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220099 Personenkulte und Staatsbildung im Osteuropa des 20. Jahrhunderts (S) (SoSe 2018)

Inhalt, Kommentar

Unter „Personenkult“ lässt sich die Sakralisierung einer realen Person verstehen, deren Image mit kommunikativen Ressourcen die Bevölkerung ansprach und durch welche kollektive Projektionen bzw. Sinnzuschreibungen zum Kult wurden. Die Personenkulte stellten staatlich-soziale Konstruktionen dar, die auf einem Personenmythos beruhten und in Ritualen des Personenkults zur sichtbaren Inszenierung gebracht wurden. Sie wurden von der Macht für politische Zwecke und für den ideologischen Kampf instrumentalisiert. Die Mythen um die propagierten Personen stellten neben der idealisierten Biographie eine Interpretation von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dar und waren oft in die konkurrierenden Meistererzählungen des 20. Jahrhunderts integriert. Die Veranstaltung geht von der Prämisse aus, dass Personenkulte als Ausdruck der symbolischen Politik und sozialen Hierarchien, als Anspruch auf Machtausübung sowie auf Inklusion und Exklusion sozialer Akteure in oder aus dem Raum des Politischen zu analysieren sind. Gleichzeitig waren sie ein Mobilisierungsinstrument, um die Massen für das Regime zu gewinnen, Vertrauen zur Herrschaft entstehen zu lassen und die Vorteile des eigenen Systems bzw. die Nachteile der anderen Gesellschaftsordnung mit einem menschlichen Antlitz zu repräsentieren.

Literaturangaben

Heller K., Plamper J. (ed.). Personality Cults in Stalinism – Personenkulte im Stalinismus. Göttingen, 2004.

Apor B., Behrends J. C., Jones P., Rees E. A. (ed.). The Leader Cult in Communist Dictatorship: Stalin and the Eastern Bloc. Basingstoke, 2004.

Ennker B., Hein-Kircher H. (Hg.). Der Führer im Europa des 20. Jahrhunderts. Marburg, 2010.

Leese D., The Cult of Personality and Symbolic Politics, in: The Oxford Handbook of the History of Communism, ed. by S. A. Smith, Oxford 2013: 339-354.

Loiperdinger M., Herz R., Pohlmann U. (Hg.). Führerbilder: Hitler, Mussolini, Roosevelt, Stalin in Fotografie und Film. München, 1995.

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