300029 G7/8 und G20 in der Weltpolitik (S) (WiSe 2017/2018)

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Die Gruppe der Sieben (G7) bzw. Acht (G8, mit Russland) oder auch die Gruppe der Zwanzig (G20) stehen im Zentrum der Veranstaltung. Ausgehend von der Beobachtung, dass Weltpolitik nicht ausschließlich von Staaten, sondern in zunehmenden Maß auch von nicht-staatlichen Organisationen betrieben wird, steht die Rolle der Gruppe der Sieben (G7) bzw. Acht (G8, mit Russland) sowie der zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im Zentrum des beantragten Forschungsvorhabens. Das Projekt will der Fragen nachgehen, (1) welche Funktionen die Gruppen in der Weltpolitik haben und (2) wie die interorganisationalen Beziehungen der G7/8 und G20 beschaffen sind.

Die G7/8 und G20 sind im Gegensatz zu den etablierten internationalen Regierungsorganisationen ein besonders interessanter Fall, da sie sich der etablierten Differenzierung und Terminologie Internationaler Beziehungen entziehen. Sie sind weder Staat noch nicht-staatlicher Akteur. Es handelt sich bei den G7/8 und G20 weder um eine internationale Regierungsorganisation noch um eine internationale Institution im engeren Sinne. Die G7/8 und G20 sind vielmehr ein informelles Treffen bzw. ein Forum für Kooperation und Konsultation in globalen Fragen. Diese können von der Sicherheitspolitik, über die Bekämpfung des Terrorismus, wirtschafts- und finanzpolitische Fragen bis hin zu Herausforderungen der Digitalisierung oder der Entwicklungspolitik reichen. Entscheidungen und Beschlüsse dieser Treffen haben keine bindende Wirkung, schließlich handelt es sich lediglich um ein informelles Treffen. Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass Vereinbarungen, die im Zuge von den G7/8- und G20-Gipfeln getroffen wurden, im Anschluss in bzw. durch internationale Organisationen – wie z.B. den Vereinten Nationen, den IMF, die Weltbank etc. – formal entschieden werden. Die G7/8 und G20 prägen bzw. präjudizieren also Entscheidungsfindungsprozesse internationaler Organisationen. Gleichzeitig hat vor allem der G20-Gipfel in Hamburg damit geworben, den Kontakt zu zivilgesellschaftlichen Akteuren (Youth20, Labour20, Women20, Science20, Think20, Civil20, Business20) zu stärken und somit interorganisationale Beziehungen an der Schnittstelle zwischen Politik und Gesellschaft vorzubereiten. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen der Lehrveranstaltung die Rolle der G7/8 und G20 in der Weltpolitik genauer untersucht und dezidiert danach gefragt, welche Funktionen die Gruppen haben und wie die interorganisationalen Beziehungen, in die sie eingewoben sind, beschaffen sind.

Ziel der Veranstaltung ist genauere theoretisch-konzeptionelle Vermessung der G7/8 und G20 durch Anschlüsse an das noch verhältnismäßig junge Forschungsfeld der interorganisationalen Beziehungen. Zugleich wird dieses Forschungsfeld um informelle Gruppe ergänzt, deren Rolle in der Weltpolitik zunehmend wissenschaftliche Aufmerksamkeit genießt, gleichwohl aber bislang nicht systematisch erfasst wurde.

Bibliography

Als Text zur Vorbereitung empfiehlt sich

Gronau, Jennifer (2015): Die Selbstlegitimation internationaler Institutionen: G8 und G20 im Vergleich. Frankfurt a.M.: Campus, S. 35-74.

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