Kooperativer Intergruppenkontakt gilt als erfolgreiche Methode zum Abbau von Vorurteilen und Intergruppenkonflikten (Allport, 1954; Pettigrew & Tropp, 2006). Neuere Untersuchungen zeigen, dass auch imaginierter Kontakt, also die bloße gedankliche Simulation eines Kontaktes mit Fremdgruppenmitgliedern, zu einer Verringerung von Vorurteilen führen kann (z.B. Turner, Crisp & Lambert, 2007). Welche kognitiven Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit dieses experimentellen Paradigmas auf die Reduktion von Vorurteilen? Im Rahmen dieses Empras soll untersucht werden, welche Rolle insbesondere die psychologische Distanz hierbei spielt. Psychologisch distant sind Objekte, wenn sie nicht in der direkten und unmittelbaren Realität vom Selbst erfahren werden und daher mental konstruiert werden müssen. Die bekannteste Theorie, die sich mit psychologischer Distanz beschäftigt, ist die „Construal Level Theorie“ (CLT; Trope & Liberman, 2010). Laut CLT setzt sich psychologische Distanz aus vier unterschiedlichen Formen von Distanz zusammen: zeitliche, räumliche und soziale Distanz sowie Wahrscheinlichkeit. Eine Hauptannahme der CLT ist, dass sich unsere mentalen Repräsentationen in Abhängigkeit von Distanz zu einem Ereignis oder Objekt unterscheiden. Je größer die Distanz, umso wahrscheinlicher werden Ereignisse abstrakt repräsentiert (high level construal); je geringer die Distanz, umso wahrscheinlicher werden Ereignisse konkret repräsentiert (low level construal). Im Rahmen des Empras soll nun geprüft werden, inwiefern sich psychologische Distanz zum einen und unterschiedlich abstrakte mentale Repräsentationen zum anderen auf die positiven Effekte imaginierten Kontakts auswirken können. Eine Fragestellung könnte sich beispielsweise damit beschäftigen, ob imaginierter Kontakt nur dann erfolgreich ist, wenn man ihn in unmittelbarer Zukunft stattfindend imaginiert oder ob Kontakt auch positive Auswirkungen haben kann, wenn er in der ferneren Zukunft stattfindend imaginiert wird. Eine weitere mögliche Fragestellung wäre, ob imaginierter Kontakt in Abhängig von der mentalen Repräsentation auch negative Auswirkungen haben kann.
Ziele der Veranstaltung:
(1) Studierende durch aktive Teilnahme an allen Phasen des Forschungsprozesses mit den Grundlagen experimentellen Arbeitens in der Sozialpsychologie vertraut machen;
(2) effektive Gruppenarbeit einüben.
In wöchentlichen Sitzungen werden jeweils im Plenum Logik und Methode des Experiments sowie statistische Grundlagen, Ananlyseverfahren und deren Umsetzung in SPSS vorgestellt und anhand von Übungen vertieft. In Kleingruppen erarbeiten die TeilnehmerInnen zeitlich parallel spezifische Fragestellungen, die Aspekte der aktuellen sozialpsychologischen Forschung aufgreifen.
Den Hauptteil der Veranstaltung bilden die Planung, Durchführung und Auswertung der Experimente in Gruppen von jeweils 4 Studierenden unter Anleitung. Die Gruppen treffen sich auch außerhalb der festen Veranstaltungszeiten, insbesondere während der Datenerhebung. Im letzten Abschnitt des Projektseminars erstellt jede Gruppe einen Forschungsbericht und stellt ihre Ergebnisse im Plenum vor.
Ausschließlich für Studierende im BSc-Studiengang Psycholgie.
Die TeilnehmerInnen sollten die Methodenveranstaltungen des ersten Semesters erfolgreich abgeschlossen haben.
Teilnahmebegrenzung: 16 Studierende
Verbindliche Anmeldung in der ersten Sitzung, Raum und Zeit wird noch bekannt gegeben.
Begründung der Teilnahmebegrenzung: Bei einer maximalen Gruppengröße von 4 Studierenden können im Rahmen der vorgesehenen Betreuungszeiten und aufgrund des hohen apparativen Aufwandes (i.d.R. computergestützte Experimente) maximal 4 Gruppen, d.h. 16 Studierende, in der Veranstaltung betreut werden.
Pettigrew, T. F., & Tropp, L. R. (2006). A meta-analytic test of intergroup contact theory. Journal of Personality and Social Psychology, 90, 751-783.
Trope, Y., & Liberman, N. (2012). Construal level theory. In P. A. M. Van Lange, A. W. Kruglanski & E. T. Higgins (Eds.), Handbook of theories of social psychology (Vol 1), pp. 118-134. Thousand Oaks, CA: Sage Publications.
Turner, R. N., Crisp, R. J., & Lambert, E. (2007). Imagining intergroup contact can improve intergroup attitudes. Group Processes and Intergroup Relations, 10, 427-441.
Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
---|---|---|---|---|---|
one-time | Mo | 10-12 | C0-116 | 08.04.2013 | gemeinsame Vorbesprechung Empra |
weekly | Mo | 10-14 | F1-125 | 15.04.-12.05.2013 | |
one-time | Mo | 10-14 | F1-125 | 24.06.2013 | |
one-time | Mo | 10-14 | F1-125 | 15.07.2013 | |
one-time | Mi | 12-14 | C01-252 | 09.10.2013 |
Module | Course | Requirements | |
---|---|---|---|
27-C_ver1 Einführung in empirisch-wissenschaftliches Arbeiten | C.2 Empirisch-Experimentelles Projektseminar | Graded examination
|
Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
---|---|---|---|---|---|---|---|
Psychologie (Kernfach) / Bachelor | (Enrollment until SoSe 2011) | Kernfach | C.3 | 8 | benotet |
Benotete Einzelleistung mit 6 LP für regelmäßige aktive Teilnahme (d.h. Mitwirkung an der Planung, Durchführung und Analyse einer empirischen Studie) und die Erstellung eines Forschungsberichts.