270165 Empirisch-experimentelles Projektseminar in der Sozialpsychologie (S) (SoSe 2013)

Inhalt, Kommentar

Kooperativer Intergruppenkontakt gilt als erfolgreiche Methode zum Abbau von Vorurteilen und Intergruppenkonflikten (Allport, 1954; Pettigrew & Tropp, 2006). Neuere Untersuchungen zeigen, dass auch imaginierter Kontakt, also die bloße gedankliche Simulation eines Kontaktes mit Fremdgruppenmitgliedern, zu einer Verringerung von Vorurteilen führen kann (z.B. Turner, Crisp & Lambert, 2007). Welche kognitiven Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit dieses experimentellen Paradigmas auf die Reduktion von Vorurteilen? Im Rahmen dieses Empras soll untersucht werden, welche Rolle insbesondere die psychologische Distanz hierbei spielt. Psychologisch distant sind Objekte, wenn sie nicht in der direkten und unmittelbaren Realität vom Selbst erfahren werden und daher mental konstruiert werden müssen. Die bekannteste Theorie, die sich mit psychologischer Distanz beschäftigt, ist die „Construal Level Theorie“ (CLT; Trope & Liberman, 2010). Laut CLT setzt sich psychologische Distanz aus vier unterschiedlichen Formen von Distanz zusammen: zeitliche, räumliche und soziale Distanz sowie Wahrscheinlichkeit. Eine Hauptannahme der CLT ist, dass sich unsere mentalen Repräsentationen in Abhängigkeit von Distanz zu einem Ereignis oder Objekt unterscheiden. Je größer die Distanz, umso wahrscheinlicher werden Ereignisse abstrakt repräsentiert (high level construal); je geringer die Distanz, umso wahrscheinlicher werden Ereignisse konkret repräsentiert (low level construal). Im Rahmen des Empras soll nun geprüft werden, inwiefern sich psychologische Distanz zum einen und unterschiedlich abstrakte mentale Repräsentationen zum anderen auf die positiven Effekte imaginierten Kontakts auswirken können. Eine Fragestellung könnte sich beispielsweise damit beschäftigen, ob imaginierter Kontakt nur dann erfolgreich ist, wenn man ihn in unmittelbarer Zukunft stattfindend imaginiert oder ob Kontakt auch positive Auswirkungen haben kann, wenn er in der ferneren Zukunft stattfindend imaginiert wird. Eine weitere mögliche Fragestellung wäre, ob imaginierter Kontakt in Abhängig von der mentalen Repräsentation auch negative Auswirkungen haben kann.

Ziele der Veranstaltung:
(1) Studierende durch aktive Teilnahme an allen Phasen des Forschungsprozesses mit den Grundlagen experimentellen Arbeitens in der Sozialpsychologie vertraut machen;
(2) effektive Gruppenarbeit einüben.

In wöchentlichen Sitzungen werden jeweils im Plenum Logik und Methode des Experiments sowie statistische Grundlagen, Ananlyseverfahren und deren Umsetzung in SPSS vorgestellt und anhand von Übungen vertieft. In Kleingruppen erarbeiten die TeilnehmerInnen zeitlich parallel spezifische Fragestellungen, die Aspekte der aktuellen sozialpsychologischen Forschung aufgreifen.
Den Hauptteil der Veranstaltung bilden die Planung, Durchführung und Auswertung der Experimente in Gruppen von jeweils 4 Studierenden unter Anleitung. Die Gruppen treffen sich auch außerhalb der festen Veranstaltungszeiten, insbesondere während der Datenerhebung. Im letzten Abschnitt des Projektseminars erstellt jede Gruppe einen Forschungsbericht und stellt ihre Ergebnisse im Plenum vor.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Ausschließlich für Studierende im BSc-Studiengang Psycholgie.
Die TeilnehmerInnen sollten die Methodenveranstaltungen des ersten Semesters erfolgreich abgeschlossen haben.

Teilnahmebegrenzung: 16 Studierende

Verbindliche Anmeldung in der ersten Sitzung, Raum und Zeit wird noch bekannt gegeben.

Begründung der Teilnahmebegrenzung: Bei einer maximalen Gruppengröße von 4 Studierenden können im Rahmen der vorgesehenen Betreuungszeiten und aufgrund des hohen apparativen Aufwandes (i.d.R. computergestützte Experimente) maximal 4 Gruppen, d.h. 16 Studierende, in der Veranstaltung betreut werden.

Literaturangaben

Pettigrew, T. F., & Tropp, L. R. (2006). A meta-analytic test of intergroup contact theory. Journal of Personality and Social Psychology, 90, 751-783.
Trope, Y., & Liberman, N. (2012). Construal level theory. In P. A. M. Van Lange, A. W. Kruglanski & E. T. Higgins (Eds.), Handbook of theories of social psychology (Vol 1), pp. 118-134. Thousand Oaks, CA: Sage Publications.
Turner, R. N., Crisp, R. J., & Lambert, E. (2007). Imagining intergroup contact can improve intergroup attitudes. Group Processes and Intergroup Relations, 10, 427-441.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
27-C_ver1 Einführung in empirisch-wissenschaftliches Arbeiten C.2 Empirisch-Experimentelles Projektseminar benotete Prüfungsleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Psychologie (Kernfach) / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kernfach C.3   8 benotet  

Benotete Einzelleistung mit 6 LP für regelmäßige aktive Teilnahme (d.h. Mitwirkung an der Planung, Durchführung und Analyse einer empirischen Studie) und die Erstellung eines Forschungsberichts.

Kein E-Learningangebot vorhanden
Teilnahmebegrenzung:
Begrenzte Anzahl Teilnehmer*innen: 16
Adresse:
SS2013_270165@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die Veranstaltungsteilnehmer*innen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_37070353@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Dienstag, 3. September 2013 
Letzte Änderung Räume:
Dienstag, 3. September 2013 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 4
Einrichtung
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft / Abteilung Psychologie
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ID
37070353