220064 Bilder von Maschinen für Maschinen: Eine Einführung in die Theorie operativer Bilder (S) (WiSe 2026/2027)

Inhalt, Kommentar

Das Seminar widmet sich operativen Bildern, d.h. Bildern, die nicht für die ästhetische Anschauung oder überhaupt für die Anschauung durch den Menschen, sondern von Maschinen für Maschinen* erstellt werden. Operative Bilder sind demnach Bilder, die nicht nur technischen Operationen dienen, sondern in diesen aufgehen. Damit fordern sie den Bildbegriff entschieden heraus, wie u.a. Jussi Parikka (2023: vii) betont: „Operational images trouble what an image is, as far as it shifts from representational to nonrepresentational, from the primacy of human perception of bodies, movement, and things to measurement, pattern analysis, navigation, and more.”

Seitdem der Filmemacher Harun Farocki den Begriff des operativen Bildes in seiner Videoinstallation Auge/Maschine I-III (2000-2003) und seinem Essay Phantom Images (2004) geprägt hat, sind operative Bilder u.a. als working images (Volker Pantenburg), als instructions for action (Thomas Elsaesser), als image as maschine (Niels van Tomme), als invisible (Trevor Paglen), als navigational (Tom Holert und Doreen Mende) sowie als agens und movens von politischen Konflikten (Jens Eder und Charlotte Klonk) beschrieben worden. Obwohl das Konzept zunächst in Bezug zu Militäroperationen entwickelt wurde – die ersten von Farocki geschilderten operativen Bilder stammen von smart bombs – reichen operative Bilder weit über den militärisch-industriellen Komplex hinaus. Operative Bilder spielen z.B. eine Rolle in der Medizin, dem autonomen Fahren, der Wettervorhersage, der Robotik, der Überwachung und Gesichtserkennung und sind längst in unseren Alltag eingezogen.

Im Seminar widmen wir uns der Geschichte operativer Bilder anhand von Beispielen (z.B. Messbilder des 19. Jahrhunderts, Überwachungsbilder, Bilder der Objekterkennung) und stützen unsere Analyse auf exemplarische Lektüren der inzwischen umfangreichen Texte zur Theorie operativer Bilder. Anhand künstlerischer Arbeiten von u.a. Harun Farocki, Trevor Paglen, Hito Steyerl und Geocinema fragen wir außerdem, wie zeitgenössische operative Bilder funktionieren und, wie den zunehmend unsichtbaren operativen Bildern des maschinellen Sehens begegnet werden kann. Das Seminar bietet damit eine Einführung in die Theorie operativer Bilder und stellt gleichzeitig einen Einstieg in einen erweiterten Bildbegriff und eine daraus resultierende zeitgenössische Bildtheorie dar.

(*) Der Titel des Seminars ist einem Zitat aus Paul Virilios Die Sehmaschine (1989) entlehnt.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
14täglich Mi 14-18   14.10.2026-05.02.2027

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-BMM-Bilder Mastermodul Bilder in historischer Perspektive Mastermodul Bilder in historischer Perspektive
BMM-1.1
Masterseminar Bilder in historischer Perspektive Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
Studieninformation
22-BMM-Forschung Forschungsmodul Bilder – Medien – Materialität Forschungsmodul Bilder – Medien – Materialität
BMM-1.1
Masterseminar Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
Studieninformation

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Kein E-Learningangebot vorhanden
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Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Donnerstag, 28. Mai 2026 
Letzte Änderung Zeiten:
Donnerstag, 28. Mai 2026 
Letzte Änderung Räume:
Donnerstag, 28. Mai 2026 
Art(en) / SWS
Seminar (S) /
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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735349919