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300226 Diversität-Zugehörigkeit-Diskriminierung: Der Islam in Bielefeld (LEH) (SoSe 2016)

Inhalt, Kommentar

Diversität-Zugehörigkeit-Diskriminierung: Der Islam in Bielefeld

Zweisemestrige Lehrforschung, Sommersemester 2016 - Wintersemester 2016/2017

Lernziel

Sie vertiefen in dieser Lehrveranstaltung die zentralen Kompetenzen der quantitativen Sozialforschung durch aktive Beteiligung an einem vollständigen Forschungszyklus. Sie erschließen sich exemplarisch ein Gebiet der Minderheiten-, Diversitäts- und Diskriminierungsforschung.

Inhalt

Gegenstand des Vorhabens sind die Einstellungen der Bielefelder Bevölkerung zum Islam, zu Muslim/innen und zu Moscheen, die durch eine breite Variation zwischen Vorurteilen und offener Ablehnung, Toleranz sowie Akzeptanz als Ausdruck sozialer Diversität einer Gegenwartsgesellschaft gekennzeichnet sind.

In diesem Rahmen wird die Lehrforschung beispielsweise untersuchen,
- welche Gruppen der Bevölkerung sich durch starke Ablehnung oder ausgeprägte Toleranz auszeichnen,
- wie hohe Diskriminierungsbereitschaft zu erklären ist,
- unter welchen Umständen der Islam als integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft wahrgenommen wird,
- wie die Haltung zum Islam und zu Muslimen mit anderen Einstellungen zu sozialer Diversität zusammenhängt,
- welche Faktoren die Wahrnehmung des Kopftuchs beeinflussen,
- wovon die Bereitschaft abhängt, Moscheebauten zuzulassen.

Die Lehrforschung kooperiert mit einem aktuellen Forschungsprojekt des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld, an dem Olga Janzen, Dorian Tsolak, Andreas Zick, und andere (neben dem Veranstalter) beteiligt sind. Die Forscherinnen und Forscher des Projekts stehen für einen Austausch mit den Studierenden zur Verfügung.

Der skizzierte thematische Rahmen ist als Container zu verstehen, innerhalb dessen Sie als Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Akzente setzen und eigene Interessen in ein Untersuchungsprogramm übertragen können. Sie gestalten die Ausrichtung der Lehrforschung ganz wesentlich mit.

Neben dem thematischen Rahmen ist eine Reihe methodischer Eckpunkte des Vorhabens aus praktischen Gründen vorgegeben:
- Wir erheben und analysieren quantitative Daten. Obwohl qualitative Forschungselemente beim gegebenen Thema grundsätzlich sehr sinnvoll wären, kann der Veranstalter in dieser Lehrforschung nicht zusätzlich qualitative Beiträge betreuen.
- Die Betrachtung findet auf der Individualebene statt. Die Beobachtungsobjekte sind Personen.
- Die Lehrforschung entwickelt gemeinsam ein einheitliches Erhebungsinstrument (einen standardisierten Fragebogen).
- Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erheben damit Daten als Interviewer/innen im persönlich-mündlichen Interview.
- Es kommt eine Zufallsstichprobe ("Repräsentativstichprobe") der gesamten Bevölkerung Bielefelds zum Einsatz.
- Die erzeugte Datengrundlage können alle Studierenden in identischer Form nutzen.

Die Ausgestaltung vieler Aspekte liegt in Ihren Händen:
- Sie wählen Ihre individuelle Fragestellung nach Interesse.
- Sie modellieren Ihr Thema theoretisch.
- Sie formulieren testbare Hypothesen über den Gegenstand.
- Sie legen den Datenbedarf fest.
- Sie operationalisieren den Datenbedarf und beteiligen sich an der Entwicklung eines geeigneten Fragebogens.
- Sie analysieren die gewonnenen Daten mit passenden Verfahren.
- Sie nutzen die Analysesoftware Ihrer Wahl.
- Sie verfassen einen individuellen Abschlußbericht.

Für alle Aufgaben stehen Ihnen thematische und methodische Beratung und weiterführende Ressourcen zur Verfügung.

Arbeitsweise

- Plenumsveranstaltungen dienen der Information, Planung und Entscheidung.
- Entscheidungsfindung: Stehen alternative Optionen offen und ist kein Konsens über die Vorgehensweise erzielbar, findet ein Mehrheitsentscheid statt.
- Kleingruppensitzungen dienen der Abstimmung in strategischen Koalitionen und der Entwicklung sich ergänzender Konzepte.
- Im Selbststudium bzw. in Individualarbeit werden teilnehmerspezifische Konzepte erarbeitet, Daten erhoben und analysiert, Berichte verfaßt.
- Beratungstermine mit dem Veranstalter dienen der Klärung themenspezifischer Fragen und werden bedarfsabhängig mit Einzelpersonen und Kleingruppen anberaumt.

Vorläufige Ablaufplanung

Sommersemester 2016

- Entwicklung konkreter Interessen der Studierenden
- Klärung zentraler Begriffe
- Hypothesenformulierung
- Operationalisierung
- Entwicklung und Abstimmung des Gesamtinstruments
- Pretest des Erhebungsinstruments
- Finalisierung des Erhebungsinstruments

Vorlesungsfreie Zeit, Sommersemester 2016

- Datenerhebung (Feldarbeit)
- Datenerfassung

Wintersemester 2016/2017

- Datenedition
- Datenanalyse
- Verfassung der Berichte

Ihre Leistungen

Mitwirkung in allen Phasen des Projektablaufs. Besondere Bedeutung haben:
- Entwicklung einer eigenen Fragestellung
- Formulierung von 3 Hypothesen je Teilnehmer/in
- Operationalisierung der eigenen Konzepte und Mitarbeit bei der Fragebogenentwicklung
- Übernahme eines Kollektivgutbeitrags (z. B. Protokoll, thematisches Referat, Layout des Fragebogens, Datenverwaltung, Analyseberatung)
- Datenerhebung: 25 Einzelinterviews im gesamten Stadtgebiet Bielefelds
- Datenerfassung der eigenen Daten (Bereitstellung für die statistische Analyse)
- Analyse der Daten und Verfassung eines Berichts im Umfang von 30 Seiten

Voraussetzungen

Sie sollten grundlegende Kenntnisse der quantitativen empirischen Forschung in Trockenkursen erworben haben. Kenntnisse der Verfahren der Datenerhebung, Stichprobenkonzepte und Fragebogenkonstruktion sind von Vorteil, können aber bedarfsspezifisch noch erworben werden. Ohne basale Statistikkenntnisse (Maße der zentralen Tendenz, Zusammenhangsmaße, Regression) ist die Teilnahme nicht sinnvoll. Sie müssen einen erheblichen Zeitaufwand bewältigen können, denn wir werden intensiv und extensiv arbeiten. Der Zeiteinsatz ist mit insgesamt 60 Stunden Präsenzzeit und 180 Stunden Selbststudium veranschlagt. Die Beherrschung eines Statistik-Softwarepakets wird vorausgesetzt. Für das Erlernen von Statistiksoftware außerhalb der Lehrforschung müssen Sie ggf. zusätzliche Zeitressourcen einplanen. Thematische Affinität ist keine Voraussetzung. Professionelles Interesse ist ausreichend.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

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Klausuren

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
30-M-Soz-M3_LF1 Lehrforschung in Soziologische Methoden Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
30-M-Soz-M7_LF1 Lehrforschung in Sozialstruktur und sozialer Ungleichheit Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
30-MGS-6b Angewandte Geschlechterforschung - Lehrforschung Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
TeilnehmerInnen
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Sonstiges