In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit den grammatischen und sozialen Eigenschaften von Namen wie Mia, İlkay, Bielefeld oder Schüco-Arena. Zunächst beleuchten wir, was Namen funktional auszeichnet und von ihren nächsten Verwandten, den Appellativen wie Studentin, Stadt oder Stadion unterscheidet. Ausgehend von den Überlegungen zum funktionalen Status von Namen widmen wir uns grammatischen und pragmatischen Spezifika verschiedener Namenklassen. Beispielsweise können Orts- und Personennamen im Genitiv vor ihrem Bezugsnomen stehen (Berlins Nachtleben); Orts- und vor allem Personennamen nehmen nie das silbische Genitiv-s und tendieren stark zur Flexivlosigkeit (an den Hängen des Himalaya/Himalayas/*Himalayaes); einige, aber nicht alle Namen treten – zumindest im Standard – ohne Definitartikel auf (Lisa kennt Anna, aber die Schweiz). Auch aus wortbildungsmorphologischer, phonologischer und graphematischer Sicht sind Namen interessante sprachliche Zeichen, was sich z.B. im Bereich der Warennamen zeigt, wo Regelverstöße bewusst genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Durch Sprachkontakt ergibt sich außerdem Variation in der Schreibung von Personennamen nicht-deutscher Herkunft (nicht-integrierte Schreibweise İlkay Gündoğan versus integrierte Schreibweise Ilkay Gündogan).
Namen sind außerdem Träger sozialer Information. Sie haben ein indexikalisches Potential, das auf soziale Kategorien wie Geschlecht, Generation, Religion, soziale Herkunft und ethnische Zugehörigkeit verweisen kann. Namen können sowohl prestigehaltig als auch stigmatisiert sein und daher Diskriminierung und soziale Ungleichheiten auslösen. Das zeigen Studien zur schlechteren Bewertung von Schülerinnen und Schülern mit vermeintlichen Unterschichtsnamen wie Kevin oder Chantal oder geringeren Chancen auf dem Arbeitsmarkt bei einem türkischen Namen. Für die USA der 1930er Jahre ist belegt, dass sich amerikanisch klingende Namen positiv auf den beruflichen Erfolg der Namentragenden auswirkten, während irisch, deutsch oder italienisch klingende Namen dagegen einen negativen Effekt hatten (vgl. Goldstein/Stecklov 2016).
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Do | 10:00-12:00 | 12.10.2026-05.02.2027 |
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
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| 23-GER-PLing3_a Sprache und Kontext | Seminar 1 (mit Modulprüfung) | Studienleistung
benotete Prüfungsleistung |
Studieninformation |
| Seminar 2 | Studienleistung
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Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.