230070 Namen als soziale Marker (S) (WiSe 2026/2027)

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In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit den grammatischen und sozialen Eigenschaften von Namen wie Mia, İlkay, Bielefeld oder Schüco-Arena. Zunächst beleuchten wir, was Namen funktional auszeichnet und von ihren nächsten Verwandten, den Appellativen wie Studentin, Stadt oder Stadion unterscheidet. Ausgehend von den Überlegungen zum funktionalen Status von Namen widmen wir uns grammatischen und pragmatischen Spezifika verschiedener Namenklassen. Beispielsweise können Orts- und Personennamen im Genitiv vor ihrem Bezugsnomen stehen (Berlins Nachtleben); Orts- und vor allem Personennamen nehmen nie das silbische Genitiv-s und tendieren stark zur Flexivlosigkeit (an den Hängen des Himalaya/Himalayas/*Himalayaes); einige, aber nicht alle Namen treten – zumindest im Standard – ohne Definitartikel auf (Lisa kennt Anna, aber die Schweiz). Auch aus wortbildungsmorphologischer, phonologischer und graphematischer Sicht sind Namen interessante sprachliche Zeichen, was sich z.B. im Bereich der Warennamen zeigt, wo Regelverstöße bewusst genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Durch Sprachkontakt ergibt sich außerdem Variation in der Schreibung von Personennamen nicht-deutscher Herkunft (nicht-integrierte Schreibweise İlkay Gündoğan versus integrierte Schreibweise Ilkay Gündogan).

Namen sind außerdem Träger sozialer Information. Sie haben ein indexikalisches Potential, das auf soziale Kategorien wie Geschlecht, Generation, Religion, soziale Herkunft und ethnische Zugehörigkeit verweisen kann. Namen können sowohl prestigehaltig als auch stigmatisiert sein und daher Diskriminierung und soziale Ungleichheiten auslösen. Das zeigen Studien zur schlechteren Bewertung von Schülerinnen und Schülern mit vermeintlichen Unterschichtsnamen wie Kevin oder Chantal oder geringeren Chancen auf dem Arbeitsmarkt bei einem türkischen Namen. Für die USA der 1930er Jahre ist belegt, dass sich amerikanisch klingende Namen positiv auf den beruflichen Erfolg der Namentragenden auswirkten, während irisch, deutsch oder italienisch klingende Namen dagegen einen negativen Effekt hatten (vgl. Goldstein/Stecklov 2016).

Teaching staff

Dates ( Calendar view )

Frequency Weekday Time Format / Place Period  
weekly Do 10:00-12:00   12.10.2026-05.02.2027

Subject assignments

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23-GER-PLing3_a Language and context Seminar 1 (mit Modulprüfung) Study requirement
Graded examination
Student information
Seminar 2 Study requirement
Student information

The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.


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Notes:
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Last update basic details/teaching staff:
Monday, April 20, 2026 
Last update times:
Thursday, May 21, 2026 
Last update rooms:
Thursday, May 21, 2026 
Type(s) / SWS (hours per week per semester)
seminar (S) / 2
Department
Faculty of Linguistics and Literary Studies
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716632647