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220123 Ernährungsbedingungen und Konsumgewohnheiten der Vormoderne aus kultur- und sozialgeschichtlicher Perspektive (S) (SoSe 2018)

Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
Art(en) / SWS
S / 2
Zeitraum
09.04.2018-20.07.2018
Voraussichtl. Wiederholung

Lehrende

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Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Do 14-16 C6-200 09.04.2018-20.07.2018
nicht am: 10.05.18

Klausuren

  • Keine gefunden

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-3.1 Hauptmodul Vormoderne
3.1.10
Seminar Vormoderne Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
Studieninformation
22-3.8 Wahlfreies Hauptmodul
3.1.10
Seminar Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
Studieninformation
25-FS-EM Einführungsmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
25-FS-GM Grundlagenmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Studieren ab 50    

Allgemeine Anforderungen bei Lehrveranstaltungen:

Die Anforderungen an die aktive Teilnahme (nur gültig für Studienmodell 2002) sind hier erläutert. In den FsB und Modulhandbüchern finden sich Informationen, ob Studienleistungen (nur gültig für Studienmodell 2011)/Einzelleistungen/Modul(teil)prüfungen vorgesehen sind, und welche Anforderungen hierfür bestehen.

Inhalt, Kommentar

Mit den beiden Stichworten ‚Hunger’ und ‚Überfluss’ wird in der Forschung auf epochale Charakteristika der Ernährung in Europa aufmerksam gemacht, die für die Mehrheit der Bevölkerung relevant waren. So war für die meisten Menschen in weiten Teilen Mitteleuropas Hunger eine selbstverständliche Erfahrung in der Vormoderne, mit der sie wiederholt und Zeit ihres Lebens konfrontiert wurden. Diese existentielle Herausforderung trat seit der zweiten Hälfte des 19. Jhs. in Mitteleuropa immer seltener auf, und wenn dann zumeist – wie etwa 1917 und zu Beginn der 1940er Jahre – unter extremen Bedingungen des Krieges. Daher wird es geradezu als ein Kennzeichen der Moderne angesehen, wenn die Versorgung der Bevölkerung zumindest mit Grundnahrungsmitteln unter den beiden Bedingungen gewährleistet ist, dass, erstens, Lebensmittel auf lokalen Märkten jederzeit zur Verfügung stehen und erworben werden können, und dass, zweitens, die Mehrheit der Bevölkerung über genügend Kaufkraft verfügt, um die benötigten Produkte kaufen zu können. Insofern diese beiden Bedingungen erfüllt sind, wird in der Forschung auch vom Beginn der Konsumgesellschaft gesprochen, in der – im Unterschied zur Vormoderne – nunmehr für die meisten die Erfahrung des Überflusses vorherrschend wurde. Mit der Hypothese, dass die Anfänge solchermaßen von Marktmechanismen gesteuerten Konsumgesellschaften bereits in den Niederlanden des 17. Jhs. und vor allem dann im England des 18. Jhs. verortet werden können, setzte die Konsumgeschichte als neuer Zweig der Geschichtswissenschaft zu Beginn der 1980er Jahre ein erstes Ausrufezeichen (N. McKendrick, J. Brewer, J.H. Plumb, 1982).

Der thematische Schwerpunkt des Seminars wird zum einen auf Ernährungsbedingungen, zum anderen auf Konstellationen eines entstehenden Konsumverhaltens gegenüber Lebensmitteln in der Vormoderne liegen, um eine pragmatische Auswahl aus dem weiten und immer weiter expandierenden Themenspektrum der Konsumgeschichte zu treffen. Dass Phänomene des Hungers und auch des Überflusses in der Vormoderne bereits in der älteren Annales-Schule thematisiert worden sind, lässt sich beispielsweise dem fulminanten Überblick Fernand Braudels 'Die Geschichte der Zivilisation' von 1967 (frz.) bzw. 1971 (dt.) und auch einigen deutschsprachigen Werken der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der 1960er und 1970er Jahre entnehmen, wofür die Untersuchung Ulf Dirlmeiers von 1978 exemplarisch steht; diese Darstellungen werden im Seminar auszugsweise besprochen.

