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300306 Die empirische Erfassung von Diskriminierung (S) (SoSe 2016)

Inhalt, Kommentar

Ziel dieses Seminars ist es, Sie mit wissenschaftlichen Konzepten der Diskriminierung vertraut zu machen. Sie erwerben die Kompetenz, Diskriminierung mit den Instrumenten der empirischen Sozialforschung zu erfassen.

Definitionen der Diskriminierung unterscheiden sich in wichtigen Details. Ihre phänomenologische Verortung innerhalb verschiedener Forschungstraditionen ist teils nicht kompatibel. In den einleitenden Sitzungen des Seminars lernen Sie Diskriminierungsdefinitionen aus der Sozial-, Rechts-, Wirtschaftwissenschaft und der Sozialpsychologie kennen. Wir erarbeiten hier die konzeptionellen Grundlagen empirischer Ansätze.

Danach lernen Sie vier paradigmatisch unterscheidbare Zugänge zur Erfassung von Diskriminierung kennen:

1. Individuelle diskriminierende Einstellungen gegenüber sozialen Kategorien: Die Vorurteilsforschung untersucht die Diskriminierungsbereitschaft als Einstellung und Handlungsintention gegenüber sozialen Kategorien und ihre Einflußfaktoren.

2. Subjektive Diskriminierungserfahrung und wahrgenommene Diskriminierung: Die Integrations-, die Gerechtigkeitsforschung und andere Traditionen befragen Opfer und Beobachter von Diskriminierung nach dem subjektiv wahrgenommenen Ausmaß des Geschehens.

3. Statistische Residualeffektverfahren: Die wirtschaftswissenschaftliche und die soziologische Forschung analysieren Umfragedaten und prozeßproduzierte Daten mit dem Ziel festzustellen, ob unter Kontrolle "legitimer" Faktoren der Ungleichbehandlung wie Humankapital oder Produktivität bestimmte soziale Kategorien im Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen benachteiligt werden. Obwohl diese Tradition sich nicht durchgängig als Diskriminierungsforschung bezeichnet, bildet sie einen wichtigen Zugang zur Erfassung von Diskriminierung.

4. Labor- und Feldexperimente untersuchen mit speziellen Versuchsanordnungen das Verhalten uneingeweihter Probanden gegenüber sozialen Objekten, die sich nur in ganz bestimmten Dimensionen (Hautfarbe, Geschlecht etc.) unterscheiden, um Ungleichbehandlungen nachzuweisen.

Ihr Beitrag:
Sie arbeiten die Literatur zur empirischen Diskriminierungsforschung in jeweils einer Forschungstradition auf. Sie referieren die methodische Vorgehensweise und zentrale Ergebnisse. Sie entwickeln für soziale Kategorien Ihrer Wahl (Immigranten, religiöse und sexuelle Minderheiten, Übergewichtige, Linkshänder, Arbeiterkinder, Veganer etc.) eigenständig ein Untersuchungsdesign zur Erhebung von Diskriminierung. Der Schwerpunkt liegt auf der Operationalisierung im engeren Sinn, oft werden Sie aber Fragen des Stichprobendesigns und der Experimentalanordnung berücksichtigen müssen. Sie gehen dabei über reproduzierendes Lernen hinaus und arbeiten schöpferisch.

Die Bildung von Kleingruppen ist möglich. Wir diskutieren Ihre Konzepte ausführlich im Plenum.

Es ist von Vorteil, wenn Sie Kenntnisse der Fragebogenkonstruktion, der Stichprobenziehung und statistischer Verfahren, insbesondere der Regressionstechnik und der Varianzanalyse, mitbringen.

Beachten Sie: Ein erheblicher Teil der Literatur liegt nur in englischer Sprache vor.

Das Seminar ergänzt die Lehrforschung "Diversität-Zugehörigkeit-Diskriminierung: Der Islam in Bielefeld" (300226). Die Teilnahme am Seminar 300306 ist unabhängig von der Lehrforschung möglich.

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30-M-Soz-M3a Soziologische Methoden a Seminar 1 Studienleistung
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30-M-Soz-M3b Soziologische Methoden b Seminar 1 Studienleistung
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30-M-Soz-M3c Soziologische Methoden c Seminar 1 Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
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