Hands-on Affektive Störungen: Therapeutische Skills, Stressmanagement & Brain Stimulation
Depressionen und bipolare Störungen gehören zu den häufigsten und zugleich herausforderndsten Erkrankungen der Medizin: 2024 wurde bei fast 2 von 5 Erwachsenen eine psychische Störung dokumentiert, und nahezu jede*r fünfte junge Erwachsene zeigte 2023 depressive Symptome.
Affektive Störungen begegnen Ihnen später in fast jedem medizinischen Fachgebiet. In diesem Profilmodul lernen Sie nicht nur darüber: Sie arbeiten aktiv damit.
Was bedeutet es eigentlich, therapeutisch zu handeln statt nur zuzuschauen? In diesem praxisorientierten Profilmodul arbeiten Sie nah an der klinischen Realität: Sie untersuchen selbst Patient*innen, erstellen psychopathologische Befunde und nutzen diagnostische Testverfahren. Sie erleben moderne Therapieverfahren von kognitiver Verhaltenstherapie bis zur Elektrokonvulsionstherapie (EKT) und wenden psychotherapeutische Techniken unter Anleitung selbst an.
Neben klinischen Skills geht es auch um Sie: Wie bleibt man im ärztlichen Alltag psychisch gesund? Sie lernen evidenzbasierte Stress- und Selbstregulationsstrategien kennen und probieren sie praktisch aus.
Hospitationen in Gruppentherapien, Neuropsychologie und Gerontopsychiatrie zeigen Ihnen, wie interprofessionelle Behandlung wirklich funktioniert — und wie individuelle Therapieentscheidungen jenseits von Leitlinien entstehen.
Vom schwarzen Hund zum bunten Vogel – Klassifikation und Diagnostik affektiver Störungen mitt Untersuchung Patient*in 2 UE
Stimmungs-Check: Wann ist es mehr als nur traurig oder körperlich krank? Und wie teste ich? -Abgrenzung Trauer / Durchführung Testverfahren mit Patient*innen 2UE
Schwarze Galle oder Serotoninmangel? Von der Melancholie zur Neurobiologie und Therapie affektiver Störungen - mit Fallbeispielen 2 UE
Schatten über dem Glück - Postpartale Depression und Therapie von Depressionen in der Schwangerschaft 1UE
Mindful Medic - Stresstoleranztechniken, Entspannungstechiken selbst üben und bei Patient*innen anwenden 6 UE
Rollenwechsel- von Studierenden zu Anleitenden und Rollenwechsel in der interpersonelle Therapie 2UE
Error in mind?- Kognitive Verhaltenstherapie affektiver Störungen Elemente kennenlernen und selbst durchführen / Hospitation Gruppentherapie 3UE
Denken ändern Handeln lenken - Anwendung von KVT-Techniken bei Patient*innen 2UE
EKT: Elektrokonvulsionstherapie mit Hospitation 4UE
Help+-Projekt (Hospitation: aufsuchen und beurteilen Delirgefährdeter in Gilead I, Diagnostik Delir, Gedächtnis, Depression 3UE
Forschung: Wen repräsentieren Studien eigentlich? Von Leitlinien zum Fallbeispiel 2UE
Prüfung: Demonstration der Anleitung von Entspannungstechniken (jew. 20 Min)
Rückblick und Self-Care Sneak Peek 1UE
Lernziele
1. Die Studierenden können bei Patient*innen mit affektiven Störungen eine strukturierte psychiatrische Basisdiagnostik durchführen. Sie können
• einen psychopathologischen Befund strukturiert erheben und dokumentieren
• akute Suizidalität situativ angemessen explorieren
• affektive Störungen nach ICD-10/11 von Trauerreaktionen, Delir und somatischen Ursachen abgrenzen
• geeignete Screening- und Testverfahren auswählen, anwenden und deren Ergebnisse interpretieren
2. Die Studierenden können evidenzbasierte Behandlungsstrategien bei affektiven Störungen erklären und unter Anleitung anwenden. Sie können
• leitliniengerechte pharmakologische und nicht-pharmakologische Therapieverfahren erläutern
• Wirkprinzipien, Indikationen sowie häufige Nebenwirkungen zentraler Psychopharmaka benennen
• grundlegende psychotherapeutische Techniken (z. B. Psychoedukation, Verhaltensanalyse, kognitive Umstrukturierung, Entspannungsverfahren) demonstrieren bzw. anleiten
• Nutzen und Risiken verschiedener Therapieoptionen fallbezogen abwägen
3. Die Studierenden können im interprofessionellen Setting eine wertschätzende therapeutische Haltung einnehmen und ihre ärztliche Rolle reflektieren. Sie können
• die Aufgaben verschiedener Berufsgruppen in der Behandlung affektiver Störungen beschreiben und im Team berücksichtigen
• Patient*innen respektvoll, ressourcenorientiert und situationsangemessen begegnen
• eigene Belastungsreaktionen wahrnehmen sowie grundlegende Stress- und Selbstfürsorgestrategien anwenden
• den Rollenwechsel vom Lernenden zum Anleitenden reflektieren und begründen
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| einmalig | Fr | 07:50-16:30 | Gilead IV Pforte | 29.05.2026 | |
| einmalig | Mo | 07:50-16:00 | EvKB: Gilead IV Pforte | 01.06.2026 | |
| einmalig | Di | 07:45-16:30 | EvKB: Gilead I Pforte | 02.06.2026 | |
| einmalig | Mi | 07:45-15:30 | Ort nach Vereinbarung | 03.06.2026 | |
| einmalig | Fr | 07:45-13:00 | Ort nach Vereinbarung | 05.06.2026 |
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 5-II-MED-PRO Profilbildung Profilbildung | PRO II (Wahl-Seminar) | Studienleistung
|
Studieninformation |
| 5-II-MEDV3 Profilmodul Profilmodul | MEDV3 II (Seminar) | benotete Prüfungsleistung
|
Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.