Literaturangaben

Literatur in Auswahl:

Wilhelm Abel, Massenarmut und Hungerkrisen im vorindustriellen Europa. Versuch einer Synopsis, Hamburg / Berlin 1974; ders., Stufen der Ernährung. Eine historische Skizze, Göttingen 1981; Fernand Braudel, Die Geschichte der Zivilisation. 15. bis 18. Jahrhundert, Mün-chen 1971; Ulf Dirlmeier, Untersuchungen zu Einkommensverhältnissen und Lebenshaltungskosten in oberdeutschen Städten des Spätmittelalters, Heidelberg 1978; Ulf Dirlmeier / Gerhard Fouquet, Ernährung und Konsumgewohnheiten im spätmittelalterlichen Deutschland, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 44 (1993), S. 504-526; Heinz-Gerhard Haupt, Konsum und Handel. Europa im 19. und 20. Jahrhundert, Göttingen 2003; Neil McKendrick / John Brewer / John H. Plumb, The birth of a consumer society: the commercialization of eighteenth-century England, London 1982; Detlev Kraack / Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt (Hrsg.), Essen und Trinken. Zur Ernährungsgeschichte Schleswig-Holsteins, Neumünster 2010; Massimo Livi-Bacci, Europa und seine Menschen. Eine Bevölkerungsgeschichte, München 1999; Massimo Montanari, Der Hunger und der Überfluss. Kulturgeschichte der Ernährung in Europa, München 1993; Michael Prinz (Hrsg.), Der lange Weg in den Überfluss. Anfänge und Entwicklung seit der Vormoderne, Paderborn / München / Wien / Zürich 2003; Ernst Schubert, Essen und Trinken im Mittelalter, Darmstadt 2010; Hannes Siegrist / Hartmut Kaelble / Jürgen Kocka (Hrsg.), Europäische Konsumgeschichte. Zur Gesellschafts- und Kul-turgeschichte des Konsums (18. bis 20. Jahrhundert), Frankfurt, Main / New York 1997; Margit Szöllösi-Janze, Notdurft – Bedürfnis. Historische Dimension eines Begriffswandels, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 48 (1997), S. 653-707.

Lernraum (E-Learning)

Zu dieser Veranstaltung existiert ein Lernraum im E-Learning System. Lehrende können dort Materialien zu dieser Lehrveranstaltung bereitstellen:

TeilnehmerInnen
registrierte Anzahl : 7
Dies ist die Anzahl der Studierenden, die die Veranstaltung im Stundenplan gespeichert haben. In Klammern die Anzahl der über Gastaccounts angemeldeten Benutzer/innen.
Abruf der Liste der Teilnehmer/innen :
Lehrende und ihre Sekretariate können sich die Liste der im eKVV registrierten Teilnehmer/innen über die passwortgeschützen eKVV Seiten abrufen: Meine Veranstaltungen
Falls Sie noch keinen BIS Zugang besitzen oder generelle Hinweise zum Abrufen und zum Umgang mit den Teilnehmerlisten suchen nutzen Sie unsere Hilfeseite
Dort finden Sie auch Informationen dazu, wie Sie aus einer Teilnehmerliste die Ergebnisliste für die Prüfungsdokumentation erstellen und wie Sie diese an die Prüfungsämter übermitteln können.
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Adresse :
SS2018_220123@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die VeranstaltungsteilnehmerInnen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die TeilnehmerInnen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_120872318@ekvv.uni-bielefeld.de
Reichweite :
7 Studierende direkt per E-Mail erreichbar
Hinweise :
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
E-Mailarchiv
Anzahl der Archiveinträge: 7
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Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende :
Donnerstag, 4. Januar 2018 
Letzte Änderung Zeiten :
Donnerstag, 22. März 2018 
Letzte Änderung Räume :
Donnerstag, 22. März 2018 
Sonstiges
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