die Vertreter der spätmittelalterlichen religiösen Erneuerungsbewegung der Devotio moderna heftig gegen ihn und gegen sein vermeintlich pantheistisches Weltbild. Sind seine Ideen vom ‚Seelengrund‘, von der ‚Gelassenheit‘ oder von der ‚Gottesgeburt im Herzen‘ Herausforderungen für christliche Mystiker aller Konfessionen und Zeiten, bestreitet man zugleich immer wieder, es hier überhaupt mit Mystik zu tun zu haben; man stuft Eckhart dann als normalen Scholastiker ein oder feiert ihn – nicht nur der Nazizeit – als ‚Deutschen Philosophen‘. Ob Martin Luther bei seiner folgenreichen Kritik an der ‚Werkgerechtigkeit‘ Gedanken und Formulierungen von Eckhart im Sinn haben konnte (z.B. „wan diu werk enheiligent uns niht, sunder wir suln diu werk heiligen“), lässt sich bei der schwierigen Überlieferungslage der Texte nicht endgültig klären.
Erst mit der Kritischen Gesamtausgabe (‚Die deutschen und lateinischen Werke‘, seit 1936, heute fast vollständig) liegt das Œuvre Eckharts nun überschaubar vor. Im Seminar sollen ausgewählte Textstellen daraus im Original gemeinsam gelesen, übersetzt und kommentiert werden. Dabei kann die zweibändige Auswahlausgabe von Niklaus Largier aus dem Deutschen Klassiker Verlag, die auch im Taschenbuch vorliegt, eine gute Grundlage sein.

Literaturangaben

Textgrundlage:
Meister Eckhart, Werke, hg. v. Niklaus Largier, 2 Bde. (= Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch. 24 u. 25), Frankfurt a.M. 2008. ISBN 978-3-618-68024-6 u. 978-3-618-68025-3.
Zur ersten Information:
Uta Störmer-Caysa, Einführung in die mittelalterliche Mystik (= Reclams Universal-Bibliothek. 17646), Stuttgart 2004. ISBN 978-3-15-017646-7.

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