Das Seminar widmet sich operativen Bildern, d.h. Bildern, die nicht für die ästhetische Anschauung oder überhaupt für die Anschauung durch den Menschen, sondern von Maschinen für Maschinen* erstellt werden. Operative Bilder sind demnach Bilder, die nicht nur technischen Operationen dienen, sondern in diesen aufgehen. Damit fordern sie den Bildbegriff entschieden heraus, wie u.a. Jussi Parikka (2023: vii) betont: „Operational images trouble what an image is, as far as it shifts from representational to nonrepresentational, from the primacy of human perception of bodies, movement, and things to measurement, pattern analysis, navigation, and more.”
Seitdem der Filmemacher Harun Farocki den Begriff des operativen Bildes in seiner Videoinstallation Auge/Maschine I-III (2000-2003) und seinem Essay Phantom Images (2004) geprägt hat, sind operative Bilder u.a. als working images (Volker Pantenburg), als instructions for action (Thomas Elsaesser), als image as maschine (Niels van Tomme), als invisible (Trevor Paglen), als navigational (Tom Holert und Doreen Mende) sowie als agens und movens von politischen Konflikten (Jens Eder und Charlotte Klonk) beschrieben worden. Obwohl das Konzept zunächst in Bezug zu Militäroperationen entwickelt wurde – die ersten von Farocki geschilderten operativen Bilder stammen von smart bombs – reichen operative Bilder weit über den militärisch-industriellen Komplex hinaus. Operative Bilder spielen z.B. eine Rolle in der Medizin, dem autonomen Fahren, der Wettervorhersage, der Robotik, der Überwachung und Gesichtserkennung und sind längst in unseren Alltag eingezogen.
Im Seminar widmen wir uns der Geschichte operativer Bilder anhand von Beispielen (z.B. Messbilder des 19. Jahrhunderts, Überwachungsbilder, Bilder der Objekterkennung) und stützen unsere Analyse auf exemplarische Lektüren der inzwischen umfangreichen Texte zur Theorie operativer Bilder. Anhand künstlerischer Arbeiten von u.a. Harun Farocki, Trevor Paglen, Hito Steyerl und Geocinema fragen wir außerdem, wie zeitgenössische operative Bilder funktionieren und, wie den zunehmend unsichtbaren operativen Bildern des maschinellen Sehens begegnet werden kann. Das Seminar bietet damit eine Einführung in die Theorie operativer Bilder und stellt gleichzeitig einen Einstieg in einen erweiterten Bildbegriff und eine daraus resultierende zeitgenössische Bildtheorie dar.
(*) Der Titel des Seminars ist einem Zitat aus Paul Virilios Die Sehmaschine (1989) entlehnt.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| every two weeks | Mi | 14-18 | 14.10.2026-05.02.2027 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
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22-BMM-Bilder
Master's module Images in Historical Perspective
Mastermodul Bilder in historischer Perspektive
BMM-1.1 |
Masterseminar Bilder in historischer Perspektive | Study requirement
Graded examination |
Student information |
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22-BMM-Forschung
Research module Images - Media - Materiality
Forschungsmodul Bilder – Medien – Materialität
BMM-1.1 |
Masterseminar | Study requirement
Graded examination |
Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.