„Da also jede Erkenntnis und jeder Entschluß nach irgendeinem Gute strebt, […] welches ist das oberste aller praktischen Güter? Im Namen stimmen wohl die meisten überein. Glückseligkeit nennen es die Leute ebenso wie die Gebildeten, und sie setzen das Gut-Leben und das Sich-gut-Verhalten gleich mit dem Glückseligsein.“ (Nikomachische Ethik, 1095a14-19)
In diesen Sätzen finden sich Kernideen der „Nikomachischen Ethik“ des Aristoteles, die bis heute einer der einflussreichsten Schriften der Moralphilosophie ist. Aristoteles geht es darum, herauszufinden, worin ein gutes Leben für Menschen besteht. Unter einem solchen Leben versteht er ein Leben in „Glückseligkeit“, was eine Übersetzung des griechischen Ausdrucks „eudaimonia“ ist. Glückseligkeit erreicht man seiner Meinung nach, indem man ein tugendhaftes Leben lebt, weil man auf diese Weise lebt, wie es Menschen natürlicherweise zukommt.
Im Seminar werden wir die „Nikomachische Ethik“ gemeinsam durcharbeiten. Wir konzentrieren uns dabei auf zentrale Abschnitte des gesamten Textes.
Diese Veranstaltung kann als Handwerksseminar im Rahmen des Philosophischen Einstiegs gewählt werden. Im Rahmen des Handwerksteils wird es insbesondere um das Lesen philosophischer Texte gehen.
Abschluss des ersten Studienjahres (beide Grundkurse, Philosophischer Einstieg und Philosophisches Schreiben), sofern Sie den Kurs nicht als Handwerksseminar besuchen.
Jede*r Teilnehmende sollte eine Ausgabe der „Nikomachischen Ethik“ besitzen. Ich empfehle die deutschen Übersetzungen von Ursula Wolf (erschienen bei Rowohlt, Hamburg) oder Olof Gigon (entweder als einsprachige oder zweisprachige Ausgabe erschienen bei de Gruyter, Berlin, antiquarisch auch noch von dtv zu bekommen). Als Einführung und Kommentar ist der Band „Aristoteles‘ ‚Nikomachische Ethik‘“ von Ursula Wolf geeignet, der erstmals 2007 bei der wbg, Darmstadt, erschienen ist.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Fr | 12-14 | 13.10.2026-02.02.2027 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
Es besteht die Möglichkeit, im Anschluss an dieses Seminar eine Prüfung zum Abschluss eines Moduls zu erbringen. Für alle Prüfungen in Philosophie gilt, dass sie das Befolgen der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis voraussetzen, wozu u.a. der angemessene Umgang mit philosophischer Literatur und das Beachten der in der Eigenständigkeitserklärung formulierten Anforderungen gehört: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/philosophie/studium/pruefungsamt/Eigenstandigkeitserklarung.pdf.
Für Hausarbeiten in Philosophie gelten außerdem die folgenden Bewertungskriterien: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/philosophie/studium/angebote-hilfsmittel/hilfsmittel/2026-05-Anderung-nach-AKo-in-Vorlage.pdf